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 Assassin's Creed: Revelations


Cover
Gesamt +++++
Action
Anspruch
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Ubisofts "Assassin's Creed"-Reihe hat sich spätestens mit dem Erscheinen des hochgelobten zweiten Teils als feste Größe auf dem Spielemarkt etabliert und unzählige Ableger, auch in Film- und Romanform, nach sich gezogen. Mitte November erschien mit "Assassin's Creed: Revelations" ein weiterer Teil für unterschiedliche Plattformen darunter auch Sonys Playstation 3, die für diesen Test verwendet wurde.

Eine lange Geschichte
Blicken wir kurz zurück: "Assassin's Creed" führte den Charakter Desmond Miles ein, der in der Gegenwart mittels eines hochkomplexen Geräts namens Animus in die Erinnerungen seines Vorfahren Altaïr eintauchen und dessen Taten als Assassine im zwölften Jahrhundert selbst erleben konnte. Der zweite Teil schickte Desmond wieder in den Animus, aber dieses Mal in die Erinnerungen eines weiteren Assassinen-Verwandten: Ezio Auditore. Mit dem Wechsel des Vorfahren wurde die Handlung von Masyaf (heutiges Syrien) nach Florenz verlegt der Kampf blieb aber derselbe: Die Bruderschaft der Assassinen bekämpfte wieder den Orden der Templer, der die Weltherrschaft an sich reißen wollte. Der durchschlagende Erfolg des Games veranlasste Ubisoft, daraufhin keinen "echten" dritten Teil, sondern einen in Rom spielenden Ableger, "Assassin's Creed: Brotherhood", zu veröffentlichen, der das Spielprinzip merklich ausbaute und direkt an die Handlung von "Assassin's Creed 2" anknüpfte. Auch "Assassin's Creed: Revelations" führt die Geschichte von Desmonds Urahn Ezio Auditore fort dieses Mal in Konstantinopel, der Stadt auf zwei Kontinenten.

Ruft den Schlüsseldienst!
Desmond selbst ist nach dem Ende von "Assassin's Creed: Brotherhood" im Animus gefangen, genauer gesagt auf der Animus-Insel, einem Rückzugsort tief in seinem Unterbewusstsein. Von hier aus kann er sein eigenes Leben Revue passieren lassen, muss aber zugleich seine fragmentierten Vorfahren-Erinnerungen ordnen, um überhaupt wieder in die Realität zurückkehren zu können. Als er in das Leben von Ezio Auditore zurückkehrt, ist dieser sichtlich gealtert, jedoch noch bei besten Kräften. Er ist auf der Suche nach Altaïrs Geheimnissen auf einen der Masyaf-Schlüssel gestoßen, die eine gut versteckte und verschlossene Bibliothek öffnen können. Um an der Inhalt zu gelangen, braucht Ezio jedoch alle fünf Masyaf-Schlüssel und die sind nicht nur irgendwo in Konstantinopel versteckt, sondern werden zu allem Überfluss auch noch von den Templern gesucht, die die Stadt unter ihren Einfluss bringen wollen. Am Bosporus angekommen, findet Ezio schnell Freunde wie die Italienerin Sofia Sartor, die Ezio bei der Suche nach den Schlüsseln behilflich ist. Doch auch der Ärger lässt nicht lange auf sich warten: Ein Thronfolgestreit bringt Intrigen und diverse Machtkämpfe mit sich, sodass sich Ezio nicht ungehindert der Suche widmen kann. Wird er die Schlüssel rechtzeitig finden, bevor die übermächtigen Templer sie an sich reißen können? Und welche großen Offenbarungen wird Altaïrs Bibliothek letztendlich bereithalten?

Alles beim Alten?
Wer die Vorgänger gespielt hat, wird zunächst keine großen Veränderungen feststellen können: Ezio bewegt sich geschmeidig wie eh und je durch eine detaillierte, offene Spielwelt, in der es viel zu entdecken gibt. Auch die Kämpfe gehen gut von der Hand und sind durch die in "Assassin's Creed: Brotherhood" eingeführten Blitz-Attentate glänzend in Szene gesetzt. Die Kletterpartien auf die höchsten Spitzen und durch die tiefsten Gewölbe der Stadt dürfen selbstverständlich weiterhin als Hauptbestandteil des Spiels gelten. Zahlreiche Nebenaktivitäten, wie der Wiederaufbau der Stadt, die Eroberung von Stadtvierteln und die Zusatzmissionen für Ezios Assassinen-Rekruten, haben ebenfalls ihren Weg in "Assasin's Creed: Revelations" gefunden. Die bestens funktionierenden Grundzutaten eines grandiosen Action-Adventures sind also vorhanden, doch Ubisoft wartet zusätzlich mit einigen Neuerungen auf, um auch wirklich keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Frischer Wind in der alten Stadt
Bezüglich der ohnehin serientypisch verworrenen Handlung wird dieses Mal auf noch mehr Hochzeiten getanzt. Neben den Animus-Sequenzen und den Ezio-Erinnerungen darf der Spieler erstmals seit Teil eins abschnittsweise wieder Altaïrs Steuerung übernehmen und so auch dessen weitere Entwicklung miterleben. Auch das Gameplay erhält einen weiteren Ausbau: Neben netten Spielereien wie der Hakenklinge, die Ezio das Klettern erleichtert, taucht der Sprengstoffeinsatz als ernsthafte Zusatztätigkeit auf. Der geneigte Gamer darf nun also verschiedene Arten von Bomben zusammenbasteln, um seine Gegner auszuschalten oder auch nur kurz außer Gefecht zu setzen. Die Übernahme einzelner Stadtviertel durch Abmurksen des jeweiligen Hauptmanns kennt man bereits neu ist aber die Tatsache, dass die Templer auch zum Gegenangriff blasen dürfen. Ist ein Viertel beziehungsweise der als "Den" bezeichnete Unterschlupf unter Beschuss, darf Ezio flugs zum Ort des Geschehens eilen und dort in einem Minispiel die "Den Defense" befehligen. Wer schon einmal ein "Tower Defense"-Spiel ausprobiert hat, weiß, wie das funktioniert: Man setzt unterschiedliche Typen von Assassinen auf die Dächer einer schmalen Straße und versucht so, den anrückenden Gegnerhorden Herr zu werden. Barrikaden behindern den Truppenvormarsch und verschaffen Ezio Zeit, weitere Einheiten herbeizurufen, um die stärker werdenden Wellen aufzuhalten.

Freundchen, wenn ich dich erwische
Der Multiplayer, der komplett getrennt von der Einzelspieler-Haupthandlung daherkommt, überzeugt mit klassischem Gameplay und neuen Maps, in denen unterschiedliche Modi ausprobiert werden dürfen. Ob das gängige "Deathmatch" oder eine Variante von "Capture the flag" wer gerne online mit Freunden oder Fremden zockt, wird genug Stoff für viele Spielstunden finden. Verschiedene Charakterklassen (mit jeweils eigener Bewaffnung) sorgen dabei für reichlich Abwechslung und vielfältige Aktionsmöglichkeiten. Wer trotzdem Nachschub braucht, kann zum kostenpflichtigen DLC "Die Vorfahren" greifen, der weitere Charaktere bereitstellt. Apropos kostenpflichtig: Der gesamte Multiplayer-Part von "Assassin's Creed: Revelations" ist nur umsonst, wenn man das Spiel neu kauft und den beiliegenden Code einlöst. Wer gebrauchte Ware mit bereits verwendetem Code erwirbt, muss den Onlinepass über den Playstation Store erwerben.

Auf nach Konstantinopel!
Auch wenn der Multiplayer durchaus Spaß macht, ist auch dieses "Assassin's Creed"-Spiel hauptsächlich eine fantastische Einzelspieler-Erfahrung. Zugegeben: Die Neuerungen bewegen sich im Detailbereich und lassen wirklich innovative Elemente vermissen. Auf der anderen Seite muss man Ubisoft aber attestieren, dass sich die Games der Reihe gerade durch die kleinen Verfeinerungen immer besser anfühlen und sich mit jedem Teil flüssiger spielen. Das Ergebnis ist ein spektakuläres Action-Abenteuer, das mit packenden Videosequenzen, dramatischen Klettertouren, spannenden Kämpfen und einer filmreifen Story viele Stunden Spielspaß in einer fremden, faszinierenden Welt bietet. Der eigentliche Hauptdarsteller, die Metropole Konstantinopel, ist so lebendig und mit Liebe fürs Detail aufgebaut, dass man manchmal gar nicht mit der Hauptstory weitermachen sondern lieber umherwandern und verweilen möchte, um Kleinigkeiten zu entdecken und verborgene Orte aufzusuchen. Das Finale der Ezio-Trilogie ist also mehr als gelungen und hat als Gimmick in der PS3-Version sogar das Ur-"Assassin's Creed" im Gepäck, mit dem später hinzugekommene Fans der Reihe auch deren Anfänge erforschen dürfen. Großartig!

Mehr Infos gibt es auch auf der offiziellen Website zum Spiel.

Marc Zeller

Probe



Konsolenspiel | Erschienen: 15. November 2011 | FSK: 16 | Originaltitel: Assassin's Creed: Revelations | PS3 | Preis: 53,90 Euro | für 1 - 8 Spieler | Untertitel verfügbar in: Deutsch | Verfügbare Sprachen: Deutsch

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