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 Six contes

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Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis


Guy de Maupassant ist einer der bedeutendsten französischen Schriftsteller Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Vor allem mit seinen Schriften über den Deutsch-Französischen Krieg, an welchem er auch als Soldat teilgenommen hat, ist er berühmt geworden. Das vorliegende Heft beinhaltet sechs französische Kurzgeschichten, wie es der Titel bereits sagt, und ist für den Unterricht in der Oberstufe vorgesehen.

Nach einer kurzen Biografie des Autors, in welcher wichtige Stationen seines Lebens aufgezählt und der Hintergrund zu seinen Geschichten erläutert werden, beginnt das Heft mit der ersten Geschichte: "La parure".
Monsieur und Madame Loisel führen ein mittelmäßiges Leben. Da sie von ihren Eltern keine Mitgift bekommen konnte, musste sie ihren jetzigen Mann, einen normalen Arbeiter, heiraten und träumt nun von Reichtum und Prunk. Um ihr eine Freude zu machen, besorgt Monsieur Loisel eine Einladung für einen Ball. Doch warum will sie auf einmal nicht mehr dorthin?

Alle sechs Geschichten des Heftes anzuschneiden, würde nun zu langweilig werden. Es kommen noch die Geschichten "Le gueux", "La ficelle", "L?aventure de Walter Schnaffs", "La folle" und "Le Horla" darin vor.
Besonders die Geschichte von Walter Schnaffs ist typisch für Guy de Maupassant. Walter Schnaffs ist ein preußischer Soldat in Frankreich. Dabei ist er allerdings das genaue Gegenteil von einem typischen Soldaten. Er hat Heimweh, weint oft und macht sich Gedanken darüber, wie es seiner Frau und den Kindern ergehen könnte, wenn er im Krieg umkommen sollte. Statt eines sportlichen Mannes ist er auch von der Statur her eher der Genießer.
Als sie in einen Hinterhalt der Franzosen geraten, flüchtet er in ein Loch, welches von Büschen umgeben ist. Noch lange nachdem die Franzosen weg sind, bleibt er dort. Doch er steckt in der Zwickmühle: Soll er nun zu den Franzosen, den Gegnern, gehen, wo er womöglich umkommt, oder in dem Loch bleiben, wo er verhungern könnte?

"Le Horla" dagegen überrascht den Leser. In Tagebuchform schreibt ein Mann seine Erlebnisse auf und macht dabei die Begegnung mit einem anderen Wesen, das ihn in Schrecken versetzt. Dabei tauchen einige fantastische Elemente auf, sodass diese Geschichte sogar auf einem Gruselhörbuch ("Vampirric Collector?s Box") zu finden ist.

Im Anhang befinden sich noch fünfzehn kurze Artikel über den Autor, die Epoche seines Schaffens und seine Umgebung. Die einzelnen Geschichten und Artikel haben immer am unteren Rand der Seite einige Vokabeln angegeben. Leider ist es oftmals so, dass man zwar die angegebenen Sachen versteht, dafür jedoch bei anderen Wörtern sich noch nicht einmal aus dem Zusammenhang heraus einen Reim machen kann. Da Guy de Maupassant zu der Epoche des Naturalismus gezählt wird, sind seine Einleitungen sehr detailliert und ausführlich beschreibend. Da sie jedoch meist gar keine Handlung enthalten, sondern nur die Umgebung erfassen, versteht man selbst in der Oberstufe sehr wenig von dem, was dort geschrieben steht. Dennoch sollte man nicht verzweifeln, denn nach der Einleitung werden die Geschichten leichter verständlich.

Dieses Heft ist ausdrücklich nicht für die Mittelstufe geeignet, doch in der Oberstufe sollte man einmal mit Guy de Maupassant in Berührung gekommen sein und etwas von ihm auch in seiner Sprache gelesen haben. Mit der Zeit lernt man auch die Epoche des Naturalismus besser verstehen und die Texte lesen sich leichter.

Vera Schott



Taschenbuch | Erschienen: 01. Oktober 2003 | ISBN: 3125973406 | Preis: 8,75 Euro | 95 Seiten

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