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 Cadavres


Cover
Gesamt ++++-
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Angewidert von ihrem verpfuschten Leben, beschließt Solange Marchildon (Sylvie Boucher) nach einer gemeinsamen Zechtour mit ihrem Sohn Raymond (Patrick Huard), sich von ihm erschießen zu lassen. Der völlig betrunkene Raymond tut ihr den Gefallen, und da er wenig Übung in der Entsorgung von Leichen besitzt, wirft er sie kurzerhand in den Straßengraben. Das erscheint ihm allerdings selbst fragwürdig, also ruft er seine Schwester Angele an, eine erfolgreiche Soap-Darstellerin (Julie LeBreton), um sich Rat zu holen. Angele kommt noch in der gleichen Nacht, um gemeinsam mit Raymond die Leiche zu bergen und im Keller des Hauses zu vergraben. Pech für die beiden: Die Leiche, die sie mitnehmen, ist nicht die ihrer Mutter, sondern ein gänzlich unbekannter Biker doch zum Umkehren ist es zu spät.

Kaum haben sie die Leiche im Keller vergraben, klopft das Chaos an die verlotterte Tür. Ein Punk-Pärchen taucht mit einer weiteren Leiche auf und schlägt einen Tausch vor, denn der mausetote Motorradfahrer war ein Drogenkurier, der eine Kokslieferung bei sich trug. Ein filmbegeisterter Dorfpolizist kreuzt auf und hängt sich wie eine Klette an Angele, zwei Gangster schleppen eine dritte Leiche an, und eine Horde Ferkel überrennt das Haus, dessen Keller allmählich an die Grenzen seiner Kapazität stößt...

"Cadavres" ist eine temporeiche schwarze Komödie, intelligent konstruiert und von einem wunderbaren Ensemble engagiert gespielt schmutzig und poetisch, nachdenklich, klamaukig und mit einem Schuss Popo- und Popel-Humor, der wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack trifft. Das FSK 18-Rating hat der Film wohl seinen inzestuösen Untertönen zu verdanken, denn Bruder und Schwester stehen sich mehr als nur nahe, wogegen blutige Gewaltszenen eher die Ausnahme sind.

Wer das erste Viertel von "Cadavres" durchsteht, in dem vor allem die Beziehung zwischen Bruder und Schwester thematisiert wird und die Handlung erst langsam Fahrt aufnimmt, der wird mit einer Fülle skurriler Einfälle, Situationskomik und teilweise drastischen Späßen belohnt. Dabei bleibt "Cadavres" keine flache Lachnummer, sondern entwickelt einen überraschenden Tiefgang. "Cadavres" ist auch ein Film über geplatzte Träume, die Sehnsucht nach einem Sinn im Leben und die Zerbrechlichkeit des Glücks und erreicht in seinen besten Momenten eine geradezu beklemmende Intensität. Diese Melange macht den kanadischen Film, der 2009 unter der Regie von Erik Canuel (u. a. "Dead Zone", "Teenage Werewolf") nach dem gleichnamigen Roman von Francois Barcelo entstand, zu etwas Besonderem. Dabei sind selbst die Nebenrollen glänzend besetzt (unsterblich: Hugolin Chevrette als schießwütiger Drogen-Gangster), und auch die abgewrackte Kulisse des Hauses, in dem ein Großteil des Films spielt, ist mit seinen liebevoll gestalteten Details allemal sehenswert.

Die DVD ist zweisprachig (Deutsch/Französisch mit optionalen englischen Untertiteln), bietet überzeugende Bild- und Tonqualität und eine kleine Auswahl von Extras (verpatzte Szenen und Cutscenes, Trailershow, Audiokommentar).

Wer schrägen Humor liebt, Geschmacksgrenzen nicht allzu eng zieht und einmal etwas anderes erleben will als auf Hochglanz polierte Mainstream-Blockbuster, dem sei "Cadavres" wärmstens ans Herz gelegt.

Frank Hoese



DVD | Disc-Anzahl: 1 | EAN: 4250128407953 | Erschienen: 18. November 2011 | FSK: 18 | Laufzeit: 111 Minuten | Preis: 12,99 Euro | Untertitel verfügbar in: Englisch | Verfügbare Sprachen: Deutsch (DD 2.0)
Deutsch (DD 5.1)
Französisch (DD 5.1)

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