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 Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo

Serie: Der Monstrumologe, Band 2
Autoren: Rick Yancey
Illustratoren: Jürgen Seph
Übersetzer: Axel Franken
Verlag: Bastei Lübbe

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Will Henry ist zwar noch ein Junge, aber trotzdem schon der unentbehrliche Assistent des Monstrumologen Dr. Pellinore Warthrops. Dazu ist er geworden, als sein Vater, der vorher diesen Job machte, bei einem tragischen Unfall gestorben starb. Da Will Henry keinen Ort hatte, wo er sonst hin gekonnt hätte, blieb er bei dem Exzentriker Warthrops und beginnt sogar, ihn in seiner ganz eigenen Art zu mögen. Und selbstverständlich folgt er ihm ohne Kompromisse überall dahin, wo es einen Monstrumologen auf der Suche nach den Scheußlichkeiten der Welt hin verschlägt.

Als völlig unerwartet eine Mrs. Chanler beim Doktor auftaucht, ist Will Henry überrascht darüber, dass der sie scheinbar gut zu kennen scheint, denn normalerweise ist er Menschen gegenüber eher abweisend. Als der Doktor sich dann auch noch bereit erklärt, ihrem Ansinnen nachzugeben und nach ihrem Mann zu suchen, beginnt ein neues Abenteuer, dass die beiden tief in die Wildnis Kanadas führt. Dort wurde John Chanler, der für tot gehalten wird, das letzte Mal gesehen. Er war auf der Suche nach dem Wendigo, einem immer hungrigen Monster, dass nach Ansicht Dr. Warthrops jedoch nur der Fantasie der Menschen entsprungen ist und nicht wirklich existiert. Doch was könnte Chanler sonst getötet haben? Bei den Indianern stoßen sie auf Gefahren, von denen sie nie geahnt hätten, dass sie existieren. Dabei steht sogar die Zukunft der Monstrumologie auf dem Spiel.

"Der Fluch des Wendigo" ist der zweite Band aus der Buchreihe um den Monstrumologen und seinen jungen Assistenten Will Henry. Und auch wenn die Geschichte komplett in sich abgeschlossen ist, sollte man den ersten Teil kennen, da die zwischenmenschliche Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren sehr tiefgreifend ist und man ihre Handlungen nur dann verstehen kann, wenn man begreift, wie sie zueinander stehen.

Im Vergleich zum vorangegangenen Band ist dieser noch ein wenig härter und grausamer geworden. Man kann ihn getrost als Horror-Fantasy bezeichnen, denn mit der Schilderung von Grausamkeiten, wie der Häutung von Menschen, geht der Autor Rick Yancey nicht gerade zimperlich um und schildert schonungslos, was seinen Charakteren zustößt und was sie zu Gesicht bekommen. Dabei verlässt er sich auf die Beschreibung aus Sicht seines Protagonisten Will Henry. Er lässt ihn die Geschehnisse äußerst sachlich schildern, was den Horror noch verstärkt. Sein kindliches Gemüt beschwört zusätzlich eine gewisse Tragik herauf.

Das Besondere an diesem Band ist, dass bis zuletzt nicht ganz klar ist, ob man es denn nun wirklich mit einem klassischen Monster zu tun hat oder nur mit einem psychisch und physisch übermäßig stark erkrankten Menschen. Dabei werden schon fast philosophische Denkansätze thematisiert. Gerade die Dialoge unter den Monstrumologen unterschiedlicher Ansicht haben es in sich.

Der Sprachstil ist kein einfacher. Rick Yancey benutzt Worte, die etwas altertümlich sind und bedient sich einer gehobenen Sprache, die unterstreicht, in welcher Zeit die Handlung spielt (etwas über einhundert Jahre in der Vergangenheit). Trotzdem liest er sich flüssig und ohne Schwierigkeiten. Es ist bloß so, dass ein Leser, der tief in die Bedeutung der einzelnen Wörter und Sätze einzutauchen versteht, noch etwas mehr geboten bekommt.
Das gleiche gilt auch für den Inhalt der Geschichte: So gibt es zahlreiche Anspielungen auf historische Figuren, die wirklich existiert haben. Ihre Namen sind allerdings oft abgewandelt und man muss sich schon ein wenig auskennen, um sie erkennen zu können.

Abschließend kann gesagt werden, dass man nur selten einen Unterhaltungsroman auf so hohem Niveau präsentiert bekommt.

> Zur Verlagswebseite mit Leseprobe.

Bine Endruteit



Softcover | Erschienen: 20. Januar 2012 | ISBN: 978-3785760635 | Originaltitel: The Monstrumologist 2: The Curse of the Wendigo | Preis: 14,99 Euro | 400 Seiten | Sprache: Deutsch

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