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 Zombies, Band 2: Die Kürze des Lebens

Serie: Zombies, Band 2
Autoren: Olivier Peru
Illustratoren: Simon Champelovier, Sophian Cholet
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Achtung, in dieser Rezension werden Inhalte aus dem ersten Teil der Reihe, "Die Göttliche Komödie", verraten!

Sams vorher sehr durchschnittliches Leben hat sich nach dem Ausbruch der Zombie-Epidemie drastisch verändert. Immer noch ist er auf der Suche nach seiner kleinen Tochter und hofft, sie lebend und vor allem gesund wiederzufinden. Zwischenzeitlich ist ihm der kleine Josh ans Herz gewachsen. Als der aufgrund eines epileptischen Anfalls für einen Zombie gehalten wird, verteidigt Sam ihn - und erschießt dabei einen Mann; Josh wird schwer verletzt und ringt mit dem Tod. Damit ist der Traum der kleinen Gruppe von Überlebenden, die sich auf der Insel Vashon Island ein neues Leben aufbauen wollten, bereits empfindlich gestört - die Illusion vom paradiesischen Frieden ist dahin. Doch Sam wird nicht, wie erwartet, verurteilt und aus der Gemeinschaft verbannt, schließlich hat er in Notwehr gehandelt. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern der Gemeinschaft bricht Sam auf, um in den verwaisten Krankenhäusern der großen Städte nach Medikamenten zu suchen, die Josh und die anderen Verwundeten der kleinen Kolonie von Nicht-Infizierten dringend benötigen.
Dabei stößt Sam völlig überraschend auf ein Foto seiner kleinen Tochter. Ist sie noch am Leben, und wenn ja, wo befindet sie sich? Währenddessen kämpfen weitere Gruppen von verzweifelten Menschen in ganz Amerika um ihr Überleben gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Zombie-Horden. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Menschheit komplett ausgelöscht ist ...

Teil 2 der Splitter-Reihe "Zombies" von Olivier Peru (Autor) und Sophian Cholet (Zeichnungen) setzt fast unmittelbar dort an, wo der erste Teil mit einem äußerst spannenden Cliffhanger endete. Josh hat überlebt, wenn auch sehr knapp, Vinnie wurde getötet. Die Überlebenden auf Vashon Island suchen nach Lebensmitteln, Medikamenten und Anzeichen von weiteren Überlebenden auf dem Eiland. Doch die vermeintlich rettende Insel entpuppt nicht nur als kurzer Zwischenstopp, wie sich leider bald herausstellt - die Zombies sind im Anmarsch, und sie haben das Jagen gelernt!

Perus und Cholets Geschichte ist nach Zombiegenre-Maßstäben definitiv nicht neu. Das meiste hat man so oder ähnlich schon irgendwo gesehen: die unfassbar riesigen Horden von Untoten, die die Lebenden von allen Seiten bedrängen, die verwaisten Krankenhäuser, die im Kugelhagel explodierenden Köpfe. Aber trotzdem macht diese Geschichte Spaß und ist vor allem eins: spannend! Der Leser will unbedingt wissen, wie es weitergeht mit Sam, dem kleinen Josh, Sams verschwundener Tochter und den übrigen Überlebenden, die sich mehr und mehr organisieren und mit letzter Kraft versuchen, sich gegen die menschenfressenden Untoten zur Wehr zu setzen. Diejenigen unter den Menschen, die anscheinend immun gegen das tödliche Virus sind, bringen dabei zusätzliche Spannung ins Spiel - denn wer weiß, ob sie nicht doch plötzlich zur hirnlosen Killermaschine mutieren?
Sympathieträger ist natürlich wieder Sam, der ehemalige McDonalds-Verkäufer, dem das Leben übel mitgespielt hat. Doch auch die anderen Figuren sind gut ausgearbeitet. "Die Kürze des Lebens" wirkt wie ein spannender Film (wenn auch wie Zombie-Mainstream), besitzt dabei glaubwürdige, lebensechte Dialoge und eine recht komplexe Story, in der viele Handlungsstränge und teilweise auch Zeitebenen zusammenlaufen. Das führt zum einzigen Kritikpunkt an diesem Band: Des Öfteren muss der Leser sich neu orientieren und blickt erstmal nicht mehr durch, wenn sich die Handlung plötzlich, mitten in der Seite, mit einem neuen Panel einem anderen Erzählstrang zuwendet. Da viele unterschiedliche Gruppen von Überlebenden auftauchen, ist es manchmal nicht auf den ersten Blick ersichtlich, worum es gerade geht.

Cholets Zeichnungen sind erneut großartig, vor allem hat er ein gutes Händchen für detailreiche Massenszenen und überhaupt ein Faible für sorgfältig ausgestaltete Gesichter und Arrangements mit vielen Personen, die in den meist sehr kleinen Panels wirklich gut zur Geltung kommen. Die tristen, dabei umso realistischeren Farben (Simon Champelovier) passen dabei ausgezeichnet zur Stimmung; es herrschen Braun- und Grautöne vor.

Fazit: Es bleibt spannend! Der zweite Teil von "Zombies" ist besser als der erste, auch wenn es keine bahnbrechend neuen Entwicklungen im Plot gibt, und endet erneut mit einem nervenzerreißenden Cliffhanger, der gespannt auf den abschließenden Teil 3 macht. Die Serie ist nun übrigens auf vier Teile angelegt, ein Teil 0 soll in Kürze unter dem Titel "Tod und Agonie" erscheinen, dann allerdings in etwas anderer Besetzung: Peru bleibt der Autor der Serie, als Zeichner für das Prequel wird aber Lucio Alberto Leoni einspringen. Spannend bleibt, wie sein Stil zur Reihe passt!

Christina Liebeck

Probe



Hardcover | Erschienen: 1. Januar 2012 | ISBN: 978-3868693126 | Originaltitel: Zombies: De la briéveté de la vie | Preis: 13,80 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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