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 John Sinclair, Folge 72: Das Öl-Monster


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
John und Suko werden zu einem Notfall in die saudi-arabische Botschaft in London gerufen. Dort treiben Untote ihr Unwesen, die von einem schmierigen Ölfilm überzogen sind. Schnell müssen die beiden Geisterjäger feststellen, dass die dämonischen Wesen gegen Silberkugeln relativ unempfindlich reagieren und nur mit Hilfe von gnostischer Gemme und Dämonenpeitsche in ihre Schranken gewiesen werden können. Nachdem die Lage in der Botschaft unter Kontrolle ist, werden John und Suko nach Saudi-Arabien beordert, wo sie die Herkunft dieser Ölmonster klären sollen. Schnell stellt sich heraus, dass ein Dämon namens El-Chadd hinter dem Ganzen steckt, der sich bei den Menschen an der Ausbeutung der Ölvorkommen rächen will.

Ein Ökothriller nach "John Sinclair"-Maßstäben, mit einem Thema, das so aktuell klingt, als ob die Romanvorlage aus dem 21. Jahrhundert stammt. Doch weit gefehlt: Bei "Das Ölmonster" handelt es sich um den Roman Nummer 215 der Sinclair-Reihe aus dem Jahr 1982. Natürlich darf der Zuhörer nicht vergessen, dass der Benzinpreis auch damals schon ein regelmäßiger Grund für kritische Medienberichte war und man bereits eine schwere Ölkrise in den Siebzigern hinter sich hatte. Dennoch ist es dem neuen Team um Dennis Ehrhardt gelungen, das Hörspiel ohne Auffälligkeiten in die heutige Zeit zu übertragen, was beispielsweise erkennbar wird, wenn Sir James John über Beobachtungen von Satellitenfotos auf dem Laufenden hält.

Mit der zweiten Veröffentlichung für Ehrhardt als Produzent wirken viele der neuen Elemente auch nicht mehr so fremd, wie es noch bei "Der Mann, der nicht sterben konnte" der Fall war. Zwar kommt Alexandra Lange-Baehr als Erzählerin bei weitem nicht an das Pathos eines Joachim Kerzel heran, doch wäre sie damit auch nur eine blasse Kopie. Durch die Unterschiede hat sie jedoch die Möglichkeit, der Serie ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Ein großer Kritikpunkt bei der letzten Folge war auch Ehrhardts Versuch, die Stimmen und Geräusche leiser zu machen, um Entfernung darzustellen. Dieses Stilmittel fällt bei "Das Ölmonster" nicht so stark auf, kann aber den Hörgenuss gerade bei Autofahrten oder anderen geräuschvolleren Nebentätigkeiten doch spürbar beeinflussen. Ebenso wirkt das neue, rockige Intro weiterhin schwächer als der Metal-Sound der Vorgänger.

Insgesamt ist Ehrhardt mit "Das Öl-Monster" eine tolle zweite Folge gelungen, bei der es sich zwar wieder um eine vom Metaplot losgelöste Geschichte handelt, der es aber trotzdem gelingt, den Hörer zu fesseln. Mittlerweile hat der Zuhörer sich auch besser an die Veränderungen nach der Ära Döring gewöhnt, sodass die allgemeine Kritik in Fankreisen nicht mehr so heftig wie noch bei Folge 71 ausfallen dürfte. Unter diesen Vorzeichen dürfen sich „John Sinclair“-Fans schon auf "Die Werwolf-Elite" freuen, wenn nicht nur die Mordliga wieder mitspielt, sondern erstmals auch die Vorlage scheinbar aus einer Mischung zwischen Heftroman und Taschenbuch besteht.

Auf der Website von Lübbe Audio gibt es eine Hörprobe: "Das Ölmonster"

Markus Goedecke



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 16. März 2012 | ISBN: 978-3-7857-4551-9 | Laufzeit: 54 Minuten | Preis: 7,99 Euro | Sprache: Deutsch

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