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 Niceville

Autoren: Carsten Stroud
Regisseure: Edgar Weiß
Sprecher: Michael Hansonis
Übersetzer: Dirk van Gunsteren
Verlag: Random House Audio

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Niceville, ein beschauliches Städtchen im Süden der USA: Als der kleine Rainy Teague von der Schule nicht mehr heimkommt, fackelt die Polizei nicht lange. Niceville hat durch seine ungewöhnlich hohe Anzahl spurlos verschwundener Menschen bereits traurige Berühmtheit erlangt, so dass sofort eine große Suche nach dem Jungen eingeleitet wird. Zehn Tage später wird Rainy gefunden: Gottseidank lebend, jedoch unbegreiflicherweise in einer uralten Gruft, die offenbar seit vielen Jahren nicht mehr betreten wurde.
Ein Jahr später: In Niceville brodelt es. Bei einem Banküberfall werden mehrere Polizisten eiskalt und mit der Präzision eines Scharfschützen hingerichtet, ein Lastwagen kommt von der Straße ab und rammt einen Bus mit Nonnen, ein Mann nimmt Geiseln, nachdem er als Kinderschänder verdächtigt wurde. Und: Erneut verschwinden Menschen auf absolut rätselhafte Weise. Irgendetwas liegt im Argen in Niceville. Gibt es eine Verbindung zu dem als Krater Sink bekannten Gewässer, das in einem Berg über der Stadt liegt und von dem eine düstere Bedrohung auszugehen scheint?

Mit "Niceville" hat Autor Carsten Stroud eine ungewöhnliche und sehr unterhaltsame Mischung aus Gangsterthriller, Kleinstadtdrama und Horrorerzählung geschaffen. Der Einstieg in die Handlung erscheint vor allem in der Hörbuchfassung zunächst schwierig, denn es tauchen zahllose, teil sperrige Namen und Personen auf und der Hörer durchschaut das komplizierte Geflecht aus Intrigen und Beziehungen nicht so recht. Je weiter die Handlung voranschreitet, umso klarer wird aber, dass hier absolut alles einen Zusammenhang besitzt. Niceville ist, ganz anders als der nette Name es vermuten lässt, absolut kein idyllisches Städtchen. Seltsame Dinge gehen vor sich, Familien sind seit Jahrzehnten miteinander verfeindet und hüten dunkle Geheimnisse.

Es weht ein gehöriger Hauch Twin Peaks durch die Straßen der seltsamen kleinen Stadt - und das zieht den Hörer immer mehr in einen Sog, der bis zum Ende der Geschichte nicht mehr loslässt. Wer hat eine Affäre mit wem, wer hat wen betrogen, wer hegt welche Absichten? Nichts ist so, wie die Fassade es vermuten lässt: Ein hochangesehener Familienvater macht seit Jahren heimlich Nacktfotos seiner Töchter, ein ehemaliger Polizist macht gemeinsame Sache mit Gangstern, ein Zahnarzt fotografiert seine Patientinnen in kompromittierenden Posen, sobald sie betäubt sind. Jeder hat hier ein schmutziges Geheimnis oder eine kriminelle Vergangenheit. Und über alldem liegt der verstörende Schatten einer übersinnlichen, boshaften Macht, die Menschen entführt und tötet. Was steckt dahinter? Zwar erfährt der bald gebannt lauschende Hörer einiges, aber wohl noch lange nicht alles, denn "Niceville" ist der Auftakt einer als Trilogie angelegten Erzählung.

Fazit: "Niceville" sperrt sich durch eine recht komplexe Handlung und viele, viele Namen und Verstrickungen zunächst etwas gegen den Hörer - dann macht die hochspannende und clever ausgedachte Geschichte aber süchtig! Schmutzige Geheimnisse, kriminelle Machenschaften und etwas Uraltes, durch und durch Böses, das im Krater Sink lauert: "Niceville" ist eine verdammt coole Story, die von Michael Hansonis sehr ansprechend vorgetragen wird.

Zur Hörprobe auf der Website von Random House Audio: Niceville

Christina Liebeck



CD | CD-Anzahl: 6 | Erschienen: 27. Februar 2012 | ISBN: 978-3837113518 | Laufzeit: 420 Minuten | Originaltitel: Niceville | Preis: 19,99 Euro | Sprache: Deutsch

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