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 Schauergeschichten aus dem Schlund des Tunnels

Serie: Schauergeschichten, Band 3
Autoren: Chris Priestley
Illustratoren: David Roberts
Übersetzer: Beatrice Howeg
Verlag: Bloomsbury Berlin

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Die meisten Kinder sind traurig, wenn die Ferien vorbei sind - Robert nicht. Der Junge ist ganz im Gegenteil sehr froh, endlich das Haus seines Vaters und seiner Stiefmutter, die er nicht ausstehen kann, verlassen zu können. Erleichtert setzt er sich in den Zug, der ihn zurück ins Internat bringen soll, nicht ahnend, dass die Fahrt alles andere als angenehm werden soll ...
Im Abteil lernt Robert eine seltsame, in Weiß gekleidete Dame kennen, mit der er ins Gespräch kommt. Dann stoppt plötzlich der Zug und bleibt genau vor einer dunklen Tunnelöffnung stehen. Offenbar gibt es technische Probleme, die Passagiere müssen im Zug ausharren. Während die Wartezeit lang und länger wird und die anderen Mitreisenden in Roberts Abteil friedlich vor sich hinschlummern, beginnt die Dame in Weiß, Schauergeschichten zu erzählen - und was für Geschichten das sind!
Robert findet die gruseligen kleinen Erzählungen nicht gerade angemessen für eine elegante Dame, aber die Frau hört nicht auf und erzählt ihm eine unheimliche Begebenheit nach der anderen: von einer Gruppe von Schülerinnen, die sich an einer verhassten Nonne rächen. Von einem gruseligen Gewächshaus mit lebensgefährlichen Pflanzen. Von einem Riss in einer Hauswand, der schreckliche Dinge zeigt, wenn man hineinblickt. Oder von einem Mädchen, das nachts Besuch von einer unheimlichen Marionette bekommt ...

Nach "Onkel Montagues Schauergeschichten" und den "Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff" legt Chris Priestley nach und präsentiert erneut eine gelungene Auswahl an morbiden, spannenden und - vor allem bei Kerzenschein oder Schummerlicht - fürchterlich schaurigen Erzählungen, die kleinen (und garantiert auch erwachsenen!) Lesern das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Wie auch bei den beiden Vorgängerbänden sind die Kurzgeschichten in eine ebenso unheimliche Rahmenhandlung eingebettet, die ihr Geheimnis nur Stück für Stück preisgibt. Diesmal sitzt der Ich-Erzähler, ein altkluger Junge namens Robert, in einem Zug fest, welcher vor einer dunklen Tunnelöffnung angehalten hat, und lauscht eher unfreiwillig den phantastischen Erzählungen einer Mitreisenden. Natürlich will Robert um keinen Preis zugeben, dass die kurzen Episoden ihn ganz schön ängstigen und dass er am liebsten gar nichts weiter hören möchte! Während Geschichte um Geschichte erzählt wird, wird auch die Rahmenhandlung immer klarer - Erwachsene werden bereits früh ahnen, worauf die Situation mit dem Zug und dem Tunnel hinausläuft, dennoch schafft Chris Priestley es immer noch, mit dem Ende zu überraschen.

Die kleinen Episoden selbst sind erneut im herrlich altmodischen Stil alter englischer Schauergeschichten erzählt. Sie sind durchweg sehr unterhaltsam und zum Teil richtig angsteinflößend - ebenso wie in Band 1 und 2 sind die Ereignisse wirklich nicht ohne! Kleinere Kinder sollten dieses Buch nicht lesen oder vorgelesen bekommen; die Altersempfehlung ab zwölf Jahren macht auf jeden Fall Sinn, sind doch einige der Schauergeschichten recht drastisch und teilweise auch sehr grausam. Meist bleibt es jedoch beim Leser, sich in seinem Kopf selbst die angedeuteten Schrecken auszumalen, die zumeist am Ende der Geschichten warten. Schlaflose Nächte sind hier nahezu garantiert, daher sind die "Schauergeschichten aus dem Schlund des Tunnels" definitiv etwas für furchtlose Leserinnen und Leser. Wunderschön illustriert wurden Chris Priestleys Erzählungen wieder von David Roberts. Die kleinen Tuschezeichnungen sind wieder angenehm düster und ergänzen die morbiden Geschichten perfekt!

Fazit: Auch der dritte Teil der "Schauergeschichten" von Chris Priestley ist ein wahrhaft gruseliges Lesevergnügen, das für mehr als nur ein bisschen Gänsehaut sorgt. Düster, sehr atmosphärisch und kurzweilig präsentieren sich die elf Erzählungen und lassen dabei lebhafte Bilder im Kopf entstehen, egal welchen Alters der hoffentlich mutige Leser ist.

Christina Liebeck



Hardcover | Erschienen: 10. März 2012 | ISBN: 978-3827055026 | Originaltitel: Tales of Terror from the Tunnel's Mouth | Preis: 15,90 Euro | 248 Seiten | Sprache: Deutsch

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