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 Thorgal, Band 33: Schwertboot

Serie: Thorgal, Band 33
Autoren: Yves Sente
Illustratoren: Rosinski
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Die eisige, stürmische See des hohen Nordens ist der Handlungsort von "Schwertboot", dem 33. "Thorgal"-Album: Als Passagier auf einem Händlerboot durchquert Thorgal die winterlichen Gestade einer von Schnee überzogenen Nordlandschaft. Durch seine Erfahrung gelingt es ihm, die Mannschaft in ihrem Kampf gegen an den Flussufern lauernde Banditen zu unterstützen. Er ist jedoch wenig begeistert, als der Kapitän des Schiffes in einem Hafen menschliche Sklaven an Bord nimmt, um diese später zu verschachern. Um die Entführer seines Sohnes, an deren Fersen er sich geheftet hat, jedoch nicht zu verlieren, ist er gezwungen, auf dem Schiff zu bleiben, auch wenn ihm das gar nicht schmeckt. Als er mit einem Hundeschlitten das Boot jedoch für einige Tage verlässt, um Ware an ein Dorf ins Landesinnere zu bringen, kommt ihm die rettende Idee, wie er die Sklaven befreien kann. Doch um zum Schiff zurück zu kommen, muss er ein irrwitziges Abenteuer in der eisigen Fluten des Nordmeeres bestehen, wo ein mächtiger Orca von den Dorfbewohnern einen blutigen Tribut fordert

Obwohl Thorgal sich noch immer auf der Suche nach seinem jüngsten Sohn befindet, erzählt "Schwertboot" eine in sich abgeschlossene Geschichte, an der man als Comicleser auch Spaß haben kann, wenn man die Reihe selbst nicht kennt. Einzig eine kurze Sequenz zu Anfang des Bandes, in der Thorgals ältester Sohn Jolan im Mittelpunkt steht, könnte Neueinsteiger verwirren. Die Kehrseite der Medaille ist freilich, dass Fans von "Thorgal" diese Episode wie ein Lückenfüller vorkommen muss, denn die Rahmenhandlung wird kaum vorangetrieben. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, ist das Album lesenswert, denn die Hauptgeschichte, die ohne Magie auskommt, überzeugt und ist spannend. Inhaltlich erinnert der Band diesmal an ein mit modernen Stilmitteln erzähltes Abenteuer von Prinz Eisenherz. Ein fader Beigeschmack stammt allenfalls daher, dass das Künstlerteam sich dazu entschlossen hat, die Orca als reißende, Menschen fressende Bestien zu zeichnen, auch wenn für ihr Verhalten im Comic eine ausreichende Erklärung gefunden wird.

"Schwertboot" ist wesentlich weniger textlastig als "Die Schlacht von Asgard", das Vorgängeralbum. Während dort Dialoge und Textfelder eine wesentlich größere Rolle gespielt haben, als man das üblicherweise von Comics gewohnt ist, ist in diesem 33. Band der "Thorgal"-Serie das Verhältnis zwischen Text und Bild wieder ausgeglichener. Das Nordmeer, auf dem Eisschollen treiben, blendend weiße Schneefelder die Kulisse des neuen Albums bietet eine Szenerie, die Rosinski stimmungsvoll zum Leben erweckt. Das gelingt ihm hier wesentlich besser als beim bunten Asgard, in dem ein Großteil der Handlung des vorherigen Bandes spielte. Die raue Atmosphäre des Nordens wird hier spürbar und Bilder und Geschichte verbinden sich zu einer organischen Einheit. Schlittenhunde, Schwertwale, sibirische Tiger, ein Sturm, der über's Packeis fegt und dem Helden die Schneeflocken ins Gesicht peitscht: Thorgals Kampf nicht nur mit menschlichen und tierischen Gegnern, sondern auch mit dem unerbittlichen, eisigen Biss von Schnee und Kälte überzeugt. Gerade das macht "Schwertboot" zu einem gelungenen Comicabenteuer für "Thorgal"-Fans und -einsteiger sowie Freunde nordischer Heldenepen.

Eine Leseprobe gibt es "hier"!

Christian Handel



Hardcover | Erschienen: 1. März 2012 | ISBN: 9783868693706 | Originaltitel: Thorgal: Le Bateau-Sabre | Preis: 13,80 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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