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 Sweet Tooth, Band 1: Aus dem tiefen Wald


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Der neunjährige Gus lebt mit seinem Vater tief im Wald, wo die beiden als Selbstversorger keinerlei Kontakt zur Außenwelt pflegen. Die meisten anderen Menschen wurden von einer verheerenden Seuche dahingerafft, und die Kinder, die seitdem geboren werden, sind seltsame Hybridwesen aus Mensch und Tier. Auch Gus mit seinem Geweih und den Hirschohren ist ein Hybride. Sein Vater hat ihm eingeschärft, dass er den schützenden Wald niemals verlassen darf, denn draußen lauern Hölle, Tod und Feuer.
Doch dann stirbt Gus' Vater und der Junge ist ganz auf sich allein gestellt. Bald gerät er in die Gewalt skrupelloser Jäger, wird aber in letzter Sekunde von einem gewalttätigen, seltsamen Mann namens Jepperd gerettet. Dieser verspricht "Sweet Tooth", wie er den Jungen aufgrund dessen Vorliebe für Schokoriegel nennt, zu beschützen und ihn in ein spezielles Reservat zu bringen, wo die Hybridkinder in Sicherheit leben können. Gus schließt sich vertrauensvoll Jepperd an - doch gibt es wirklich ein Reservat? Wer ist Jepperd, und warum hat er Gus gerettet?

Mit "Sweet Tooth - Aus dem tiefen Wald" startet eine bemerkenswerte neue Comicreihe, in deren Mittelpunkt ein ungewöhnlicher kleiner Junge steht. Vollkommen isoliert von allen Menschen aufgewachsen, gerät er nach dem Tod seiner Eltern in die Mühlen der echten Welt außerhalb seines heimischen Waldes - und diese von Endzeitstimmung und Tod geprägte Welt ist bösartig und fremd für den naiven, aber intelligenten Jungen.
Jeff Lemire hat Sweet Tooths Abenteuer geschrieben und gezeichnet (Koloration: José Villarrubia, Lettering: Alessandro Benedetti). Während die Bilder grundsätzlich ausdrucksstark und äußerst schräg-lebendig sind, aber nicht immer vollends überzeugen und es ein paar wenige qualitative Ausreißer gibt, vor allem in der Darstellung von Mensch und Tier, ist die Geschichte rundum eine runde Sache: spannend, anrührend, originell, mit natürlichen Dialogen und überraschenden Wendungen. Bald sieht der Leser die feindliche Außenwelt durch die Augen von Gus, den Jungen mit dem Hirschgeweih und den seltsamen Ohren, und teilt seine unbedarfte Sicht auf die Menschen. Dass Sweet Tooths Retter Jepperd nichts Gutes im Schilde führt, ahnt zwar der Leser, aber nicht der kleine Junge, der das Wesen der Menschen nicht aus erster Hand kennt, sondern nur aus den drastischen Warnungen seines Vaters. Der Comic besitzt einige ganz großartige Szenen, etwa wenn Sweet Tooth in einem verlassenen Haus die Leiche eines gleichaltrigen kleinen Jungen vorfindet, der im Tod ein Buch mit einem Reh darauf umklammert hält, oder wenn er einen Albtraum hat, in dem ihm sein toter Vater erscheint.

Die Geschichte um die Hybridkinder, die von den "Normalen" aufgrund ihrer Immunität gegen die grassierende tödliche Seuche äußerst begehrt sind, verspricht weiterhin extrem spannend und emotional zu werden. Das Ende ist ein packender Cliffhanger, der die Wartezeit auf den nächsten Band wirklich lang macht!

Zur Online-Leseprobe bei Panini Comics

Christina Liebeck



Softcover | Erschienen: 15. Mai 2012 | ISBN: 978-3862013357 | Originaltitel: Sweet Tooth | Preis: 14,95 Euro | 128 Seiten | Sprache: Deutsch

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