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 Quästor, Band 1: Menage à Troja

Serie: Quästor, Band 1
Autoren: Jean-Luc Sala
Illustratoren: Nicola Saviori
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Troja ist gefallen, die männliche Bevölkerung fast ausnahmslos massakriert. Einer der heldenhaften Sieger ist Idomeneus. Doch er kann sich an diesem blutigen Sieg nicht erfreuen, fußt er doch auf Verrat und List. Er beschließt, seine Waffen niederzulegen und als Quästor einzig dem Recht verpflichtet zu sein. Auch sein Schildträger Aeses folgt ihm.
Es folgen zwanzig Jahre, in denen die Helden weit über Griechenland hinaus den Ruf unbestechlicher Ehrenmänner erlangen. Mindestens ebenso sehr sind sie jedoch Wein, Weib und Gesang verpflichtet und feiern ein rauschendes Fest nach dem anderen. Beide entschließen sich, den Beruf des Quästors an den Nagel zu hängen und von nun an ausschließlich den Freuden des Müßiggangs zu frönen.
Just nachdem Idomeneus Decalionid und Aesus Simonides ein rauschendes Fest geben und dem anstrengenden Amt entsagen wollen, betritt eine überaus schöne junge Frau den Palast und überredet Idomeneus, ihr behilflich zu sein. Der Quästor soll ihr in die Ferne folgen und dort dem Recht zur Geltung verhelfen. Doch der einfache und vor allem einträgliche Auftrag erweist sich als lebensgefährliches Himmelfahrtskommando. Monströse Maschinenwesen trachten den Helden nach dem Leben, Götter und Titanen scheinen involviert zu sein und die Insel der reizenden Auftraggeberin liegt weit jenseits bekannter Gefilde.

Autor Jean-Luc Sala entwirft eine Welt, die den Untergang Trojas zum Ausgangspunkt nimmt, und - historisch gänzlich unkorrekt Fabelwesen, Götter und Magie einbaut. Leider vergisst er im Auftaktband ein wenig, den Rahmen zu verlassen und Inhalte zu bieten. Auch Spannung kommt kaum auf, gelingt es den beiden Helden doch im ersten Band nicht mal zum Zielort zu gelangen.
Dafür herrscht in den Textbeiträgen des Autors ein äußerst lockerer Ton, der bewusst die heutige Zeit kolportiert und karikiert. Die Helden persiflieren Abenteuergeschichten ebenso wie moderne Kinofilme und Action. Meist passt der flapsige Ton hervorragend, gelegentlich kommt er aber auch allzu platt daher. Und das aus der anspielungsreichen "Ménage a Troie" (also zugleich eine Dreiecksbeziehung und ein Treffen in Troja) eine "Menage à Troja" wird ist dem unübersetzbaren französischen Titel geschuldet.

Punkten kann das Abenteuer hingegen dank des genialen Artworks von Illustrator Nicola Saviori. Damit katapultiert sich der Newcomer ohne jeden Zweifel in die erste Liga der Comiczeichner. Seine Helden sind köstlich anzusehen, seine Klytia ist absolut hinreißend und sowohl Monster als auch Gegner gelingen ihm perfekt. Ebenso gelungen ist das harmonische Farbspiel der Bilder. Matteo Bassini kommt hier zu Gute, das Druckqualität und Überformat der Splitter-Alben wirklich jedes Detail und jede Farbnuance zur Geltung bringen können.

Wer dies genauer und mit eigenen Augen bewerten möchte, sollte hier einmal genauer nachschauen!

Keine Frage, "Quästor: Menage a Troja" ist ein gelungener Auftaktband, der, wenn auch nur langsam in Fahrt kommend, die Erwartungen an die Fortsetzung recht hoch schraubt. Kaum jemand der Leser wird nicht wissen wollen, wie dieses "fantastische" Abenteuer weitergeht.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 1. Juli 2012 | ISBN: 9783868694895 | Originaltitel: Questor: Ménage a Troie | Preis: 13,80 Euro | 47 Seiten | Sprache: Deutsch

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