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 Blutige Zeche in Bottrop

Entscheidung am Tetraeder


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Die beiden Trashothekreporter Sascha und Thorsten sind mit dem Auto zum Weekend of Horrors in Bottrop unterwegs. Anstatt der ausgeschilderten Umleitung zu folgen, verfahren sich die beiden und erleben ein Abenteuer, das sie so nicht erwartet hätten. Monster, brutale Morde und ein wahnsinniger Wissenschaftler machen die Tour lebensgefährlich, da sie dem irren Dr. Schock in die Hände fallen. Ihre Hoffnung liegt auf ihrer Mitarbeiterin Katja, die brav der Umleitung folgte und ihnen daher vielleicht das Leben retten kann.

"Wozu brauchen wir Frankfurt, Berlin oder Köln, New York, London oder Rotterdam, wo wir doch unser wunderschönes Bottrop haben." (Frank Tomiczek)

Ein Roadtrip Horror-Trash-Hörspiel, das direkt in der Ruhrgebietsstadt Bottrop spielt, bietet Trashothek mit "Blutige Zeche in Bottrop - Entscheidung am Tetraeder". Die Mischung aus Horror und Trash, im Filmsektor gerne im Bereich der B- und C-Movies abgestempelt, ist für das Medium Hörspiel ungewöhnlich. Dabei sind die Autoren nicht unbekannt. Sascha Menge und Thorsten Anders bieten podcasts rund um das Horrorgenre an, die kostenlos zum Download auf ihrer Webseite zur Verfügung stehen. Ein Besuch der Trashothek lohnt sich!

Inhaltlich wird eine normale Story erzählt, wie man es gewohnt ist, allerdings mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus. Das beschauliche Bottrop als Location zu wählen mag vielleicht mit dem Weekend of Horrors zusammenhängen, Trashothek trifft es mit: "Bottrop ist das deutsche Mekka der Horrorfilmfans" ja bereits sehr gut. Der MoviePark in Kirchhellen ist für seine Halloween-Aktionen nicht weniger bekannt.
Wer mit Begriffen und Örtlichkeiten wie Tetraeder, Malakowturm, Prosper und Saalbau etwas anfangen kann, hat seinen Spaß am Horror vor der Haustür. Wem Bottrop und das Ruhrgebiet fremd sind, dem entgeht aber kein Spaß, denn die Geschichte funktioniert auch ohne Vorkenntnisse. Gemetzel, Splatter und Sex ziehen seit jeher, egal an welchem Ort. Hinzukommen viele Anspielungen und Seitenhiebe auf alte Hörspiele und Produktionen - schön gemacht.

Generell darf an dieses Hörspiel kein großer Anspruch gestellt werden. Die Produktion ist eine semiprofessionelle Arbeit und das hört und merkt der Hörer in jeder Szene. Die Handlung hat - typisch Trash - ihre Lücken in der Logik und auch bei der technischen Umsetzung ist das Amateurhafte präsent. Sounds und Effekte sind nicht immer sauber eingearbeitet und eingemischt, und erscheinen mal zu laut, zu leise oder einfach nur falsch. Diese Schwankungen ziehen sich auch durch die Besetzung bei den Sprechern. Thomas Nückel als Erzähler bietet eine sehr saubere und solide Arbeit und auch Katja Eggers und Stefan Margenfeld ist die Erfahrung anzuhören. Gemischt mit einigen Amateuren ergibt sich im Gesamtbild jedoch noch immer eine vernünftige und hörenswerte Leistung.

Kurzum: "Blutige Zeche in Bottrop - Entscheidung am Tetraeder" ist ein Trash-Hörspiel, das durchaus mit seinen Reizen überzeugt. Trotz einiger Schwächen in Handlung und Umsetzung steht die Unterhaltung im Vordergrund, die gerade durch die Vielzahl an Anspielungen und Persiflagen auf die alten, typischen Werke Spaß macht.


Nicolas Gehling



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 29. Januar 2012 | Laufzeit: 60 Minuten | Preis: 7,99 Euro | Sprache: Deutsch

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