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 Die Reise der Dinosaurier - Flucht aus dem Eis

Regisseure: Matthew Thompson
Verlag: Polyband

Cover
Gesamt ++++-
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Wer sich die heutige Tierwelt an den Polen unserer Erde anschaut, trifft im Sommer auf viele wandernde Tierarten, die teils den halben Globus überqueren, um sich in den eisigen Meeren der Arktis und Antarktis satt zu fressen. Vor 70 Millionen Jahren, zur Zeit der Dinosaurier, war dies nicht anders - auch damals schon lebten viele der Giganten im Sommer in der Arktis, die mit ihrem reichhaltigen Nahrungsangebot lockte. Im Winter jedoch wurde der Nordpol zur tödlichen Falle und zahlreiche Tiere machten sich auf einen langen und beschwerlichen Weg gen Süden. Die Dokumentation "Die Reise der Dinosaurier - Flucht aus dem Eis" zeigt eine solch beispielhafte Wanderung.

Die Dokumentation beginnt im Spätsommer. Nach und nach werden die verschiedenen Dinosaurier-Arten vorgestellt - sowohl Pflanzen- als auch Fleischfresser sowie neben denjenigen, die die lange Reise antreten, auch solche, die den Winter in der eisigen, ewig erscheinenden Nacht des Nordpols ausharren. Während des Animationsfilms begleitet der Zuschauer vor allem zwei Jungtiere, die im Frühjahr des gleichen Jahres das Licht der Welt erblickt haben: Der junge Edmontosaurus mit dem Namen Scar wandert das erste Mal gemeinsam mit seiner Herde gen Süden. Daneben wird immer wieder ein Blick auf ein junges Troodon-Männchen, einen Fleischfresser, geworfen, für das es in seinem ersten Winter am eiskalten Nordpol um Leben und Tod geht.



Der Film ist eine Mischung aus wissenschaftlich korrekten Fakten und einer fiktiven Geschichte, in der die Hauptakteure Namen erhalten haben und der eine oder andere Schockmoment eingebaut ist - vor allem, wenn es darum geht, die Gefahren der urzeitlichen Welt zu zeigen. Doch die Produzenten schaffen es hervorragend, eine packende Geschichte zu erzählen und zeitgleich die wissenschaftlichen Fakten geschickt darin zu vermitteln: Der Zuschauer wird nicht aus der Geschichte gerissen und kann dennoch problemlos zwischen Fiktion und Fakten unterscheiden.

Durch die weite Wanderung quer über den urzeitlichen Kontinent Pangäa lernt der Zuschauer nicht nur die Sommer- und Winterbewohner des Nordpols kennen, sondern auch andere Dinosaurier, die sich in südlicheren Regionen angesiedelt haben. Für den einen oder anderen mag die herzzerreißende, fast schon freundschaftliche Beziehung zwischen dem Alttier mit Hirntumor und dem kraftlosen Jungtier Scar ein wenig zu viel Drama für eine Dokumentation sein, doch das ist absolute Geschmackssache. Zusätzlich zu den Dinosauriern erhält der Dino-Begeisterte auch einen Einblick in die feindliche Natur der urzeitlichen Erde - mit Vulkanausbrücken, Schneestürmen und anderen Naturgewalten.

Produziert wurde der Film im Jahr 2010 und ist damit auf aktuellem Stand der Wissenschaft, genauso wie der Technik: Die Animationen sind sehr gelungen, die Bewegungen entsprechen den aktuellen Annahmen der Paläontologie und überzeugen mit vielen Details. Mehr über die wissenschaftlichen Fakten erfährt der Zuschauer darüber hinaus im ausführlichen Bonusmaterial: Neben einem Making-Of gibt es auch ein Storyboard und einen Audiokommentar zu entdecken.

Fazit:
Eine schöne Dokumentation, die auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Paläontologie eine packende und mitreißende Geschichte erzählt. Tolle Animationen, ein professioneller Erzähler und stimmige Hintergrundmusik runden das Bild ab.

Katja Riegler



DVD | Erschienen: 13. April 2012 | FSK: 6 | Laufzeit: 85 Minuten | Preis: 13,99 Euro | Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch

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