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 Das Ältere Zeichen


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Spielregel
Strategie
Das cthulhuide Grauen droht über das Museum von Arkham hereinzubrechen. Es scheint kein Zufall zu sein, dass dort die merkwürdigsten Kuriositäten und die gefährlichsten Artefakte aufbewahrt werden, die man sich vorstellen kann, denn genau die sind es jetzt, die die Großen Alten nutzen, um den Weg in diese Welt zu finden. Doch bevor sie sich Arkham Untertan machen können, schicken sie Horden von Monstern, die das Museum unsicher machen.

Die Spieler von "Das Ältere Zeichen" schlüpfen in die Rolle von Ermittlern, die verhindern sollen, dass unaussprechlich schreckliche Monster aus der literarischen Welt von H. P. Lovecraft ihnen den Garaus machen. Das Grundprinzip des Spiels erinnert an das klassische Kniffel, dieser Vergleich reicht aber nur, um eine Grundidee zu vermitteln. Der Mechanismus ist deutlich komplizierter, für erfahrene Spieler dennoch schnell zu durchschauen.

Es handelt sich hier um ein kooperatives Spiel, das von einem bis zu acht Spielern gespielt werden kann. Jeder schlüpft in die Rolle eines Ermittlers mit besonderen Fähigkeiten. In der Mitte des Spielfelds sind mindestens sechs Karten mit Würfelaufgaben ausgelegt, die erfüllt werden müssen. Eine Karte entspricht einem Abenteuer, darauf befinden sich mehrere Aufgaben. Es müssen alle Aufgaben erfüllt werden, um ein Abenteuer zu bestehen.

Aufgaben bestehen aus einer bestimmten Anzahl von Symbolen, wie sie auf den Würfeln zu sehen sind. Diese gilt es zu erwürfeln. Normalerweise steht einem Spieler dafür genau ein Wurf mit sechs Würfeln zu; durch Sonderfähigkeiten, Extras, besondere Marker und Karten kann das natürlich modifiziert und ausgeweitet werden. Die besondere Schwierigkeit besteht darin, dass es pro Karte mehrere Ausgaben sind und es deswegen immer schwieriger wird. Denn Würfel für eine erfüllte Aufgabe müssen beiseitegelegt werden und stehen anschließend nicht mehr zur Verfügung.

Zu Beginn seines Zuges bekommt der jeweilige Spieler sechs grüne Standardwürfel, mit speziellen Karten kann er einen oder zwei weitere Würfel ins Spiel holen. Außerdem gibt es sogenannte "Ermittlermarker". Wird einer davon eingesetzt, dürfen beliebig viele Würfel erneut geworfen werden. Jeder Charakter geht mit einem kleinen "Startkapitel" ins Spiel, die solche Extras beinhalten können. Weitere können dazukommen, wenn Abenteuer bestanden werden. Auf einer Abenteuerkarte gibt es immer Sanktionen und Belohnungen. Scheitert ein Spieler, brechen die Sanktionen über ihn herein, löst er das Abenteuer, wird er belohnt.

Die größte Belohnung, die ins Spiel kommt, sind die "Älteren Zeichen". Es wird eine bestimmte Anzahl davon benötigt, um den Großen Alten zu bannen, der der Endgegner der jeweiligen Partie ist, und so das Spiel zu gewinnen. Parallel dazu kommen mit zuverlässiger Regelmäßigkeit Verderbenmarker auf die Monsterkarte des Großen Alten, die anzeigen, wie weit er sich bereits vorgekämpft hat. Ist die Leiste mit diesen Markern voll, haben die Spieler verloren, sie werden also alles daran setzen, so schnell wie möglich so viele Ältere Zeichen wie möglich zu sammeln.

Jeder Charakter hat einen festen Wert für seine geistige Gesundheit und seine Ausdauer. Im Laufe des Spiels wird er immer wieder einiges davon verlieren. Am Eingang des Museums gibt es jedoch die Möglichkeit, beides wieder herzustellen - gegen Bezahlung, versteht sich. Die besteht aus Trophäen, welche zum Beispiel gewonnen werden, wenn ein Abenteuer bestanden ist. Eine weitere Möglichkeit ist das Besiegen von Monstern. Monster sind quasi ebensolche Aufgaben, wie man sie von den Abenteuerkarten bereits kennt, und werden auf ebendiesen zusätzlich ausgelegt, um es noch schwieriger zu machen. Monster können allerdings unabhängig vom kompletten Abenteuer besiegt werden.

Nach jedem Zug eines Spielers wird es drei Stunden später, was auf der beiliegenden Uhr angezeigt wird. Dass alle Aktionen eines Charakters für diese Runde beendet sind, zeigt er immer durch das Vorstellen der Uhr an. Das heißt, dass die Uhr alle vier Spielzüge auf Mitternacht steht und das wiederum löst schlimme Geschehnisse aus - es wird eine sogenannte Mythoskarte gezogen. Diese enthält eine Anweisung für sofort und eine weitere, die das nächste Mal eintritt, wenn es Mitternacht schlägt.

"Das Ältere Zeichen" ist eine wunderbare Mischung aus Taktik, Glück und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Ständig wird am Tisch überlegt, wie wahrscheinlich es ist, dass dieser oder jener Wurf gelingt oder wie hoch die Chancen sind zu versagen. Es wird überlegt, welche Sonderfähigkeiten wann am besten eingesetzt werden und diskutiert, ob eine Sonderfähigkeit möglichst früh genutzt oder für später aufgespart werden sollte. Letztendlich entscheidet dann aber doch das Würfelglück.
Das Spiel ist alleine spielbar oder mit bis zu acht Personen im Team. Interaktion gibt es kaum, trotzdem entsteht durch die Planungen ein großes Miteinander. Das ist jedoch bei mehr als drei Spielern eher hinderlich. Vier können sich gerade noch so einigen, danach gibt es ein großes Tohuwabohu am Tisch. Ohne die Planungen kommt das Team aber auch nicht gut aus, da die einzelnen Züge am besten gut miteinander abgestimmt werden. Am besten funktioniert "Das Ältere Zeichen" deswegen ganz klar mit zwei oder drei Spielern. Dann ist jeder auch so oft dran, dass es nicht langweilig wird.

Die Gestaltung des Spielmaterials ist großartig, die Illustrationen sind extrem hochwertig. Einzig die Spielbarkeit leidet durch zu kleine Abbildungen und viel zu kleine Schriften. Besonders lästig ist dabei, dass viele Texte in einer Schrift abgedruckt sind, die mit Sicherheit ein passendes Design hat, aber leider nur schwer zu entziffern ist. Wenn es nur der Stimmung dient, was auf einer Karte zu lesen ist, kann darüber hinweggesehen werden, wichtige Informationen, zum Beispiel besondere Effekte eines Abenteuers, die regelmäßig um Mitternacht ausgelöst werden, hätten jedoch deutlich besser lesbar und größer hervorgehoben werden sollen.

Für diese kleinen Wermutstropfen gibt es insgesamt einen Punkt Abzug, insgesamt ist "Das Ältere Zeichen" trotzdem sehr gelungen. Es macht Spaß sich in der Rolle eines Ermittlers durch das Museum zu bewegen und immer wieder neu zu planen, welche Aufgaben wie und von wem am besten erfüllt werden können. Ein wenig Sinn für die Cthulhu-Welt von H. P. Lovecraft sollte allerdings vorhanden sein, ansonsten dürfte das Spiel trotz guter Mechanismen ein wenig befremdlich wirken.

Bine Endruteit



Brettspiel | Erschienen: 1. November 2012 | Originaltitel: Elder Sign | Preis: 21,98 Euro | für 1 - 8 Spieler | Sprache: Deutsch

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