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 Wildes Japan


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Gesamt +----
Action
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Aufmachung
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Bildqualität
Brutalität
Extras
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Japan ist ein Land voller Gegensätze und bietet eine Vielzahl an versteckten Naturschönheiten. Das Inselreich liegt auf einem Hotspot vulkanischer Aktivität, wodurch das Land von den Feuerspeiern beherrscht wird. Im Norden reichen die Inseln bis in die Höhe von Sibirien und die Natur- und Tierwelt muss mit ebensolchen Temperaturen zurechtkommen wie der Nachbar Russland. Im Süden der Inseln herrscht ein subtropisches Klima und den Besucher erwarten Regenwälder, türkisblaues Wasser, weiße Sandstrände und angenehme Temperaturen. Die Dokumentation "Wildes Japan" möchte die wilde Seite des Landes zeigen, das vor allem für seine von Menschen gestaltete Kultur weltbekannt ist.

Die zweiteilige Dokumentation umfasst insgesamt neunzig Minuten. Dabei reist der Zuschauer grob vom eisigen Norden bis in den subtropischen Süden. Neben der vorherrschenden Natur- und Tierwelt wird auch immer wieder ein Blick auf die japanische Kultur geworfen. Auch die jahreszeitlichen Veränderungen werden dokumentiert.

Schneeaffen, Kraniche und viele andere Tiere, die für den westlichen Zuschauer meist fremd sind, sind absolut beeindruckend und verdienen es, in einer schönen Dokumentation den Zuschauern näher gebracht zu werden, genauso wie die vielseitige Natur des weit entfernten Inselreiches. Doch leider weiß die Dokumentation "Wildes Japan" nicht wirklich zu überzeugen. Um es auf norddeutsch zu sagen: Es ist nicht Fisch und nicht Fleisch!

Wenn es um das wilde Japan geht, erwartet der Zuschauer auch, dass dem Titel Respekt gezollt wird. Natürlich gibt es viele Tier- und Naturaufnahmen, aber es wird auch ständig die japanische menschliche Kultur eingeblendet, es werden Städte gezeigt, Reisanbau wird thematisiert, Urlauber im Süden oder auch die Fischerei im Norden. Was hat das bitteschön mit einem wilden Japan zu tun? Mal davon ab, dass es sehr oberflächlich gezeigt wird - alles ist schön, alles ist bunt, alle Menschen sind glücklich. Kaum ein Wort über das, was die Menschen ihrer Natur antun und welchen Schaden sie anrichten.

Die Aufnahmen sind okay, aber leider auch nicht spektakulär. Bei der Schneeballschlacht nach Art der Schneeaffen ringt die Dokumentation dem Zuschauer ein Schmunzeln ab und auch die seltenen Aufnahmen der Kraniche sind beeindruckend, aber viel zu oft handelt es sich um Standard-Aufnahmen und Filmmaterial, das man gefühlt schon tausend Mal gesehen hat. Wie bei einer Postkarte vom letzten Strandurlaub, die eine Luftaufnahme vom Strand zeigt - es fehlt das Besondere.

Einen Vorteil hat das Fehlen jeglicher Besonderheit jedoch: Es passt zur Hintergrundmusik, die durchaus einem Fahrstuhl angemessen gewesen wäre. So eignet sich die Dokumentation als wunderbares Heilmittel für Menschen mit Schlafproblemen. Einschläfernd, nichts Besonderes und einige Ausbrüche nach oben und nach unten. Wer es sich zum Ziel gesetzt hat, alles über Japan zu sammeln, der kommt um diese Dokumentation nicht drumherum - allen anderen ist sie jedoch nicht zu empfehlen.

Katja Riegler



Blu-ray Disc | EAN: 4006448360740 | Erschienen: 27. Januar 2012 | FSK: 0 | Laufzeit: 90 Minuten | Preis: 16,99 Euro | Sprache: Deutsch

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