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 Meine ersten Spiele: Fische angeln


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spielregel
Welches Kind liebt es nicht? "Fische angeln" ist wohl einer der Klassiker unter den Kinderspielen und in zahlreichen Variationen erhältlich. Von Haba ist nun in der Reihe "Meine ersten Spiele" eine Variante für Kinder ab zwei Jahren erschienen.

Im Spielzubehör enthalten sind das Meer (die von innen wie außen bedruckte Spielschachtel), sechs magnetische Meeresbewohner aus Holz, eine Holzangel mit magnetischem Wurm, ein großer Farbwürfel, vier Sammeltafeln aus Pappe mit Kärtchen zum Herausnehmen sowie eine Spielanleitung.



Zur Spielvorbereitung wird das Meer (der Schachtelboden) in die Tischmitte gestellt, anschließend werden die Meeresbewohner hineingelegt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Tiere mit der bedruckten Seite nach oben in die Schachtel gelegt werden, da der Magnet nur einseitig angebracht ist. Jeder Mitspieler erhält eine Sammeltafel, in die sich fünf Pappkärtchen in Spielzeugform einsetzen lassen. Die Kärtchen werden neben der jeweiligen Tafel abgelegt und kommen während des Spiels zum Einsatz. Nun heißt es nur noch Würfel und Angel bereit zu halten, denn schon kann es losgehen.

Ziel des Spiels ist es, als erster alle Kärtchen in die eigene Sammeltafel einzusetzen.
Dazu wird reihum gewürfelt und versucht, einen Fisch in der jeweils angezeigten Würfelfarbe zu fangen. Gelingt dies, so darf das gleichfarbige Spielzeugkärtchen in die Sammeltafel eingefügt werden. Wird ein anderer Fisch gefangen oder ist das Feld der Sammeltafel bereits belegt, so findet kein Spielzug statt, und das nächste Kind ist an der Reihe. Die Fische werden am Ende jedes Spielzugs wieder in das Meer zurückgelegt und Angel und Würfel an das nächste Kind weitergegeben. Das Spiel gewinnt, wer als erstes alle Kärtchen in seiner Sammeltafel ablegen konnte.

Die Spielidee an sich ist toll, wenn auch nicht neu, und begeistert Groß und Klein schon seit Generationen. Und so ist die schöne Ausführung von Haba auf jeden Fall eine genauere Betrachtung wert. Auf den ersten Blick scheint dabei alles zu stimmen. Das Design ist sehr freundlich und spricht Kinder unmittelbar an, die Meeresbewohner aus Holz sind von angenehmer Größe und liegen Kindern gut in der Hand und die Angel hat sogar einen "echten" Wurm am Haken, mit welchem sich hervorragend angeln lässt.

Das erste Stirnrunzeln stellt sich allerdings bei den enthaltenen Sammeltafeln ein. Vor dem ersten Spiel müssen aus diesen noch die einzelnen Spielzeugkärtchen herausgebrochen werden. So weit, so gut. Wer aber nun die ausgestanzten Spielzeugteile dem Spiel zuordnet und die restliche Tafel dem Altpapier, sieht sich bald eines besseren belehrt. Was in anderen Spielen lediglich zur Fixierung der Einzelteile bis zur ersten Benutzung dient und anschließend entsorgt werden kann, wird hier direkt ins Spiel eingebaut und als Sammeltafeln benutzt.



An sich wäre dieser Idee nichts entgegenzusetzen, aber diese Art der Ausführung für ein Spiel für Kinder ab zwei Jahren lässt doch deutlich zu wünschen übrig. Dabei gibt es gleich mehrere Kritikpunkte. Der erste besteht darin, dass die Sammeltafel nicht mehr als die ausgestanzten Löcher in einem Rahmen enthält. Die Umrisse der einzulegenden Kärtchen sind sehr undefiniert und lassen rein der Form nach keinen Rückschluss über das richtige Kärtchen zu. So ist beispielsweise weder die Gießkanne als Gießkanne noch die Schaufel als Schaufel zu erkennen. Dies macht ein Zuordnen der Kärtchen in die richtigen Felder sehr schwierig, am ehesten werden die richtigen Stellen von den Kindern einfach auswendig gelernt. Dazu kommt, dass die Tafeln über keinen Boden verfügen und es sich für Kinder ab zwei Jahren als sehr schwierig gestaltet, die Kärtchen in der exakt richtigen Position in die engen Ausstanzungen zu setzen. Weshalb hier nicht auf die in anderen Haba-Lege-Spielen so schönen Ausführungen zurückgegriffen wurde, bleibt leider nicht ersichtlich.

Bedauerlicherweise kann auch die Ausführung der Meeresbewohner nur als mäßig gelungen beurteilt werden. Das Design ist, wie bisher bei allen besprochenen Haba-Spielen, gewohnt schön und sehr ansprechend. Die Ausführung ist in diesem Fall jedoch nicht ganz so zufriedenstellend. Wie bei vielen Haba-Spielen sind auch hier die Spielfiguren (Meeresbewohner) lediglich einseitig bedruckt. Dies wäre nicht allzu schlimm, wenn es auch nicht allzu schön ist, allerdings wurden auch die Magnete nur einseitig eingesetzt. Das führt dazu, dass sich alle Meerestiere immer mit der richtigen, sprich magnetischen, Seite nach oben im Spielkarton befinden müssen, andernfalls können sie nicht geangelt werden. Für kleine Kinder wird das schnell zur Geduldsprobe, denn wenn das Spiel hervorgeholt wird, dann soll es auch losgehen können. Und auch nach jedem Spielzug muss erneut kontrolliert werden, ob sich die Fische wieder mit der richtigen Seite nach oben in der Schachtel befinden. Denn hat ein Kind einen Fisch geangelt, so darf dieser nicht behalten werden, sondern muss wieder ins Meer zurückgelegt werden.

Generell scheint die Spielidee eher an ältere Kinder gerichtet zu sein. Für Kinder ab zwei Jahren erfordern die Spielregeln doch sehr komplexe Vorgänge, die einzuhalten sind. So darf nicht irgendein beliebiger Fisch geangelt werden, sondern dieser muss der zuvor gewürfelten Farbe entsprechen. Anschließend muss das dazu passende Spielzeugkärtchen herausgesucht werden, das es dann noch an der richtigen Stelle in die Sammelkarte einzusetzen gilt. Hinzu kommt, dass der Spielablauf bei weniger Würfelglück schnell Unmutsgefühle respektive Langeweile aufkommen lässt. Eine Spielhandlung findet nämlich nur dann statt, wenn der geangelte Fisch der Würfelfarbe entspricht und dazu auch noch das dazugehörige Kärtchen frei ist. Wurde das Kärtchen bereits eingesetzt oder wird ein anders farbiger Fisch gefangen, so darf in dieser Runde kein Spielzug stattfinden und der nächste Spieler ist an der Reihe. Gerade für Kleinkinder, an die sich dieses Spiel vorrangig richtet, sind solche Spielregeln eher kontraproduktiv und führen dazu, dass schnell die Lust am Regelspiel verloren geht.

Fazit: In seiner Aufmachung ist das Spiel sehr schön und begeistert durch ansprechendes Design und die angenehme Haptik der Meeresbewohner, auch wenn die Sammeltafeln hierbei nicht punkten können. Die Ausführung des Spiels überzeugt leider weniger und für Kinder ab zwei Jahren wird das Spiel schnell zur Geduldsprobe: Fische, die sich nicht angeln lassen, weil sie nicht mit der richtigen Seite nach oben zeigen, Sammeltafeln, in die sich die Kärtchen nur schwer einfügen lassen, und Spielregeln, die wenig Raum für Spielspaß lassen, weil oft ausgesetzt werden muss. Dies sind keine Punkte, die für ein Spiel sprechen, das Kinder an erste Regelspiele heranführen will. Für freies Spielen oder mit abgewandelten Spielregeln ist das Spiel ganz schön, aber insgesamt überzeugt es als Spiel der Reihe "Meine ersten Spiele" bedauerlicherweise nicht.

Die ausführliche Spielanleitung sowie die Spielregeln in aller Kürze lassen sich auf der Haba-Produktseite nachlesen.

Laura Wasiluk



Brettspiel | Erschienen: 21. Januar 2012 | Preis: 19,95 Euro | für 1 - 4 Spieler | Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch, Italienisch

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