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 Meine ersten Spiele: Wo ist mein Futter?

Serie: Meine ersten Spiele
Autoren: Helene Schüpper
Illustratoren: Anna Lena Räckers
Verlag: Haba

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spielregel
Tiere füttern ist ein sehr beliebtes Thema bei Kinderspielen und wird immer wieder gerne für eine neue Spielvariation verwendet. In der Reihe "Meine ersten Spiele" hält auch Haba ein Kinderspiel bereit, das dieses Motiv zum Thema hat. "Wo ist mein Futter?" lautet der Titel des kooperativen Sammelspiels für ein bis drei Kinder ab zwei Jahren.

Der Spielinhalt besteht aus einem Spielplan, auf welchem sich ein Bauernhof aus Karton aufstellen lässt, drei bedruckten Tierfiguren aus Holz (Kuh, Schaf und Schwein), Futter- und Strohhaufen-Plättchen, einem Würfel sowie der Spielanleitung.
Als Spielidee wird die Geschichte von Bauer Tim erzählt, der den ganzen Tag verträumt hat anstelle die Futterkörbe in den Stall zu bringen. So müssen die Tiere dies nun selbst besorgen und sich auf den Weg machen, um ihr Futter einzusammeln.

Zur Spielvorbereitung wird der Stall in der Mitte des Spielplans aufgestellt. Anschließend werden die Tiere auf dem Spielplan platziert und Futterkörbe und Strohhaufen ausgelegt. Dann kann es losgehen. Jeder Spieler entscheidet sich für ein Tier. Durch Würfeln werden die Tiere auf dem Spielplan von Farbfeld zu Farbfeld vorwärtsbewegt. Gelangen sie auf ein Weide- oder Seefeld, dürfen sie sich ihren Futterkorb nehmen und diesen mit den folgenden Spielzügen zum Stall bringen. Anschließend machen sie sich auf zur nächsten Futterstelle. Hat ein Tier alle Futterkörbe eingesammelt, darf es im Stall bleiben und auf die anderen warten. Der Spieler dieses Tiers hilft nun den anderen Mitspielern, die Futterkörbe derer Tiere einzusammeln und die restlichen Tiere ebenfalls zum Stall zu bringen. Wird beim Würfeln keine Farbe, sondern ein Mond gewürfelt, so wird es langsam auf dem Bauernhof dunkel und es muss eines der Strohhaufenkärtchen umgedreht werden.

Ziel des Spiels ist es, dass alle Tiere ihre Futterkörbe eingesammelt und in den Stall gebracht haben, bevor der letzte Strohhaufen umgedreht wurde und die Nacht hereinbricht. Hierbei ist vor allem das Würfelglück entscheidend, das darüber bestimmt, welche Aktion ausgeführt werden darf. Eine Wettbewerbsvariante ergänzt die Spielanleitung um eine zusätzliche Spielmöglichkeit.



Spiele, in welchen es um das Füttern von Tieren geht, stehen bei Kindern immer hoch im Kurs. Das Spiel von Haba überzeugt hier mit seiner ansprechenden Gestaltung und dem schönen Design des Spielmaterials. Die Illustrationen wirken sehr freundlich und besonders der Stall, der auf dem Spielfeld aufgestellt werden kann, so dass die Tiere richtig hineingehen können, begeistert. Allerdings stellt sich hier für Kinder die erste Hürde ein. Der Stall lässt sich mittels kleiner Nasen in Bodenaussparungen auf dem Spielplan stellen. Leider hält dies nur, solange nicht an den Stall gestoßen wird, und spätestens beim Einbringen der Futterkörbe rutscht der Stall das erste Mal aus den Aussparungen heraus und klappt sich ein Stückweit wieder auf. Auch der Stall an sich ist für Kinder ab zwei Jahren nur bedingt allein benutzbar, da beim Auf- und Abbauen darauf geachtet werden muss, den Stall in die richtige Richtung zu falten, ansonsten nimmt die Spielfreude schnell ein jähes Ende.



Die Spielfiguren sind bei diesem Spiel beidseitig bedruckt, so dass sie auch dazu einladen, gemeinsam mit dem Stall zum freien Spiel benutzt zu werden. Über die Spielidee, die in der Anleitung beschrieben wird, lässt sich allerdings streiten. Die Vorstellung, dass der Bauer den ganzen Tag verträumt hat, anstelle die Futterkörbe in den Stall zu bringen, und die Tiere dies nun selbst tun müssen, scheint doch etwas weit her geholt. Dies ist nicht unbedingt aus der Erlebniswelt des kleinen Kindes gegriffen, in welcher Bauern unermüdlich auf ihren Feldern tätig sind und sich selbstverständlich sehr gut um ihre Tiere kümmern. Weshalb die Kinder dem Bauern nicht einfach bei seiner Arbeit helfen dürfen und die Tiere zu den Futterstellen führen dürfen, um mit diesen gemeinsam die Körbe einzubringen, wird nicht gerade ersichtlich. Weshalb einige der Futterkörbe im See eingesammelt werden müssen, bleibt ebenfalls dahingestellt, Kindern jedoch nicht verborgen und führt Spiel für Spiel immer wieder zu der gleichen unsäglichen Frage: "Warum stehen die Körbe im Wasser?", worauf alle Beteiligten gerne eine Antwort wüssten.

Die Spieldurchführung kann für jüngere Kinder noch etwas zu komplex sein, die Spielregeln lassen sich aber leicht etwas verändern, so dass der Schwierigkeitsgrad individuell angepasst werden kann. Zwar wird das Spiel als kooperatives Spiel mit einer zusätzlichen Wettbewerbsvariante beschrieben, tatsächlich ist jedoch bereits die kooperative Variante nicht wirklich kooperativ. Denn es dürfen nicht etwa alle Tiere von allen Kindern bewegt werden und alle versuchen, gemeinsam das Futter einzusammeln. Stattdessen kümmert sich jeder Spieler jeweils nur um ein bestimmtes Tier und bringt nur für dieses die Körbe in den Stall. Auch das Ende für den einzelnen Spieler gehört ganz eindeutig zu einem Wettbewerbsspiel: Hat ein Spieler alle Futterkörbe seines Tieres in den Stall gebracht und sein Tier dort abgestellt, so gibt es für diesen nichts weiter zu tun, alle seine Spielzüge sind abgeschlossen und er hat das Spiel konsequenter Weise damit gewonnen.

Die Spielregel, dass dieser Spieler nun den anderen Spielern helfen soll, die Futterkörbe derer Tiere einzusammeln und deren Tiere in den Stall zu bringen, macht aus diesem Spiel noch lange kein Kooperationsspiel. Im Gegenteil. Gerade für Kinder kann es äußerst frustrierend sein, wenn der Spieler, der bereits fertig ist, in den Spielablauf der verbleibenden zwei Spieler eingreift nun auch noch damit beginnt, deren Tiere in den Stall bringen zu wollen. Im schlimmsten Fall gewinnt dieser Spieler noch ein weiteres Mal mit dem Tier eines anderen Kindes und die Frustration der übrigen Mitspieler steigt dadurch noch weiter. Eine richtige kooperative Variante sieht deutlich anders aus.

Fazit: Eine schöne Spielidee mit ansprechendem Spielmaterial, aber leider nur mäßiger Umsetzung.

Die ausführliche Spielanleitung sowie die Spielregeln in aller Kürze lassen sich auf der Haba-Produktseite nachlesen.

Laura Wasiluk



Brettspiel | Erschienen: 14. August 2011 | Preis: 24,95 Euro | für 1 - 3 Spieler | Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch, Italienisch

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