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 Knochengrube

Mystery-Thriller

Autoren: Robert Masello
Übersetzer: Maria Poets
Verlag: Fischer

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Mitten in LA arbeitet Carter Cox an einer großen Ausgrabungsstelle. Unweit des Page-Museums befindet sich die sogenannte Pit 91: Ein mit natürlichem Asphalt gefülltes Loch, das eine wahre Fundgrube an prähistorischen Knochen bietet. Zusammen mit drei "Helfern" hat der Paläontologe bereits Knochen um Knochen ans Tageslicht gehoben. Jetzt treffen sie auf einen bedeutenden Fund ...

Beth Cox, Kunsthistorikerin am Getty-Museum, bekommt indes einen Auftrag, den sie zunächst nicht als außergewöhnlich ansieht. Als Mohammed al-Kallis Leibwächter Jakob aber ein überaus kunstvoll verziertes Buch aus seiner Transportkiste holt und es ihr übergibt, ist Beth bereits überwältigt. Einen solchen Einband, geschmückt mit wertvollen Edelsteinen und gefertigt aus reinem Elfenbein, der vermutlich viele Jahrhunderte überdauerte, hat sie noch nie gesehen - geschweige denn selbst in Händen gehalten. Sie übernimmt die Arbeit und sagt al-Kalli die Übersetzung dieses Familienschatzes zu. Ihrem Mann, Carter Cox, erzählt sie von dem eindrucksvollen Buch "Edens wilde Tiere" und dem ungewöhnlichen Mann al-Kalli.

Dass schon bald ihrer beider Leben sehr eng mit der wertvollen Bilderhandschrift und den abgebildeten Wesen verbunden sein werden, ahnen sie noch nicht ...

Laut Cover handelt es sich bei Robert Masellos "Knochengrube" um einen Mystery-Thriller. Ganz realistisch kann ein Roman, in dem "ungewöhnliche" Lebewesen eine Rolle spielen, natürlich nicht sein. Mit dem Begriff "Mystery" verbinden viele Leser aber vermutlich etwas anderes. Wer ein Abenteuer in der Tradition der "X-Files" oder "The Twilight Zone" erwartet, wird womöglich enttäuscht sein. Masello hat gründlich recherchiert und seine phantastische Story auf naturwissenschaftlichen und kulturhistorischen Fakten aufgebaut.
Ähnlichkeiten zu "Jurassic Park" sind nicht zufällig, der Autor spielt sogar mit Bezügen zu diesem "großen" Vorbild und hebt seine Geschichte genau dadurch deutlich von diesem ab. Masello erzählt seine ganz eigene Story, die über lange Zeit wesentlich ruhiger bleibt und erst zum Ende hin auf den letzten knapp hundert Seiten so richtig an Geschwindigkeit zunimmt.

"Knochengrube" enthält unterschiedliche Erzählstränge, die über den Verlauf des Romans immer weiter zusammengeführt werden. Beth und Carter Cox sind dabei die Figuren, mit denen der Leser am ehesten sympathisiert. Aber auch der Kriegsveteran Captain Greer, der ein armseliges Leben führt, nachdem er den Irak mit einem schwerverletzten Bein verließ, ist einen zweiten Blick wert. Auch wenn sein Verhalten ausreichend Stoff dafür bietet, um ihn in den nächsten Knast zu wünschen, zeigt er mit zunehmender Seitenzahl immer mehr Charakterzüge, die den Leser doch beeindrucken. Trotzdem hätten einige Seiten weniger Greer und dafür vielleicht etwas mehr Milliardär al-Kalli oder Beth und Carter Cox dem Buch gut getan.

Wer von einem Thriller erwartet, dass er schnell Geschwindigkeit aufnimmt, wird sich mit diesem Roman womöglich langweilen. Allen aber, die auch langsame Entwicklungen mögen und zudem einen Hang zur Paläontologe haben und phantastischen Plots gegenüber aufgeschlossen sind, wird "Knochengrube" gefallen.

Für die letzten hundert Seiten dann bitte gut anschnallen!

Auf der Website des Verlags kann in das Buch reingelesen werden: zur Leseprobe.

Sandra Wiegratz



Taschenbuch | Erschienen: 19. Juli 2012 | ISBN: 9783596188642 | Originaltitel: Bestiary | Preis: 9,99 Euro | 544 Seiten | Sprache: Deutsch

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