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 18 - Das tödliche Gebot

Autoren: Mark T. Sullivan
Übersetzer: Irmengard Gabler
Verlag: Fischer

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Brutalität
Spannung
Robin Monarch steht seit vielen Jahren im Dienst der Central Intelligence Agency (CIA) und gehört zu einem der talentiertesten Agenten im Feld. Wenn es einen Auftrag gibt, der besonders brisant ist, kommt Monarch zum Zug. Doch er hat die dramatischen Einsätze satt und plant seinen Ausstieg. Sein letzter großer Einsatz führt ihn in die Türkei, wo jedoch einiges schief läuft und er Einblick in sensible Daten erhält, die in ihm die Überzeugung reifen lassen, dass sein Arbeitgeber ein doppeltes Spiel spielt. Er lässt sein Team im Stich und gerät auf die Abschussliste der CIA. Eigentlich könnte der ehemalige Agent nun seine Freiheit genießen, doch Monarch hat die Rechnung ohne das organisierte Verbrechen gemacht und sitzt schneller zwischen den Stühlen als ihm lieb ist. Zu allem Überfluss muss sich Robin auch noch seiner Vergangenheit in Buenos Aires stellen ...

Mark T. Sullivan liefert mit "18 - Das tödliche Gebot" einen Thriller ab, der den Leser zunächst in seinen Bann zieht und sehr gefällig bekannte Thrillerelemente vereint. Doch im Laufe der Handlung mutiert der Protagonist zu einem zweiten Jason Bourne und wird vom Autor von einer brenzligen Situation in die nächste gehetzt. Egal wie ausweglos der Schlamassel sein mag: Monarch bekommt allerhöchstens ein paar Schürfwunden. Die Charakterzeichnung wird zunehmend unglaubwürdiger und auch die Handlung ist zum Ende des 464 Seiten umfassenden Romans nur noch eine beliebige Aufeinanderfolge von abgedroschenen Klischees. Hier wird nichts ausgespart: Der Waisenjunge, der zu Geld gekommen ist und sein Vermögen in seinem alten Viertel in die Jugendhilfe investiert, organisierte Ostblock-Kriminalität mit Weltmachtfantasien und natürlich jede Menge sehr gut aussehende Frauen, die nichts lieber täten, als den charmanten Lebemann an sich zu binden.

Obwohl die Handlung durchaus temporeich erzählt wird, gelingt es dem Autor nicht Spannung aufkommen zu lassen. Zu glatt wirkt der Protagonist, zu austauschbar und blass sind die anderen Charaktere. Die Geschichte ist dann auch nichts weiter als eine ideenlose Aufeinanderfolge von Szenen, die jedem Actionfilm zur Ehre gereichen würden.

Sprachlich liefert der Autor leichte Kost. Die kurzen Kapitel und die kinoähnlichen Cliffhanger machen das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre. Man merkt, dass Sullivan ein Routinier ist, der seine schwache Geschichte trotz allem gekonnt erzählt. Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung rund um den ehemaligen CIA-Agenten Monarch einer der schwächeren Romane des Autors ist, der seit seinem Thriller "Toxic" eine große Fangemeinde hat.

Fazit: Nach einem starken Auftakt folgt leider nur noch mittelmäßige Thrillerkost, die nicht im Ansatz überzeugen kann. Hoffentlich besinnt sich der Autor auf seine Stärken und liefert zukünftig wieder lesenswertere Thriller. Beim vorliegenden Buch wurde viel Potenzial verschenkt. Was bleibt ist ein Thriller, der nicht überzeugen kann.

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagsseite.

Ralf Strohbach



| Erschienen: 19. Juli 2012 | Originaltitel: Brotherhood of Thieves | Preis: 9,99 Euro

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