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 Pia Karlssons schlimmster Sommer

Autoren: Elin Lindell
Illustratoren: Elin Lindell
Übersetzer: Iris Schubert
Verlag: Kosmos

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Pia Karlsson ist schlecht gelaunt. Gerade haben die Sommerferien begonnen, aber anstatt wie ihre Freundinnen einen tollen Urlaub vor sich zu haben, soll sie zu ihrer Oma aufs Land fahren. Das wäre eigentlich keine schlechte Sache, aber seitdem Opa nicht mehr da ist, ist Oma immerzu traurig und sagt Regenwetter voraus. Keine tollen Voraussetzungen für schöne Sommerferien findet Pia, und so steigt sie am Bahnhof missmutig aus um ihre Oma zu treffen, in Erwartung der schlimmsten Sommerferien ihres neunjährigen Lebens.
Was Pia dann allerdings tatsächlich erwartet, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt: Eine völlig verwandelte Oma und einen Platz im Beiwagen. Denn ihre Oma hat beschlossen, in diesem Sommer ihrem Herzen zu folgen und nur noch lauter verrückte Sachen zu tun, sie sei schließlich lange genug traurig gewesen. Dazu gehört als Erstes eine Motorradreise quer durchs Land bis in die Gegend der Dalapferde. Klar, dass bei einer solchen Reise die turbulentesten Abenteuer geschehen werden. Zuviel soll nicht verraten werden, aber eine ausgestopfte Maus, eine gefährliche Motorradbande, eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und ein schützendes Baumhaus werden eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen, bevor Pia und ihre Oma an ihrem Ziel ankommen werden. Und wie nebenbei geht es in der Geschichte auch noch ganz unaufgeregt darum, wie Pia und ihre Oma sich mit dem Verlust des geliebten Opas auseinandersetzen.

"Pia Karlssons schlimmster Sommer" aus dem Kosmos Verlag ist ein Kinderbuch der schwedischen Autorin Elin Lindell. Darin gelingt es der Autorin auf sehr ansprechende Weise, zwei sehr gegensätzliche Themen zu verbinden. Da ist zum einen die verrückte Reise von Pia und ihrer Oma, die mit einem Motorrad quer durch Schweden fahren, und die aberwitzigsten Dinge erleben. Zum anderen ist da der Tod des geliebten Opas, der alles verändert hat und mit dem sich die beiden Protagonisten auf ihrer Reise immer wieder auseinandersetzen.
Dabei rutscht das Buch aber nicht in kitschige Erzählmuster ab, sondern nimmt Pia und ihre Oma ernst, so, wie sie sind. Dazu gehört die etwas flapsige Sprache der neunjährigen Pia, die den Geist der Leserinnen und Leser sehr passend trifft, ebenso wie der offene Umgang mit dem Thema Tod. Für Erwachsene klar ersichtlich, hakt die Autorin hier einige 'Eckpunkte' ab, die sie Kindern besonders nahebringen möchte. Dabei greift sie gerade die in der Realität oft tabuisierten Themen heraus und lässt ihre Protagonisten damit umgehen. So geht es im Buch für Pia und ihre Oma nicht nur darum, mit der großen Traurigkeit umzugehen, die der Tod des Opas mit sich gebracht hat. Auch wird es Pias Oma erlaubt, wütend auf den Opa zu sein, der einfach gestorben ist, obwohl er doch versprochen hatte, immer da zu sein, oder gar einen neuen Partner zu finden und das eigene Leben nicht aufzugeben.

Auch wenn der Verlust des Opas die zentrale Rolle in der Geschichte einnimmt, wird dieser Verlust doch auf eine relativ leichte Weise thematisiert, so dass es für Kinder gut annehmbar bleibt und sie nicht mit diesem schwierigen Thema erschlagen werden. Vielmehr gelingt es der Autorin auf einfühlsame Weise, immer wieder kurze Passagen in die Handlung einzubauen, die sich mit den Gefühlen und Gedanken von Pia und ihrer Oma beschäftigen. So werden nach und nach einige zentrale 'Eckpunkte' abgearbeitet, die sich für Kinder verständlich präsentieren und ihnen ein klares Bild vermitteln, aber immer noch genügend in die Geschichte integriert sind, um nicht herauszustehen. Geprägt ist die Geschichte um Pia und ihre Oma von den aberwitzigen Situationen, die die beiden erleben und die beim Lesen einfach Spaß machen. Pia und ihre Oma sind dazu zwei überaus liebenswerte Protagonisten mit ihren ganz eigenen Macken, durch die sie sofort ins Herz geschlossen werden können, und auch die Beschreibung der übrigen Personen ist ausgezeichnet gelungen. Ebenso trägt die eingängige, charmante und etwas flapsige Sprache ihren Teil dazu bei, dass das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand gelegt wird.

Fazit: Ein frisches Kinderbuch, das ein großes Lesevergnügen für alle bietet, die Spaß an aberwitzigen Situationen und verrückten Begebenheiten haben. Dazu stimmen die leisen Passagen nachdenklich und können dazu anregen, über das Thema Tod ins Gespräch zu kommen.

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagsseite.

Laura Wasiluk



Hardcover | Erschienen: 6. Februar 2012 | ISBN: 978-3440130650 | Originaltitel: Iris Karlssons värsta sommar | Preis: 8,99 Euro | 112 Seiten | Sprache: Deutsch

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