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 Die verlorenen Spuren


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Laurels Mutter, seit einiger Zeit bereits demenzkrank, liegt im Sterben, und Laurel hätte so viele Fragen an sie. Denn über Jahrzehnte hinweg ist eine Jugenderinnerung aus dem Jahr 1961 für die mittlerweile erfolgreiche Schauspielerin Laurel immer präsent geblieben und bedrängt sie nun zunehmend. Laurel hat sich damals während einer Familienfeier in ihr Baumhaus zurückgezogen und beobachten müssen, wie ihre Mutter in Gegenwart ihres zweijährigen Bruders einen Fremden, der plötzlich auf dem Anwesen der Familie aufgetaucht war, erstach. Auf Laurel, die der Polizei gegenüber aussagte, hatte es wie Notwehr gewirkt, und so entging ihre Mutter einer Anklage. Doch der Vorfall belastet Laurel, die mittlerweile im Großmutteralter ist, nach wie vor und auch ihren Bruder, der nur eine vage, schattenhafte Erinnerung an etwas zutiefst Verstörendes hegt.
So spüren die Geschwister der Geschichte ihrer Mutter nach, zumal diese sich offensichtlich mitteilen möchte und in lichten Momenten Hilfestellungen gibt. Laurel und ihr Bruder werden zurückgeführt in Londoner Bombennächte der Vierzigerjahre und schließlich noch eine Dekade weiter in die Vergangenheit, nach Australien.
Allmählich setzt sich ein Puzzle zusammen, das aufzeigt, welch schreckliche Folgen ein einziger fataler Fehler, aus verletzter Eitelkeit begangen, für eine ganze Gruppe Menschen haben kann.

Als roter Faden des Romans dient die Handlung in der Gegenwart: Laurel und ihre Geschwister neben dem Jüngsten, dem Bruder, gibt es noch drei Schwestern, die jedoch Randfiguren bleiben holen die sterbende Mutter vom Pflegeheim zurück in das Landhaus, in dem sie aufgewachsen sind. Laurel und später auch ihr Bruder spüren in Bibliotheken und mittels im Haus aufbewahrter Erinnerungen der Geschichte ihrer Mutter nach.
Eingestreut sind zahlreiche Rückblenden, die unterschiedlich tief in die Vergangenheit eintauchen. Mitunter verwirren die schnellen Wechsel zwischen sehr verschiedenen Zeiten, Orten und Erzählperspektiven ein wenig; das mag in der Printausgabe weniger ausgeprägt sein als im Hörbuch, in dem man nicht ohne Weiteres "eben mal" zurückblättern kann. Manchmal wiederum werden Szenen und Einzelheiten unnötig ausgedehnt, so dass sich die Handlung etwas zieht. Dies sind jedoch die einzigen Kritikpunkte an der großartig konzipierten und umgesetzten Story mit exzellent ausgearbeiteten Charakteren, die authentisch wirken und dann doch die ein oder andere im Rückblick jedoch völlig nachvollziehbare Überraschung bereithalten. Auch die Handlung bietet gegen Ende noch einen fulminanten Höhepunkt, ehe sie etwas zäh schließt.
Mit Esther Schweins wurde für die Hörbuchfassung eine Sprecherin gewonnen, die so stark liest, dass die eher printaffine Rezensentin eine unbedingte Empfehlung für das Audiobook ausspricht. Schweins findet sich mitreißend und überzeugend in alle Rollen hinein, bringt durch geschickt eingestreute minimale Sprechpausen eine enorme Spannung in ihren Vortrag und überbrückt die erwähnten Längen so gut wie irgend möglich.
Das Audiobook besteht aus sechs CDs in einer Kunststoff-Box mit ausklappbaren Zwischenfächern sowie einem knappen, aber hinreichend informativen Booklet.
Eine gelungene Mischung aus Familienroman und Krimi in einer exzellenten Hörbuchfassung!

Eine Hörprobe wird auf der Verlagsseite zum Buch angeboten.

Regina Károlyi



CD | CD-Anzahl: 6 | Erschienen: 28. Januar 2013 | ISBN: 9783837115406 | Laufzeit: 448 Minuten | Originaltitel: The Secret Keeper | Preis: 19,99 Euro | Sprache: Deutsch

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