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 Der Nachtwandler

Autoren: Sebastian Fitzek
Verlag: Knaur

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Schon während seiner Jugendzeit litt Leon Nader an Schlafstörungen, die ihn Dinge tun ließen, an die er später keinerlei Erinnerungen hatte. Doch eine Therapie sorgte für Besserung und sogar für seine Heilung - angeblich.
Denn Leon hegt einen schlimmen Verdacht: Einmal mehr aus einem grauenhaften Albtraum befreit, erblickt er seine Frau Natalie schluchzend vor dem Kleiderschrank, ihre Sachen packend. Entsetzt sieht er in ihr zerschlagenes Gesicht und kann es nicht fassen. Noch in dieser Nacht und ohne eine Erklärung verlässt sie Leon; und bleibt verschwunden ...
Ist seine Schlafstörung zurückgekehrt und hat er etwa Natalie in dieser Phase attackiert? Er will es genau wissen und besorgt sich eine bewegungsaktive Kamera, die all sein Handeln während seiner Schlafphasen aufzeichnen soll. Doch was Leon auf der Aufzeichnung sieht, hätte er nie für möglich gehalten. Hinter seinem Kleiderschrank befindet sich eine geheime Tür, die in die Tiefe und Dunkelheit führt. Also rüstet sich Leon für einen Abstieg ins Ungewisse, doch was er findet, ist unvorstellbar und lässt ihn zunehmend an seinem Verstand zweifeln.

Man könnte sagen, Sebastian Fitzek ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Obwohl auch diese Handlung nicht ganz unblutig verläuft, entpuppt sich "Der Nachtwandler" endlich wieder als ein psychologischer Thriller, in dem sich nicht unzählige, detaillierte Beschreibungen eines sadistischen Vergewaltigers wiederfinden, wie in seinem letzten Werk "Abgeschnitten", das er zusammen mit Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner Michael Tsokos veröffentlicht hat.

Stattdessen spielt Fitzek wieder mit Schein und Realität, greift auf ein wenig erforschtes Leiden zurück, um dieses auszuschmücken und lässt seinen Protagonisten Leon an seinem Verstand zweifeln, der bald - genau wie der Leser - nicht mehr weiß, was real ist und was nicht. Unwillkürlich fragt sich der Leser wiederholt, was er in Leons Situation tun würde. Sich jemandem anvertrauen - wohlmöglich der Polizei - oder doch lieber der Sache allein auf den Grund gehen? Und vertrauen ist so eine Sache, wem kann Leon schon vertrauen, wenn er sich nicht einmal selbst vertraut? Ist seiner Frau Natalie etwas Schreckliches zugestoßen oder spielt sie tatsächlich nur ein Spiel mit ihm, wie sein bester Freund Sven behauptet? Ist dieser überhaupt sein Freund, sind wirklich alle Leute das, was sie vorgeben zu sein?

Jede Menge Fragen, die verunsichern - Fitzek ist wieder ein grandioses Verwirrspiel mit einer sehr interessanten Thematik gelungen, die vor allem Raum für das Irreale schafft! Mit geheimen Zugängen und einem unerforschten Labyrinth, die schon immer die Neugier des Menschen weckten, hat er einen spannenden Thriller geschrieben, den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Fazit: "Der Nachtwandler" spielt mit Täuschung und Realität, mit skrupellosen Machenschaften und impliziert überraschende Wendungen. Spannung und die Angst vor dem eigenen Ich sind damit garantiert.

Einen kurzen Trailer gibt es hier.

Sarah Mehring



Taschenbuch | Erschienen: 14. März 2013 | ISBN: 978-3426503744 | Preis: 9,99 Euro | 320 Seiten | Sprache: Deutsch

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