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 TKKG, Folge 181: Der vertauschte Koffer


Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Nach seinem Kurztrip in die Schweiz ist Klößchen auf dem Heimweg. Im Zugabteil leistet ihm die Witwe Elfriede Düsberg Gesellschaft und so vergeht die Zeit bis zur Ankunft in der Millionenstadt angenehm schnell. Nachdem seine Freunde Tim, Karl und Gaby ihn am Bahnhof abgeholt haben, erfolgt im Haus der Sauerlichs die große Überraschung: Klößchen hat Präsente für seine Freunde gekauft, doch als Gaby diese aus dem Koffer holen soll, traut sie ihren Augen nicht. Im Koffer befinden sich weder Geschenke noch Klößchens Sachen, sondern Damenunterwäsche und 250.000 Euro. TKKG vermuten sofort, dass dies Düsbergs Koffer ist und wollen ihn der alten Dame zurückbringen, doch die will von dem Geld nichts wissen. Welches Geheimnis steckt hinter dem Geld? Als in der nächsten Nacht bei den Sauerlichs eingebrochen wird, steht fest: Dies ist ein Fall für TKKG.

Katja Brüggers "Der vertauschte Koffer" greift ein aktuelles Thema auf und versucht dies kindgerecht zu präsentieren. Diesmal geht es um Steuerhinterziehung und damit nicht gemeldete Konten in der Schweiz, die bei uns derzeit sehr im Fokus der Medien stehen. Der Fall kommt dabei nur sehr gemächlich ins Rollen und erfordert etwas Geduld. Die Zugfahrt zu Beginn hat ihre Berechtigung, aber das Fondue am Abend und das Durchstöbern der Damenunterwäsche und die vielen - platten - Witze von TKKG zu diesem Thema, nehmen vorerst jeden Ansatz von Schnelligkeit aus der Story und so wird es eigentlich erst interessant, wenn sich ein weiterer Protagonist für das Geld interessiert.

TKKG ermitteln etwas im Internet, ziehen ihre Schlüsse und lassen sich dann auf einen merkwürdigen Showdown ein. Das Bezeichnende an der Folge ist wohl, dass ein weiterer moralischer Nebenschauplatz eingebaut wurde und so das Schicksal von Kindern auf Kakaoplantagen zweimal vor der Story hergetrieben wird, um - ja, um was denn? Entweder um den moralischen Zeigefinger direkt zweimal zu erheben oder um die Spielzeit aufzufüllen, da der Fall zu wenig Konsistenz besitzt. Letzteres wäre eine gute Erklärung für die Tatsache, dass Brügger hier auf einen Evergreen im TKKG-Sammelsorium zurückgreift: Nein, Tim verhaut diesmal keinen - obwohl, doch tut er schon, aber der Knackpunkt ist eine zum x-ten Mal entführte Gaby. Wohooo.

Aus der TKKG-Riege zeigt Manou Lubowski deutlich, dass er es genießt, dass seine Figur einen Imagewandel vollziehen möchte oder darf. Zwar bleibt Klößchen sich treu, aber seine Dialoge und Einsätze haben sich in den letzten Folgen drastisch verbessert. Weniger sinnfreie Aussagen und mehr Teamarbeit lassen seine Einsätze endlich in einem besseren Licht erscheinen. Guido A. Schick übernimmt souverän die Rolle von Kommissar Hassel, der den vier Freunden auf die Finger schaut.

Kurzum: Die aktuellen Bezüge zu tagesaktuellen Ereignissen, jedoch "nach Motiven von Stefan Wolf" überzeugen in dieser Folge nicht. Erst kommt niemand auf die Idee, dass etwas mit dem Geld nicht stimmt, dann wird es verwahrt und gegen die bösen Jungs verteidigt, um ein schwaches Ende zu präsentieren.

Europa bietet eine Hörprobe an.

Nicolas Gehling



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 15. Februar 2013 | Laufzeit: 65 Minuten | Preis: 7,99 Euro | Sprache: Deutsch

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