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 Arbeit

Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht

Autoren: Joachim Bauer
Verlag: Blessing

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Stress, Konzentrationsstörungen, Depression, Burn-out ... Das sind häufig fallende Begriffe, wenn es um die heutige Arbeitswelt geht. Es ist eigentlich allgemein bekannt, dass viele Menschen zu viel arbeiten und unter zu hohem Leistungsdruck stehen. Dennoch hat Joachim Blessing ein Buch zur Arbeit geschrieben, in dem er diesen Befund wissenschaftlich beweisen will, mithilfe der Psychologie, Soziologie und Neurologie ...

Das gut 270-seitige Buch beschreibt in sieben Kapiteln die Probleme der heutigen Arbeitswelt und wie Arbeit eigentlich beschaffen sein sollte, um dem Menschen Freude, Glück und Befriedigung zu schaffen. Im ersten Abschnitt reist Bauer durch die Ideengeschichte des Arbeitsbegriffes. Von der Bibel über Marx' Entfremdungsbegriff bis hin zu Bloch und Ahrend zeichnet er die Wandlung und die Kritik am Arbeitsbegriff nach.

Im zweiten Teil stellt er die Erkenntnisse der Neurologie in Bezug auf Arbeit dar. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der aktuellen Arbeitswelt. Hier geht es um prekäre Beschäftigung, Überstunden, Leistungsdruck und Ähnlichem. Das vierte Kapitel behandelt die Folgen des dritten. Hier geht es um psychische und physische Erkrankungen, von Depressionen bis hin zu Herzproblemen, die die Menschen wegen ihrer Arbeitsbelastung bekommen.

In Abschnitt fünf und sechs wird es noch mal sehr historisch, wenn zunächst die historische Entwicklung der Arbeitswelt beschrieben und danach noch mal die parallele theoretische Entwicklung von der Antike bis in die Gegenwart dargestellt wird. Im letzten Kapitel schließlich geht es um wichtige Schutzmechanismen am Arbeitsplatz, wie Betriebsräten, Sozialversicherungen, aber auch um die Bedeutung von Erziehung und Bildung.

Im Anhang finden sich die Anmerkungen, Literaturhinweise und ein Register.

Joachim Bauers "Arbeit" ist ein Buch, das beweist, was wir alle bereits wissen. Wir stehen unter zu hohem Leistungsdruck. Die Wirtschaft verlangt zu viel von uns und wir akzeptieren diesen uns krank machenden Leistungsdruck oder unbefriedigende Beschäftigungen. Der Wert des Buches liegt also weniger in seiner Grundthese als vielmehr in dem Material und den Argumentationen, die sie fundieren soll.

Bauer hat eine enorme Recherchearbeit auf sich genommen, um die gegenwärtige Arbeitswelt möglichst umfassend zu kritisieren. Er hat sich mit Geschichte, Neurologie, Philosophie, Psychologie und Medizin auseinandergesetzt und ein buntes Sammelsurium an Argumenten und Belegen gesammelt und ein gut lesbares und insgesamt auch überzeugendes Buch vorgelegt.

Es dürfte allerdings in der Natur dieses Ansatzes liegen, dass die Leser einige Abschnitte überzeugender finden werden als andere. So sind die Beschreibungen der aktuellen Arbeitswelt und ihrer gesundheitlichen Konsequenzen für die Menschen, kaum von der Hand zu weisen. Viele werden sie aus eigenen Erfahrungen kennen. Inwiefern allerdings die historischen oder neurologischen Ausführungen überzeugen, hängt wohl auch davon ab, wie sehr sich der jeweilige Leser auf diese Wissenschaften für die Bewertung der aktuellen Arbeitswelt einlassen will. Insbesondere das Neurologie-Kapitel kann schnell, bei den Fortschritten in dieser Wissenschaft, überholt sein.

Dennoch ist dieses Buch lesenswert und eine Fundgrube alter und neuer Argumente gegen eine krank machende Arbeitswelt.

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagswebsite.

Andreas Schmidt



Hardcover | Erschienen: 22. April 2013 | ISBN: 978-3896674746 | Preis: 19,99 Euro | 272 Seiten | Sprache: Deutsch

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