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 Stitched, Band 1: Die lebenden Toten

Serie: Stitched, Band 1
Autoren: Garth Ennis, Mike Wolfer
Illustratoren: Mike Wolfer
Übersetzer: Gerlinde Althoff
Verlag: Panini Comics

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Eigentlich sollte es eine Rettungsmission werden, doch nun sind die Helfer selbst auf Hilfe angewiesen. Auf der Suche nach einer Truppe vermisster britischer Soldaten überleben nur die NATO-Soldaten Pruitt, Cooper und Twiggs ihren Hubschrauberabsturz in den Bergen Afghanistans. Für sie beginnt ein Überlebenskampf, der alle ihre Albträume übertrifft; denn es sind nicht die Taliban, die ihnen das Fürchten lehren, sondern die Stitches. Diese Wesen sind tot und gleichzeitig lebendig. Sie sind nicht nur schrecklich anzusehen und ihre Existenz eigentlich unmöglich, sondern auch sehr grausam und nur schwer aufzuhalten. Einfache Kugeln können ihnen nichts anhaben, bloß ihren mysteriösen in schwarz gehüllten Begleitern, die die Untoten lenken. Doch was tun, wenn neben Nahrung, Wasser und Medikamenten auch die Munition ausgeht?

Der Horror des Krieges hat viele Gesichter. Das neuste stellt Garth Ennis mit dem ersten Comicband "Stitched" vor, welcher nach der Idee seines gleichnamigen Kurzfilms entstand. Neben den realen Gräueltaten des militärischen Konfliktes werden die Soldaten im Afghanistaneinsatz auch noch mit lebenden Toten konfrontiert, die alle bisherigen Vorkommnisse in den Schatten stellen. Dabei stammen nur die ersten Seiten von Ennis, welche die Begebenheiten des Kurzfilms abbilden. Die weitere Handlung entspringt der Fantasie eines ebenso bekannten Meisters des Schreckens: dem Autor und Illustrator Mike Wolfer (Night of the Living Dead, Lady Death).

Schon lange zählen Zombies zu den klassischen Horrorgestalten und haben noch immer nicht ausgedient. Doch dieses Mal ist es keine Seuche, die gewöhnliche Menschen in Bestien verwandelt oder etwa ein außer Kontrolle geratenes Geheimprojekt, das diese Wesen hervorbringt, hier ist Okkultismus im Spiel. Schwarz gekleidete Männer erschaffen die Stitches auf ziemlich groteske und grausame Weise und beherrschen diese anschließend mit simplen Mitteln. Durch gewöhnliche mit Splitt gefüllte Dosen erwecken sie die sonst zum Stillstand verdammten Untoten - denen sämtliche Körperöffnungen vernäht wurden - zum Leben und machen sie fast unaufhaltsam. Zum einen weckt dies das Interesse an den Stitches und ihren mysteriösen Erschaffern, obwohl deren Motive unklar bleiben. Zum anderen ist es die Abgeschiedenheit Afghanistans, die bereits alleine eine überlebensfeindliche Umgebung darstellt.
Andererseits kommen die Soldaten schon zu gut klar, Nahrungs- oder Wassermangel sind ihnen nicht anzumerken. Und obwohl die Briten mehrfach einen flotten Spruch auf den Lippen haben und für ein wenig Gelassenheit untereinander sorgen, wird man mit den Figuren nicht recht warm. Außerdem wirken die vernähten Untoten vor diesem Hintergrund weniger bedrohlich, da ihnen nur eine vergleichsweise geringe Anzahl an Menschen zum Opfer fällt - bisher zumindest ...

Blutig ist die Geschichte aber allemal. Mit Sicheln, Ketten, einfach Steinen oder nur ihren Händen richten die wandelnden Leichen einen immensen Schaden an und erfreuen damit Splatter-Fans. So finden sich in Wolfers detaillierten Illustrationen zertrümmerte Gesichter, herausgerissene Herzen, viel Gedärme und zahlreiche Feuergefechte. Letzteres sorgt für Action und einen großen Showdown.
Die Mimik der Charaktere kann aber nicht immer überzeugen und lässt diese daher teilweise steif erscheinen. Dafür gibt es hin und wieder zweierlei Ansichten einer gleichen Situation und abwechslungsreiche Panels. Neben abgeschrägten Bildrändern präsentieren sich immer wieder große oder ganzseitige Illustrationen, die mit vereinzelten, kleinen Darstellungen bestückt sind.

Insgesamt ist der erste Band von "Stitched" durchaus unterhaltsam und wird Splatter-Fans zusagen, jedoch will sich das Grauen nicht so recht einstellen. Zudem entwickelt der Leser wenig Sympathie für die Charaktere, sodass deren Tod ihn nicht wirklich trifft.


Eine Leseprobe gibt es über die Verlagsseite.

Sarah Mehring



Softcover | Erschienen: 18. Juni 2013 | Originaltitel: Stitched Volume 1 | Preis: 19,95 Euro | 180 Seiten | Sprache: Deutsch

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