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 Pelikan Protokoll Bd. 2

Serie: Pelikan Protokoll, Band 2
Autoren: Richard Marazano
Illustratoren: Jean-Michel Ponzio
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Seit den ominösen, aber unentdeckt gebliebenen Entführungen sind einige Monate vergangen und noch immer befinden sich alle Teilnehmer des Protokolls auf einer entlegenen Ölplattform namens Pelikan B. Die meisten Einheiten haben sich ihrem Schicksal gefügt, nur einige wenige leisten noch mehr oder weniger Widerstand, obwohl eine Flucht aussichtslos erscheint. So müssen sich die zu Testobjekten erklärten Entführungsopfer täglich neuen Experimenten unterziehen, die sie nicht verstehen und die an ihren Nerven zerren. Doch plötzlich, von einem Tag auf den anderen, öffnen sich die Zellentüren und Pelikan B scheint verlassen. Ist jetzt der Moment zur Flucht gekommen?

Die Experimente gehen weiter - doch wer glaubt, dass Band 2 des Pelikan Protokolls der Fragestellung der Wissenschaftler näher kommt, der irrt. Vom Informationsgehalt her hätten die jetzigen Ereignisse schon im ersten Teil spielen können. Zwar wird der Leser Zeuge zweier vollwertiger Experimente und erfährt diesmal auch, wer wie abscheidet, bloß bleibt nach wie vor offen, was die Wissenschaftler / Berater mit den Ergebnissen anfangen. Damit bleibt man selbst auf dem Informationsniveau der Einheiten. Gelegentlich fließen unheilvolle Andeutungen ein, neue Entwicklungen gibt es aber kaum - und das ist ganz schön schwach!
Im Übrigen erscheinen die Ausschnitte aus dem Leben von Isabels (oder Nummer vier genannt) Bruder David wie Lückenfüller, da seine Angelegenheiten nicht zum Fortschreiten der Geschichte beitragen oder er geschweige denn nur im Entferntesten bei ihrer Rettung mitwirken kann. Wahrscheinlich sollen Isabel und David einem so näher gebracht werden, um überhaupt einen Bezug zu einigen Charakteren zu bekommen. Allerdings wirken beide so widerstrebend und reserviert, dass der Funke nicht überspringen will. Man interessiert sich nur mäßig für deren Schicksal.
Natürlich hat sich Richard Marazano die einzig spannende Entwicklung für den Schluss aufgehoben. Es muss ein Opfer für die Wissenschaft gebracht werden, das sowohl bei den Beratern, als auch bei den Einheiten für Erstaunen sorgt.

Deutlich besser als die unbefriedigende Handlungsentwicklung sind die Illustrationen von Jean-Michel Ponzio, dessen Werke weiterhin mehr Fotografien als Zeichnungen ähneln. Trotz der begrenzten Handlungsorte gibt es in den einzelnen Panels jede Menge zu entdecken und die verschiedenen Personen sind durch die realistische Darstellung sehr gut zu unterscheiden. Als eher blass und gleichzeitig dunkel - aber durchaus passend - ist die Kolorierung zu bezeichnen, da viele Bereiche im Schatten liegen.

Fazit: Die Grundidee bleibt zwar definitiv interessant, aber der große Zusammenhang fehlt immer noch. Und das ist nicht nur schade, sondern auch langweilig. Mit dem ausstehenden dritten Band muss sich das dringend ändern.


Auf der Verlagsseite findet sich eine Leseprobe.

Sarah Mehring



Hardcover | Erschienen: 1. Juli 2013 | ISBN: 978-3868695632 | Originaltitel: Le Protocole Pélican | Preis: 13,80 Euro | 62 Seiten | Sprache: Deutsch

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