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 WWE 2K14

Verlag: 2K Games

Cover
Gesamt +++--
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Spielregel
Ton
WWE 2k14 ist der dritte Nachfolger von WWE 2k12. Substanzielle Veränderungen zu den Vorgängern gibt es wenige, aber einige neue Wrestler und Spielmodi werden versprochen.

Umfang und Freispielbares

Legt der Spieler das Spiel zum ersten Mal in die PS3 werden ihm zu Anfang die meisten der aktuell aktiven Wrestler und die gängigsten Matcharten geboten. Zusätzlich kann der Spieler aber viele Wrestler, Outfits, Arenen und Spielmodi freispielen. Vor allem ist dies über den 30 Years of WrestleMania Modus möglich. Der Spieler muss hier nacheinander ein oder zwei historische Matches aller WrestleMania-Events nachspielen. Gewinnt er ein Match, wird das nächste freigeschaltet. Schafft er es bestimmte historische Situationen in den Kämpfen herzustellen, wird er mit den neuen Features belohnt. Außerdem kann der Spieler die WrestleMania-Streak des Undertakers versuchen zu verteidigen oder zu brechen. Dieser Modus gibt auch Gelegenheit zu einem Online-Vergleich mit anderen Spielern im Netz. Außerdem werden alle Matcharten geboten, die der Wrestlingfan kennt: Royal Rumble, Hell in a Cell, Leitermatch, TLC und viele andere. Auch ist es möglich, selbst Turniere und Wrestler zu generieren.

Steuerung

Die Steuerung der Wrestler folgt den Vorgängerversionen des Spieles. Jedem Button ist ein spezieller Typ an Aktionen zugeordnet. Konter werden ausgeführt, wenn der Spieler im richtigen Moment R2 drückt. Finisher- und Signature Moves werden freigeschaltet, sobald der Spieler in einem Match genügend Treffer gelandet hat. Ansonsten gibt es je nach Matchart oder Wrestler bestimmte Aktionen, die in einem umfangreichen Tutorial erläutert werden und auch jederzeit während eines Matches nachgelesen werden können.

WWE 2k14 ist für Wrestlingfans ein Game mit vielen spannenden und nostalgischen Elementen. Grafisch insgesamt gelungen besitzt es aber auch einige ärgerliche Elemente.

Grafik und Atmosphäre

Die Optik des Spieles überzeugt erst einmal: Die Arenen, die Videosequenzen, die Einzüge sind allesamt gelungen. Auch sehen die Bewegungsabläufe und die Statur der Wrestler in den meisten Fällen sehr gut aus, einzig die Gesichter sind zu glatt und oft zu charakterlos. Zwar gibt es hin und wieder kleinere Fehler, eine Figur hängt manchmal in der Luft oder Ähnliches, aber dies passiert selten.
Gerade für langjährige Wrestlingfans ist der WrestleMania-Modus und der Streak-Modus des Undertakers eine tolle Sache. Nostalgie pur wird hier geboten. Die Idee, historisch einprägsame Situationen selber nachzuspielen, dürfte viele Fans ansprechen. Kurze Videosequenzen mit Hintergrundinformationen zu der jeweiligen Zeit unterstützen den Nostalgiefaktor noch.

Gameplay und Schwierigkeit

Die Steuerung des Spieles an sich ist zwar einfach und schnell erlernbar, dennoch ist das Gameplay unausgewogen. Das liegt vor allem an dem Kontersystem. Es ist äußerst schwer für den Spieler zu verinnerlichen, nach welchem System das Timing funktioniert. So ist es je nach Art der Aktion, die der Gegner gerade ausführt, mal notwendig schon beim Ansatz R2 zu drücken, oft, gerade bei Moves, die einige Sekunden dauern, muss der Spieler aber irgendwann mittendrin oder erst gegen Ende der Bewegung reagieren. Da es eine hohe Anzahl an Aktionen gibt und verschiedene Wrestler auch verschiedene Moves mitbringen, ist es für Gelegenheitsspieler so gut wie unmöglich hier ein Gefühl für das Kontern zu entwickeln. Der Spieler muss, um einigermaßen zuverlässig kontern zu können, eigentlich jede mögliche Situation einige Male erlebt haben, was bereits viele Stunden spielen bedeutet.

Kampfstile und Realismus

Ein wenig Schade ist, dass die Individualität der Wrestler zum größten Teil nur durch ihr gelungenes Aussehen und ihre Finisher- und Signature Moves vermittelt wird. Anstatt alle Wrestler komplett zu individualisieren, ähneln sich viele Bewegungsabläufe bei unterschiedlichen Kämpfern. Auch können manche von ihnen Aktionen und Bewegungen, die in der Realität nicht zu ihrem Repertoire gehören oder die sie sogar definitiv niemals ausführen könnten. So können manche Schwergewichte auf einmal vom obersten Seil springen oder sehr schnelle Aktionen ausführen. Andersherum ist es möglich, dass selbst kleine Techniker große Brocken im Ring umherwerfen. Das ist besonders dann bizarr, wenn der Spieler in einem WrestleMania-Match mit Hogan André the Giant einen Bodyslam verpassen soll, was beim ersten Versuch gar nicht so leicht ist, aber jeder andere Suplex mit André ohne Probleme ausführbar ist. Warum ist es nicht möglich, manche Moves und Aktionen für oder gegen manche Wrestler zu sperren?

Motivation und Spielspaß

Das Spiel bietet durchaus einigen Spaß und hat auch einen kleinen Suchteffekt. Zum einen sehen viele Moves und Bewegungen wirklich toll aus, zum anderen führt das klassische System, Features frei zu spielen, zu einer lang anhaltenden Motivation. Gerade wenn der Spieler seine Lieblingswrestler noch freispielen will, vergisst er auch mal die Zeit.

Allerdings gibt es auch einige frustrierende Momente. So sind manche historische Situation im WrestleMania-Modus etwas seltsam. Einige sind nur herzustellen, wenn der Spieler absichtlich auch mal schlecht spielt; manchmal sind sie auch etwas unklar formuliert. So muss der Spieler beispielsweise im Leitermatch zwischen Ramon und Michaels den Gegner in die Leiter schleudern, während sie in einer Ringecke steht. Wie sie dabei genau stehen muss, ist allerdings nicht klar. So kann es passieren, dass der Spieler es ein Dutzend Mal probieren muss, bis es endlich klappt.

Ein weiter frustrierender Moment besteht in dem oben schon erwähnten Kontersystem. Es ist einfach zu schwierig, ein Gefühl für dieses System zu entwickeln, was aber gerade bei hohen Schwierigkeitsgraden dazu führen kann, dass der Gegner eine endlos erscheinende Kette an Aktionen ausführt, während der Spieler nur zuschauen kann. Stellt der Spieler den Schwierigkeitsgrad runter, so ist es genau andersherum. Auf einmal gelingt alles und der Gegner leistet kaum Gegenwehr. Will der Spieler beispielsweise die Streak des Undertakers auf einem anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad brechen, frustriert er sehr schnell. Ein Konter gelingt fast nie, während der Taker nahezu jede Aktion kontert. Allein mit regelwidrigem Einsatz von Gegenständen hat der Spieler überhaupt eine Chance, selbst bei einiger Übung.

Fazit

WWE 2k14 bietet eine schöne Grafik und nostalgische Momente. Die einfache Steuerung erlaubt es dem Spieler schnell ins Spiel zu finden, allerdings führt vor allem das Kontersystem mit seinem willkürlichen Timing zu vielen Frustrationsmomenten. Je nach Schwierigkeitsgrad ist das Spiel entweder zu leicht oder zu schwer, aber nur selten ausgewogen. Daher ist dieses Spiel wahrscheinlich nur für echte Wrestlingfans geeignet, die nicht bereits einen der Vorgängertitel besitzen.

Andreas Schmidt



Konsolenspiel | Erschienen: 1. November 2013 | FSK: 16 | PS3 | Preis: 59,99 Euro | für 1 - 6 Spieler

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