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 Unsere essbaren Wildpflanzen

Bestimmen, sammeln und zubereiten

Autoren: Rudi Beiser
Verlag: Kosmos

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich das Verhältnis der Menschen in den Industrieländern zu den Wildpflanzen stark verändert. Hatten sich viele während der Kriege und manchmal auch dazwischen mangels anderer Nahrungsmittel oder in Geldnot noch zu einem guten Teil von Brennnesselspinat, Vogelmieresalat, Kaffee-Ersatz aller Art und anderen "Fundstücken" aus Wiese, Feldrändern und Wald ernährt, so hätte man sich später geschämt, sie zu nutzen. Mit der Zeit hat jedoch ein Umdenken stattgefunden, und einige essbare und schmackhafte "Unkräuter" wie Rucola (Rauke) und Feldsalat (Rapunzel) werden längst gezüchtet und gehören heute sogar zur Gourmetküche.
Im hier besprochenen Naturführer findet der Leser nach Hinweisen zur Verwendung und zum Sammeln von "wilden" Nahrungsmitteln zahlreiche Porträts von krautigen Pflanzen, Bäumen und Büschen, die ganz oder in Teilen essbar und, richtig zubereitet, auch wohlschmeckend und vitaminreich sind. Im Anschluss werden Giftpflanzen vorgestellt, mit denen die genießbaren Pflanzen möglicherweise verwechselt werden könnten. Der Anhang bietet unter anderem einen Sammelkalender, weiterführende Literatur und ein umfangreiches Register. Auch die Buchklappen enthalten wichtige Informationen: Aufbau von Pflanzen, Bestimmungsmerkmale und Favoriten, nach verwendeten Pflanzenteilen geordnet.

Wer sich für "wildes" Obst und Gemüse interessiert - Pilze sind kein Teil dieses Buchs, sie fallen ja auch nicht unter den Begriff "Pflanzen" -, entdeckt in diesem Buch eine Fülle an nützlichen Hinweisen, Übersichten und vor allem aussagekräftigen Pflanzenporträts. Diese enthalten neben mindestens zwei recht großformatigen Fotos (eines zeigt bisweilen eine eng verwandte Art) und kleinen Skizzen mit Details eine Auflistung der Merkmale und Verwechslungsmöglichkeiten, das Vorkommen, die Bedeutung der Pflanze in Küche und Medizin früher und heute, oft auch Verknüpfungen der Pflanzen mit Mythen und Bräuchen sowie einen Rezepttipp.
Die Fotos sind größtenteils aussagekräftig, manchmal freilich verschwinden wichtige Pflanzenteile im Schatten oder sind aufgrund der Umgebung (Gras, Gestrüpp) nicht so gut zu erkennen. Hier hätte man vielleicht besser eines von zwei Fotos mittels abgezupfter oder geschnittener Pflanzen auf kontrastfarbenem Untergrund anfertigen können. Immerhin gibt es ja die detaillierten Skizzen.
Dank der Übersichten in den Buchklappen kann sich der Leser und Sammler rasch an den Umgang mit dem Buch gewöhnen und mithilfe der Porträts gefundene Pflanzen bestimmen oder gezielt bestimmte Pflanzen suchen. Nach meiner Erfahrung muss sich der Gaumen des 21. Jahrhunderts zunächst etwas an die teilweise sehr intensiven und ungewohnten Aromen gewöhnen, doch findet der Interessierte rasch Lieblingspflanzen. Vor allem für das Frühjahr hält der Führer viele attraktive Alternativen zu gekauftem Gemüse bereit, im Herbst hingegen Früchte. Etwas bescheidener fällt die Auswahl für den Sommer aus, wenn die meisten Blüten wegfallen, Blätter bitter werden und die Früchte noch nicht reif sind. Doch es ist erstaunlich, wie viele Pflanzen unserer Umgebung essbar sind und zum Teil köstlich schmecken, von denen die meisten Menschen dies niemals annehmen würden. Sie alle treten im Kosmos-Naturführer in Erscheinung.
Ein sehr gut konzipiertes, übersichtliches Buch, dessen robuste Qualität es zu einem idealen Begleiter für Ausflüge in die Natur macht, bei denen es reiche Ernte verheißt.
Ein Blick ins Buch ist auf der Verlags-Website möglich.

Regina Károlyi



Softcover | Erschienen: 6. Februar 2014 | ISBN: 9783440136058 | Preis: 14,99 Euro | 280 Seiten | Sprache: Deutsch

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