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 Dorothy und der Zauberer in Oz


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Gerade erst aus Australien zurückgekehrt wollen Dorothy und Onkel Henry ihren Verwandten in Kalifornien noch einen kurzen Besuch abstatten, bevor es endlich wieder nach Hause auf ihre Farm in Kansas geht. Da Dorothy aber vorher einen Zwischenstopp bei Freunden einlegt, reist sie erst einige Tage später mit dem Zug an. Dieser kommt durch die von einem Erdbeben verursachten Erdstöße nur sehr langsam und mit jeder Menge Verspätung an. Aus diesem Grund trifft sie erst in tiefster Nacht auf ihren Großcousin Zebediah - genannt Zeb -, der sie am Bahnhof mit einer Pferdekutsche in Empfang nimmt. Als sie sich zur Hugsons Ranch begeben wollen, werden die Erdstöße heftiger und die Wege reißen auf. Zunächst gelingt es Zeb einigen Erdspalten ausweichen, doch schließlich stürzen sie samt Gefährt in eine ziemlich tiefe Schlucht hinab. Sie fallen und fallen ... Und landen einmal mehr in der magischen Welt von Oz! Das Abenteuer kann beginnen.

Aufregend und abwechslungsreich gestaltet sich Eric Shanowers (Autor) und Scottie Youngs (Illustrator) Adaption des vierten Buches aus Lyman Frank Baums Oz-Reihe, denn gleich zu Beginn stürzen Dorothy, ihr Großcousin Zeb, das Pferd Jim und die Katze Eureka buchstäblich in ihr nächstes Abenteuer. Doch zum Glück sind sie nicht lange allein. Der ehemalige Zauberer von Oz wird ebenfalls von den Auswirkungen des Erdbebens erfasst und stößt zu ihnen. So kann er seinen Gefährten mit all seinen Tricks und Schwindeleien beistehen, was dieses Mal auch bitter nötig ist. Schließlich landen sie zunächst ausgerechnet in einem Land kaltherziger Gemüsewesen - genannt Mangabus -, die in einer fantastischen Stadt aus Glas leben und alle Lebewesen aus Fleisch zerstören wollen. Und das rettende Oz ist vorerst in weiter Ferne, da es von der unpassierbaren, todbringenden Wüste umgeben ist. Nun steht ihnen ein weiter und gefährlicher Weg bevor, wenn sie ihre eigene Welt jemals wieder sehen wollen.

Tatsächlich sind die Freunde seit ihrer Ankunft nur in Bewegung und der Aufenthalt in Oz selbst fällt diesmal eher kurz aus. Das bedeutet hingegen jede Menge inhaltliche und grafische Abwechslung: Den Mangabus entkommen, durchqueren sie das Tal von Voe und treffen dort auf interessante Bewohner, deren Aussehen der Vorstellungskraft des Lesers überlassen bleibt. Denn dank spezieller Früchte sind diese unsichtbar, um sich gegen gefährliche Bären zu schützen - fatalerweise nutzen jene genauso die Wirkung, um reichlich Beute zu machen ... Nichts wie weiter! So werden fast unendlich viele Stufen und hohe Berge erklimmt, den Holzgargoyles werden in einer ulkigen Darbietung die Flügel entwendet und Drachenbabys die Stirn geboten, um letztendlich in der Smaragdstadt nicht nur auf alte Freunde zu treffen, sondern auch noch betroffen an Eurekas Gerichtsverfahren teilzunehmen. An Einfallsreichtum mangelt es der Geschichte jedenfalls nicht! Dennoch weißt dieser Teil einige Makel auf.

Dorothy und ihre Freunde gehen zuweilen recht naiv durch dieses Abenteuer. Obwohl die Reise von Anfang an schwierig und gefährlich ist, sind sie nicht nur Fremden gegenüber sehr vertrauensvoll, sondern sie legen sich sogar - ohne einen vorherigen Fluchtversuch zu unternehmen - gemütlich schlafen, auch wenn sie wissen, dass man ihnen etwas Böses will. Ihre Gegenspieler plaudern nämlich sehr viel, was schon ein bisschen lächerlich ist. Dabei ist die Drachenhöhle nur ein Beispiel von vielen, als die Jungtiere über ihre Reichweite Auskunft geben: "Wenn du näher kommst, verschlingen wir dich mit einem Happs, aber ansonsten bist du eigentlich ziemlich sicher. [...] Ihr könnt also entkommen, es sei denn, ihr kommt uns zu nah, aber das werdet ihr vermutlich nicht." Insgesamt finden sich hier diverse unwichtige, manchmal unfreiwillig komische Dialoge.

Ferner gibt es diesmal mehrere Ungereimtheiten bei den Illustrationen. Beispielsweise: Als die Gefährten von den Mangabus in den Berg getrieben werden, wird die Kutsche nicht von Jim gezogen, trotzdem steht sie auf einmal in der Höhle zur Verfügung. Auch sieht es häufig so aus, als würden sie sich mit ihren weit aufgerissen Mündern und Mäulern anschreien, das ist aber nicht immer der Fall. Die Mimik ist also einige Male überzogen. Doch im Großen und Ganzen ist das schnell vergessen und der Leser erfreut sich an den Illustrationen wie bisher: Viele große, abwechslungsreiche Panels präsentieren niedliche und kuriose Charaktere, fantastische, verspielte Szenerien in einer - durch Jean-Francois Beaulieu - kräftig und herrlich bunten Farbgebung. Oz-Fans sind, obgleich der Ausrutscher begeistert.

Alles in allem punktet "Dorothy und der Zauberer in Oz" mit Abwechslungsreichtum. Es werden zahlreiche Orte, Gefahren und jede Menge skurrile Fabelwesen geboten. Natürlich stehen Dorothy auch wieder neue und alte Freunde zur Seite. Zwar ist dieser Band nicht perfekt, trotzdem ist er eine schöne Ergänzung für die Sammlung.

Sarah Mehring



Hardcover | Erschienen: 8. Oktober 2013 | ISBN: 978-3862016617 | Originaltitel: Dorothy and the Wizard in Oz | Preis: 24,99 Euro | 196 Seiten | Sprache: Deutsch

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