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 Bridget Jones - Verrückt nach ihm

Serie: Bridget Jones, Band 3
Autoren: Helen Fielding
Übersetzer: Marcus Ingendaay
Verlag: Goldmann Verlag

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Nach dem riesigen Erfolg von "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" und "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" (beide hinreißend verfilmt mit Renée Zellweger, Colin Firth und Hugh Grant in den Hauptrollen) legt Helen Fielding nun noch einmal nach und präsentiert den langerwarteten dritten Teil ihrer Romanreihe. Achtung, Spoilergefahr!

Bridget Jones hat mittlerweile die 50 überschritten und ist Mutter zweier Kinder; ihr Geld verdient sie als Drehbuchautorin. Alles könnte wunderbar sein, wäre da nicht der dunkle Schatten, der seit vier Jahren über ihrem Leben liegt - damals kam ihr Ehemann Mark ums Leben. Bridget schlägt sich tapfer und versucht, sich den Widrigkeiten des Lebens als Witwe und als alleinerziehende Mutter zu stellen. Doch wie üblich zieht die Chaos-Queen Pleiten, Pech und Pannen geradezu magisch an. Dann taucht eine mögliche neue Liebe auf in Form von Roxter, der unverschämt gut aussieht, jedoch mehr als 20 Jahre jünger ist als Bridget. Kann das gut gehen?

In "Bridget Jones - Verrückt nach ihm" präsentiert Helen Fielding im gewohnten Tagebuchstil eine Bridget, die nicht nur an Jahren gealtert ist, sondern die auch einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften hat. Nachdem man beim Lesen den ersten Schock über diese Wendung überwunden hat, startet alles ganz vielversprechend: Bridget wurschtelt sich in alter Chaos-Manier durch den nervenaufreibenden Alltag, schlägt sich mit Läusen herum, legt sich mit nervigen Über-Muttis an, spart kein Fettnäpfchen aus und zweifelt immer wieder an sich selbst. Soweit, so unterhaltsam - doch etwas stört gewaltig: Die Frau, die im Körper einer über Fünfzigjährigen steckt, die zwei Kinder hat und die ihren Mann auf tragische Art verlor, hat sich kein Stück weiterentwickelt. So schön es auch ist, dass Bridget ewig verpeilt durch London wankt, immer zu spät kommt und ihr Leben nur schwer in den Griff kriegt - man sollte doch meinen, dass Fielding ihr irgendeine Form der Weiterentwicklung oder Reife auf den literarischen Leib geschrieben hätte, zumindest sprachlich.
Doch Fehlanzeige: Bridget sorgt sich mit über 50 immer noch vorrangig um ihre Figur, diätet sich in drei Monaten von 80 auf 60 Kilo herab und notiert stolz die Kleidergrößen bei ihren H&M-Besuchen, wenn sie nicht gerade versucht, sich wie die Stars zu kleiden. Sie kann immer noch nicht den Videorekorder bedienen und entdeckt lang und breit Twitter für sich, was leider - da diese Entdeckung nach Web-Maßstäben Lichtjahre zu spät kommt - eher zum Gähnen als zum Lachen ist. Die Blondine wirkt dabei wie die große Schwester ihrer beiden Kinder oder wie ein unreifer Teenie, und wenn sie Roxter pausenlos als ihren Toyboy bezeichnet, dann ist nur noch Fremdschämen angesagt. Natürlich wünscht sich keine Leserin eine Bridget Jones, die zum langweiligen, gefestigten Hausmütterchen oder zur Karrierefrau mutiert ist. Das würde der kultigen Figur gar nicht gerecht. Aber so wirkt Bridget Jones in ihrem Stillstand einfach hohl und leider auch ziemlich dumm und oberflächlich - nicht mehr wie jemand, den man gerne zur besten Freundin gehabt hätte oder wie jemand, dessen Leben frau mal für einen Tag leben wollte. Sondern wie jemand, der wenig Lebensinhalt hat und sich seit 20 Jahren genauso benimmt wie mit 30, was nicht so witzig ist, wie es sich anhört ...

Schade, es hätte so ein grandioses Comeback werden können, doch auf dem Weg von 30 nach 50 hat Bridget Jones' Mikrokosmos aus Flachwichsern, zu viel Alkohol und Schokolade, aus amüsanten Peinlichkeiten und herzerwärmenden Anekdoten den Schwung verboten.

Eine Leseprobe gibt es hier auf der Website des Verlags.

Christina Liebeck



Taschenbuch | Erschienen: 17. März 2014 | ISBN: 978-3442480135 | Originaltitel: Bridget Jones - Mad about the Boy | Preis: 14,99 Euro | 512 Seiten | Sprache: Deutsch

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