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 Cemetery Girl, Band 1: Das Mädchen auf dem Friedhof

Serie: Cemetery Girl, Band 1
Autoren: Christopher Golden, Charlaine Harris
Illustratoren: Don Kramer
Übersetzer: Sandra Kentopf
Verlag: Panini Comics

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Sie erwacht auf einem Friedhof und erinnert sich an nichts. Wer bin ich und wie komme ich hierher? Das sind die drängendsten Fragen, die die junge Frau beschäftigen, aber so sehr sie sich auch anstrengt, ihre Vergangenheit bleibt verborgen. Lediglich aus der kurzen Zeit, bevor sie auf den Friedhof gebracht wurde, schaffen es wenige Momentaufnahmen an die Oberfläche ihrer bewussten Erinnerungen. Das Einzige, was sie weiß ist, dass sie umgebracht werden sollte. Sie hat Angst und weiß nicht wohin, deswegen entschließt sie sich dazu, vorerst auf dem Friedhof zu bleiben. Sie bricht in eine alte Krypta ein, in der sie es sich nach und nach so gemütlich macht, wie nur irgend möglich. Das wenige, dass sie zum Leben braucht, stiehlt sie, auch wenn sie sich dabei ziemlich schäbig vorkommt. Und da sie, auch wenn es nur für sich selbst ist, nicht namenlos bleiben möchte, sucht sie sich die schönsten Namen von verschiedenen Grabsteinen zusammen und nennt sich fortan Calexa Rose Dunhill. Die einzigen gesellschaftlichen Ereignisse, an denen sie teilnimmt, sind die Beerdigungen. Ganz in Schwarz gehüllt mischt sie sich unter die Trauernden und macht eine erstaunliche Entdeckung: Calexa kann die Seelen der Toten sehen, wenn sie ihren Körper verlassen. Befreit entschweben sie in den Himmel. Sie ist sich nicht sicher, ob sie schon immer diese außersinnliche Wahrnehmung hatte oder ob das ein neues Talent ist, aber sie weiß ganz genau, dass es nicht normal ist, wenn man die Toten sehen kann.

Außer für ihre "Raubzüge" hat Calexa den Friedhof schon eine ganze Weile nicht verlassen, deswegen weiß sie ziemlich genau, was dort vor sich geht. Als an einem Abend eine Truppe Jugendlicher aufkreuzt, behält sie sie gut im Auge, schließlich will sie wissen, was auf "ihrem" Friedhof passiert. Voller Neugier aber angewidert beobachtet sie eine Dämonenbeschwörung. Doch das ist noch gar nichts gegen den Mord, den sie beobachten wird und das, was mit der Seele des Opfers passiert. Eins ist klar, das normale Leben sieht anders aus!

Für diesen Comic haben sich die Autoren Christopher Golden und Charlaine Harris zusammengetan. Letztere ist vor allen Dingen der Vampir-Fangemeinde durch ihre Sookie-Stackhouse-Romane wohlbekannt. "Cemetery Girl" geht in eine ganz andere Richtung. Die Welt des Übersinnlichen und der Fantastik spielt auch hier eine Rolle, aber nicht so vordergründig. Dass die Protagonistin Calexa die Geister der Toten sehen kann, ist ein interessanter Aspekt, der allerdings einfach ein stimmiger Bestandteil der Geschichte ist, in erster Linie geht es darum, eine spannende Story zu erzählen.

In Band eins der als Trilogie geplanten Reihe wird Calexa als Figur vorgestellt. Was es mit dem Mordversuch an ihr und ihrer geheimnisvollen Gabe auf sich hat, bleibt dabei noch völlig im Dunkeln. Vielmehr geht es darum, die junge Frau kennenzulernen und sich mit ihrer ungewöhnlichen Lebensweise auf dem Friedhof vertraut zu machen. Allerdings gibt es auch einige, kleinere Unstimmigkeiten. Zum Beispiel ist Calexa scheinbar kaum verletzt, als sie auf dem Friedhof zu sich kommt, sie erinnert sich allerdings an eine Spritze, die sie im Kampf bekommen hat. Würde ich als Leser nicht gesagt bekommen, dass sie umgebracht werden und tot sein sollte, es wäre schwer daraus abzulesen. Ob dieser Teil noch erklärt wird, bleibt abzuwarten.

Die "große Geschichte" um Calexa wird in "Das Mädchen auf dem Friedhof" nur angerissen, erfreulicherweise gibt es dafür einen zweiten Handlungsstrang um die Gruppe von Jugendlichen, die auf dem Friedhof düstere Rituale abhält und einen Mord. Ganz unerwartet ist die Entwicklung hier nicht, aber es wird eine solide, spannende Story erzählt, die irgendwo zwischen Krimi und Mystery einzuordnen ist. Dieser Part ist komplett in sich abgeschlossen.

Die Zeichnungen sind sehr modern und erinnern an solche aus aktuellen Superhelden-Comics (oder auch die aus dem Stackhouse-Universum). Satte Farben und ein weicher Strich sorgen für nicht sehr ungewöhnliche, aber gut gelungene Bilder.

Insgesamt ist der erste "Cemetery Girl"-Band zwar schon gut gelungen, aber irgendetwas fehlt. Kleinere Unstimmigkeiten und das sich das Geheimnis um Calexas Vergangenheit noch nicht einmal ansatzweise gelüftet hat, lassen den Leser ein wenig unbefriedigt zurück. Ansonsten ist es eine recht solide, moderne Mystery-Comic-Unterhaltung, die sich in den Folgebänden allerdings erst noch beweisen muss.

Auf der Webseite von Panini findet sich eine Leseprobe.

Bine Endruteit



Softcover | Erschienen: 8. April 2014 | ISBN: 978-3862019724 | Originaltitel: Cemetery Girl | Preis: 16,99 Euro | 128 Seiten | Sprache: Deutsch

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