Media-Mania.de

 Dead Eyes - Der Fluch der Maske

Autoren: Chris Priestley
Sprecher: Jona Mues
Übersetzer: Beatrice Bohrer
Verlag: Audiolino

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Als der Schüler Alex seinen Vater auf eine Geschäftsreise nach Amsterdam begleitet, ahnt er nicht, dass dort das Abenteuer seines Lebens auf ihn wartet. In der niederländischen Hauptstadt angekommen, macht er die Bekanntschaft von Saskia, einer Freundin und Geschäftspartnerin seines Vaters, und vor allem die von Angelien, Saskias 20-jähriger Tochter. Gemeinsam mit Angelien erkundet Alex fortan Amsterdam und entdeckt auf einem dieser Streifzüge auf einem Antiquitätenmarkt eine mysteriöse alte Maske, die er kauft. Als er die Maske später in seinem Hotelzimmer aufsetzt, geschieht etwas Verstörendes: Die Wirklichkeit verschwimmt und er wird weit zurück in die Zeit versetzt, ins Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Wenn Alex die Maske trägt, kann er das Leben der Maskenträgerin Hanna vor vielen Hundert Jahren nachvollziehen - das Mädchen lebte offenbar in demselben Gebäude, in dem nun Alex und sein Vater wohnen. Rasch stellt sich heraus, dass das Mysterium nicht nur Nervenkitzel bietet, sondern vor allem ein düsteres Geheimnis - und große Gefahr ...

Chris Priestley ist vor allem für seine schaurig-morbiden Kurzgeschichten bekannt, mit denen er unter anderem in "Onkel Montagues Schauergeschichten" und "Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff" seine jungen (und älteren!) Leser sehr gekonnt das Fürchten lehrte. Auch "Dead Eyes - Der Fluch der Maske" beinhaltet den subtilen Horror, den der Autor so gut beherrscht. Dies liegt vor allem an der dichten Atmosphäre und den Beschreibungen von Amsterdam, das - aus Alex Sicht - beunruhigend und düster wirkt. Von Beginn der Reise an hat er ein ungutes Gefühl, als würde er beobachtet und als wäre etwas nicht in Ordnung. Neben dem gruseligen Teil der Story beinhaltet die Geschichte auch eine weitere Ebene: Alex ist ein typischer Teenager, der zuhause gerade eine schwere Zeit durchmacht und die Trennung seiner Eltern verarbeiten muss. Die hübsche Angelien, in die er sich prompt verliebt, bietet da eine willkommene Ablenkung von seinen Problemen.

Die Handlung wird flott erzählt und wurde in der nur knapp 160 Minuten langen Hörbuchfassung gelungen von Sprecher Jona Mues in Szene gesetzt. Bereits die schräge Musik zu Beginn der Lesung stimmt auf nervenaufreibende und hochspannende Stunden ein - ein Versprechen, das das Hörbuch aber nur bedingt halten kann. "Dead Eyes" kann leider nicht mit den wirklich sehr guten Kurzgeschichten mithalten, die Chris Priestley verfasst hat. Die Handlung ist - zumal für jüngere Hörer - zwar interessant und von der Ausgangsidee her sehr gut, aber es wird nie wirklich mitreißend oder gar haarsträubend gruselig; die Charaktere, vor allem Alex, bleiben stets an der Oberfläche und wirken dadurch wie jeder andere x-beliebige Roman-Teenager.
In den "Schauergeschichten" gefiel gerade Priestleys Wagemut, auch Jüngeren wirklich schaurige und verstörende Inhalte zu bieten. Die Geschichte um die geheimnisvolle Maske, die ab zwölf Jahren empfohlen wird, ist daneben zahmer und durchschnittlicher, einfach viel weniger originell. So bietet das knapp dreistündige Hörbuch zwar ansprechende Unterhaltung mit einem hochkarätigen Sprecher, aber keine großen Highlights. Wer Priestleys Fähigkeit, dem Hörer Schauer über den Rücken zu jagen, kennenlernen will, sollte daher lieber zu den "Schauergeschichten" greifen, von denen es bisher drei Teile gibt.

Eine Hörprobe gibt es hier auf der Website des Verlages: "Dead Eyes - Der Fluch der Maske"

Spannend: Audiolino gewährt in diesem Clip einen Einblick ins Tonstudio und zeigt Jona Mues bei den Aufnahmen zu "Dead Eyes":


Christina Liebeck



CD | CD-Anzahl: 2 | Erschienen: 30. März 2014 | ISBN: 978-3867371902 | Laufzeit: 159 Minuten | Originaltitel: Through Dead Eyes | Preis: 14,90 Euro | Sprache: Deutsch

Bei Amazon kaufen


Ähnliche Titel

Cover

Cover

Cover

Cover

Cover
GeisterritterDer Fürst des NebelsArthur und die Vergessenen BücherDas Museum der DiebeBetrogen