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 Anchorman

Die Legende kehrt zurück


Cover
Gesamt +++--
Action
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Extras
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
1979: Ron Burgundys Karriere als Nachrichtensprecher endet mit einem Knall. Er wird zusammen mit seiner Co-Moderatorin und Frau Veronica zum Chef gebeten. Während er sich in seinen Gedanken bereits die erhoffte Beförderung ausmalt - Sprecher der Hauptnachrichten zu werden -, platzt sein Traum wie eine Seifenblase, denn er wird gefeuert und stattdessen wird seiner Frau der Job angeboten. Ron, als Mann seiner Zeit, stellt seine Frau vor die Wahl: er oder der Job.

Sechs Monate später ist Ron ein Schatten seiner selbst. Gelegenheitsjobs, mangelnde Anerkennung und keine berufliche Perspektive lassen ihn von einem halbherzigen Selbstmordversuch in das größte Projekt rutschen, das er sich je vorstellen könnte: einen 24-Stunden-Nachrichtensender, mit ihm als Aushängeschild und Anchorman - glaubt er zumindest, bis er erfährt, dass er während der tiefen Nacht auf Sendung soll. Er und sein Team müssen innovative Ideen auf den Bildschirm bringen, um sich den Respekt zu verdienen, nach dem sie sich so sehnen.



Und ich schwöre Ihnen, ich werde wieder die Nummer Eins. Ich werde mir meinen Sohn wieder zurückholen, werde meinen Ruf wiederherstellen und ich bringe meine Beziehung mit Veronica wieder in Ordnung. Aber, was noch wichtiger ist: Ich werde genau das tun, für das Gott Ron Burgundy auf die Welt geschickt hat: mit perfekt gestylten Haaren die Nachrichten verlesen.


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Die Neuauflage des News-Battles steht bevor
"Boy, that escalated quickly" - der Ausspruch aus dem ersten Teil, der in den Tiefen des Internets regen Zuspruch gefunden hat und als Meme nicht selten seinen Platz in Diskussionen oder unter Statusmeldungen findet, findet auch hier seine Berechtigung. Allerdings als Erkenntnis, dass Charme und Witz, im zweiten Teil "Anchorman - Die Legende kehrt zurück" nur noch selten aufblitzen. Ron Burgundys Rückkehr fällt lau aus und kann trotz einiger kerniger Sprüche den wackeligen Grad zwischen genialem Humor und langweiligen Aktionen nicht halten. Zu sehr zeigt sich, dass die Idee, die gut angekommenen Szenen aus dem ersten Film neu - größer und besser - aufzulegen nicht alleine ausreicht, um abendfüllend zu unterhalten.

Ron stellt sein altes Team wieder zusammen. Champ Kind, ein Sportreporter, der mittlerweile Fledermäuse (und gerne auch alles andere mit einem Fleischanteil) als Hähnchen verkauft, Brian, der als ein berühmter Katzenfotograf sein Dasein fristet, und Brick, der auf seiner eigenen Beerdigung erkennt, dass er doch nicht tot ist, sollen ihm bei seiner neuen Lebensaufgabe zur Seite stehen. Nach dem harten Cut in seinem Leben - beruflich wie privat - wird der knapp zweistündige Film mit etwas Hintergrundgeschichte und merkwürdigen beziehungsweise skurrilen Aktionen aufgezogen. So lässt es sich Ron (erneut von Will Ferrell verkörpert) nicht nehmen im Wohnmobil den Tempomaten einzuschalten und nach hinten zu gehen, eine Schlacht im Park zwischen Nachrichtenteams zu führen oder für eine kurze - sinnfreie - Wendung sein Augenlicht zu verlieren. An einigen Stellen werden die Schauspieler mehr Spaß beim Drehen als der Zuschauer beim Ansehen des Films gehabt haben.

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Brians unkonventionelles Date
Seine Helfer Brian (Paul Rudd) und Champ (David Koechner) bleiben hinter Brick (Steve Carell) allerdings recht blass. Carell darf vor der Kamera herumblödeln, anders ist es gar nicht mehr zu bezeichnen, bis es ihm oder dem Zuschauer zu viel wird. Als durchgeknallter Wettermann kommen ihm nur selten sinnvolle Sätze über die Lippen, genau so, wie es aus dem ersten Teil bekannt ist, was bisweilen gut unterhält. Hinzukommen ein paar Einblicke in die Welt der "News", des Infotainments und natürlich Vorurteile gegenüber Frauen und Frauen, die "Schwarz" sind, wie Ron es ausdrücken würde. Hier und da ein paar Schimpfwörter sowie prominente Gaststars (Harrison Ford, Vince Vaughn, Will Smith, Jim Carrey, Liam Neeson, ...), um die Lücken zu füllen, und fertig ist die Rückkehr einer Legende, die inhaltsleer ist.

Stark präsentiert sich das Bonusmaterial, dem eine zweite Blu-ray gewidmet wurde. Knapp drei Stunden sind mit Einblicken hinter die Kulissen, entfernten, alternativen oder erweiterten Szenen sowie einigen Aufnahmen von Proben versehen. Auch Jack Black, der ebenfalls im ersten Teil eine Rolle spielte, gibt eine kleine musikalische Einlage zum Besten.

Kurzum: "Anchorman - Die Legende kehrt zurück" hat witzige Momente, aber auch Szenen, die weder unterhaltsam, noch spannend und erst recht nicht witzig sind. Den Anchorman ereilt dasselbe Schicksal wie so viele Filme: Die Fortsetzung reicht nicht an den ersten Teil heran. Steve Carell hat im Bonusmaterial dafür die passenden Worte gefunden: "When Adam and Will must've been sitting writing this thing, they were clearly drunk". Zumindest an den Stellen mit (echtem) Humor macht der Film Spaß.

Nicolas Gehling



Blu-ray Disc | Disc-Anzahl: 2 | EAN: 4040884252247 | Erschienen: 5. Juni 2014 | FSK: 12 | Laufzeit: 113 Minuten | Originaltitel: Anchorman: The Legend Continues | Preis: 19,99 Euro | Untertitel verfügbar in: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Japanisch, Portugiesisch, Spanisch, Schwedisch | Verfügbare Sprachen: Dolby Digital 5.1: Deutsch, Portugiesisch, Spanisch
DTS-HD 5.1: Englisch

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