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 Blind Walk


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Die siebzehnjährige Lida und ihr älterer Freund Jesper nehmen an einem sogenannten Blind Walk teil, bei dem sie zusammen mit fünf anderen Teilnehmern mitten in der Natur ausgesetzt werden, und ohne elektronische Hilfsmittel den Weg zurück in die Zivilisation finden müssen. Bereits von Beginn an sorgt die Zusammensetzung der Gruppe für einiges Konfliktpotenzial, doch als die Teilnehmer die Leiche des offensichtlich ermordeten Fahrers finden, eskaliert die Situation. Lida ist davon überzeugt, dass ein Mörder sein Unwesen treibt und der Gruppe nachstellt.

Die Gruppe setzt sich aus den üblichen Verdächtigen, die bei einem Jugendthriller nicht fehlen dürfen, zusammen. Neben Lida nehmen drei weitere Frauen teil. Eine von ihnen ist Natascha, die mit ihrer egoistischen Ader von Anfang an für Sprengstoff sorgt, zumal sie sich sofort an Jesper heranwirft. Mit einem Nerd und einem Frauenschwarm sind weitere Rollen besetzt und natürlich darf mit Isabel, die während ihrer epileptischen Anfälle unheilvolle Voraussagungen über den Tod der Gruppenmitglieder ausstößt, eine leicht verschrobene Kassandra nicht fehlen. Lidas Freund Jesper stellt sich schnell als oberflächlicher Fremdgeher heraus. Warum er nach einer halbjährigen Beziehung ausgerechnet während des Blind Walks scheinbar völlig überraschend mit Lida Schluss macht, gehört vermutlich zu den dramaturgischen Kniffen der Autorin, die damit die Spannungen zwischen den Teilnehmern weiter erhöhen möchte.

Bei Büchern über Jugendliche, die sich freiwillig in der Natur aussetzen lassen und dort von einem Unbekannten bedroht werden, werden Erinnerungen an "Saeculum" von Ursula Poznanski wach. Doch zur Hälfte von "Blind Walk" wird klar, dass doch ein deutlicher Unterschied besteht und der vorliegende Jugendroman zu den Mystery-Thrillern zu zählen ist. Erste Andeutungen werden bereits in einzelnen eingestreuten Kapiteln gemacht, in denen es um den Teenager Sten geht, der nach einem Autounfall im Koma in einem Krankenhaus liegt. Er verlässt seinen Körper und sein Geist wandert in den Wald, wo er schließlich auf Lida trifft. Spätestens an dieser Stelle nimmt die Handlung eine überraschende und auf dem ersten Blick sehr vielversprechende Wendung, die das Buch von der breiten Masse der Jugendthriller abheben könnte. Doch am Ende folgt dank der unausgegorenen Ideen trotz eines spannenden Anfangs und einiger Überraschungen die Ernüchterung. Patricia Schröder versucht, gleich mehrere Themen in diesem Roman unterzubringen, obwohl weniger mehr gewesen wäre. Die Auflösung, wer warum den Jugendlichen im Wald nachstellt, wirkt an den Haaren herbeigezogen und weist mehrere Logiklöcher auf. Parallel dazu wird eine Verschwörung in dem Krankenhaus, in dem Sten liegt, aufgedeckt und eine sich äußerst schnell entwickelnde Liebesgeschichte wird ebenfalls untergebracht.

Fazit: "Blind Walk" beginnt spannend und später folgt eine ausgesprochen vielversprechende Wendung, doch zum Ende hin werden die Handlungen der Protagonisten immer unglaubwürdiger.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu finden.

Annika Schukies



Hardcover | Erschienen: 1. Juni 2014 | ISBN: 9783649617495 | Preis: 17,95 Euro | 448 Seiten | Sprache: Deutsch

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