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 Werwolf von Münster


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
1874: Heinrich Maler wird von der preußischen Geheimpolizei während des Kulturkampfes zwischen Reichskanzler Otto von Bismarck und der Kirche in seine katholische Heimatstadt Münster geschickt, um den örtlichen Bischof zu bespitzeln. Doch dann geschehen mehrere bestialische Morde, bei jedem der Opfer wurde ein Bibelzitat gefunden. Berlin ist davon überzeugt, dass der "Werwolf von Münster", wie der Mörder aufgrund seiner Verkleidung mit einem Wolfspelz getauft wurde, mit der katholischen Kirche in Verbindung steht. Doch Maler hat seine eigenen Theorien und überwirft sich mit seinem Arbeitgeber. Die Lage spitzt sich zu, es kommt zu Tumulten.

Der Kriminalroman lebt neben der Spannung vor allem von der historischen Atmosphäre, die Stimmung während der Gründerzeit ist gut wiedergegeben. Die geschilderten geschichtlichen Ereignisse gehören zwar zum Unterrichtsstoff in der Schule, werden aber nicht mehr jedem präsent sein.

"Der Werwolf von Münster" spielt zur Zeit des Kulturkampfes, als Berlin, die Hauptstadt des Deutschen Reichs, rabiat gegen die Sozialdemokraten und die katholische Kirche vorging. Kanzler Bismarck, der unter anderem eine Trennung von Kirche und Staat anstrebte, sah die Geistlichen als Bedrohung an, und wollte diese bekämpfen, was zu einer Verhärtung der Fronten führte. Im konservativen Münster gibt die Kirche zwar den Ton an, aber die Damen und Herren der Bürger- und Oberschicht interessieren sich immer mehr für Séancen, dadurch bekommen Spiritisten Zulauf.

Heinrich Maler steht zwischen den Fronten. Einerseits arbeitet er für die preußische Geheimpolizei, andererseits wurde er katholisch erzogen und der Bischof von Münster zählt zu den Freunden seines Vaters. Ihm ist es zuwider, den Geistlichen auszuhorchen. Dafür ist er mit Leib und Seele Kommissar und setzt alles daran, den Serienmörder zu finden. Als rational denkender Mensch steht er dem Okkultismus skeptisch gegenüber, was zu Spannungen mit seiner großen Liebe, Katharina Kaufmann, die häufig Séancen besucht, führt.
Die Mordfälle sind packend und durchaus auch blutig, aber nicht so spektakulär und reißerisch dargestellt wie in manchen zeitgenössischen Krimis oder Thrillern. Natürlich darf ein religiöser Hintergrund nicht fehlen, fanatische Mörder verkaufen sich schließlich immer gut. Das Autorenpaar Maria Rhein und Dieter Beckmann schafft es, sowohl Maler als auch den Leser zu Beginn auf eine falsche Fährte zu führen, wobei am Ende aber immer klarer wird, wer tatsächlich der Werwolf von Münster ist.

Fazit: "Der Werwolf von Münster" ist ein atmosphärischer und spannender Kriminalroman im Rahmen des Kulturkampfs zwischen Otto von Bismarck und der katholischen Kirche. Fans historischer Romane werden hieran ihre Freude haben.

Annika Schukies



Taschenbuch | Erschienen: 5. März 2014 | ISBN: 9783839214923 | Preis: 12,99 Euro | 376 Seiten | Sprache: Deutsch

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