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 Devoured - Verschlungen


Cover
Gesamt +++--
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Die alleinerziehende Mutter Lourdes teilt das Schicksal vieler mexikanischer Einwanderer in Amerika. Sie lebt in New York, wo sie ihre einzige Chance sieht, genügend Geld für eine notwendige Operation ihres schwerkranken Sohnes Oliver zu verdienen. In einem kleinen französischen Feinschmecker-Restaurant schrubbt, putzt und wienert sie Nacht für Nacht das Etablissement auf Hochglanz und dient damit der dekadenten New Yorker Geschäftswelt. Abwechslung vom eintönigen Leben sowie den Schikanen ihrer Chefin Kristin und dem Küchenchef Billy, bieten Lourdes nur die allabendlichen Telefonate mit ihrem Kind. Doch die Zeit drängt und Lourdes muss zu drastischeren Maßnahmen greifen, um das Geld für die Operation rechtzeitig aufzubringen. Sexuelle Dienste an einigen Restaurant-Gästen scheinen dafür ein profanes Mittel zu sein, was bald zu ungeahnten Folgen führt ...

Die Szenerie startet mit einer Zeitenwende und in der Gegenwart. Die junge Lourdes wird von der Polizei regungslos und ganz offensichtlich tot auf den kalten Fliesen im Restaurant gefunden. Die Ermittler versuchen, sich einen Reim auf die Geschehnisse und die Todesursache zu machen und untersuchen die Räumlichkeiten des Hauses. Das, was sie dort entdecken, ist verstörend, schockierend und zeichnet ein völlig anderes Bild der Situation. Aber abgerechnet wird zum Schluss und der Film beginnt mit der rückwärtigen Erzählung der Vorgeschichte.

Lourdes Leben ist an Trostlosigkeit kaum zu überbieten. Illegal in der Weltmetropole New York und mitten im amerikanischen Traum gestrandet, versucht sie sich, als Putzfrau irgendwie über Wasser zu halten. Ihre Behausung ist kümmerlich, die Tage sind elend, der Lohn gering, das Arbeitsklima rau. Aber die Hoffnung, mit dem ersparten Geld ihr einziges Kind Oliver retten zu können, gibt ihr die notwendige Kraft, den stupiden Alltag hinter sich zu bringen. Die direkte Konfrontation mit der gesellschaftlichen Oberschicht und deren Völlerei in jeder Hinsicht, wirft einen gelungenen sozialkritischen Aspekt auf die Handlung. Gerade im ersten Teil der 86 Minuten Spielzeit überwiegt damit der dramaturgische Ansatz und Horror im klassischen Sinne, bleibt ein sehr spärlich in Szene gesetztes Nebenszenario. Die Mutterliebe lässt Lourdes irgendwann zu drastischeren Mitteln greifen, der Film wird dunkel, dramatisch und düster. Die Schockmomente sind vorhersehbar aber durchaus gelungen, die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen zusehends. Spukt es im Restaurant? Oder birgt Lourdes ein schreckliches Geheimnis?

"Devoured" entwickelt seine Stärke aus dem überzeugenden Schauspiel der Protagonistin, während die Nebendarsteller ziemlich blass bleiben. Wirklich abgedreht und böse ist der Film nicht, die Handlung ist zu vorhersehbar, die Stilmittel zu eintönig und wiederholt. Anhänger und Freunde von Splatter und Gore sollten aus diesem Grund einen weiten Bogen um die DVD machen, während Freunde von Psychodramen und etwas hintergründigen Schlägen in die Magengrube vom Ergebnis gegebenenfalls sogar "verschlungen" werden. Ein kleiner Geheimtipp.

Tom Schuster



DVD | Disc-Anzahl: 1 | EAN: 4048317373536 | Erschienen: 22. Juli 2014 | FSK: 18 | Laufzeit: 86 Minuten | Verfügbare Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digtal 2.0)

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