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 Das Teufelsloch

Autoren: Antonia Hodgson
Übersetzer: Katharina Volk
Verlag: Knaur

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
London, 1727: Weil der junge Tom Hawkins seine Schulden nicht bezahlen kann, landet er in dem berüchtigten Gefängnis The Marshalsea. Seine einzige Chance, wieder aus diesem Teufelsloch herauszukommen, besteht darin, den Mord an einem ehemaligen Insassen aufzuklären. Dessen Witwe glaubt nicht an einen Suizid und versetzt die zuständigen Behörden in Unruhe. Doch das Mashalsea mit seinen skrupellosen Wächtern und den dubiosen Insassen ist ein lebensgefährlicher Ort und bald hofft Tom nur noch, dass er irgendwie überlebt.

Das Schuldnergefängnis Marshalsea, im Londoner Stadtteil Southwark gelegen, war bis 1842 im Betrieb. Wer noch ein wenig Geld besaß und somit für seine Zelle sowie Essen bezahlen konnte, landete auf der Master's Side, wo es eine eigene Infrastruktur mit Gaststätten und Prostituierten gab. Die Ärmsten der Armen landeten gleich auf der Common Side. Dort wurden die Gefangenen wie Vieh in zu kleine Zellen gepfercht und die Insassen gingen erbärmlich an Krankheiten und Unterernährung zugrunde. Um aus den Insassen auch noch das letzte Geld herauspressen zu können, wurden die Leichen erst freigegeben, wenn die Verwandten dafür bezahlten. So konnte es passieren, dass die Verstorbenen oft tagelang einfach liegen gelassen wurden. Schikane und Folter gehörten zur Tagesordnung.

Der liebenswerte Lebemann Tom Hawkins, der die Frauen, das Glücksspiel und den Alkohol liebt, wandert in seinen unfreiwilligen Ermittlungen zwischen Master's und Common Side hin und her, immer mit der Angst, dass die korrupten Wärter ihm den letzten Penny aus der Tasche ziehen und er schließlich auf der falschen Seite landet, die seinen sicheren Tod bedeuten würde. Obwohl der Kriminalfall spannend mit überraschenden Wendungen ist, zieht der Roman seinen besonderen Reiz aus den grausigen und erschütternden Schilderungen der damaligen Umstände in dem privat betriebenen Schuldnergefängnis.

Komplettiert wird das Bild durch eine Ansammlung skurriler und teilweise skrupelloser Figuren. Zu ihnen gehört William Acton, stellvertretender Direktor des Marshalseas, den es wirklich gab. Acton, auch Metzger genannt, war ein brutaler Tyrann, der seine Gefangenen auch gerne mal selbst auspeitschte und die Preise für die Zellen nach Belieben gestaltete. Toms Mitinsasse Fleet ist dagegen eine reine Fiktion der Autorin. Fleet ist ein undurchsichtiger Charakter, der seine Mitmenschen zum eigenen Vergnügen manipuliert und von allen Bewohnern des Marshalseas gefürchtet wird. Nahezu alle Figuren dieses bis zum Ende nicht vorhersehbaren Romans haben ihre eigene Agenda und nicht selten erleben Tom und der Leser dabei einige böse Überraschungen.

Fazit: "Das Teufelsloch" ist ein fesselnder Kriminalroman vor faszinierender, aber auch brutaler historischer Kulisse. Die Autorin schafft es, das damalige London vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu finden.

Annika Schukies



Hardcover | Erschienen: 21. August 2014 | ISBN: 9783426653456 | Originaltitel: The Devil in the Marshalsea | Preis: 19,99 Euro | 496 Seiten | Sprache: Deutsch

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