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 Tage wie Salz und Zucker

Autoren: Shari Shattuck
Übersetzer: Nicole Seifert
Verlag: Rowohlt Tb

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Bisher hat es das Leben nicht gut gemeint mit Ellen Homes, die stark übergewichtig ist und ein durch Narben entstelltes Gesicht hat. So ist es ihr dann auch lieber, dass die Menschen sie nicht mehr wahrnehmen, fast scheint es so, als sei Ellen unsichtbar. Ellens Hobby ist es, ihre Mitmenschen zu beobachten und darüber genau Buch zu führen. Die junge Temerity ist das genaue Gegenteil. Obwohl blind, liebt sie das Leben. Zufällig rettet Ellen Temerity vor zwei Taschendieben und die beiden Frauen freunden sich an. Plötzlich gibt sich Ellen nicht mehr mit der Position der stillen Beobachterin zufrieden, sondern mischt sich, angetrieben von Temerity, ein. Langsam wird sie auch wieder für ihre Mitmenschen sichtbar.

Mit "Tage wie Salz und Zucker" hat Autorin Shari Shattuck ein modernes Märchen geschrieben. Zwar ist Ellen Homes kein Aschenputtel, aber wie sie langsam ins Leben zurückfindet, wieder Freude und Glück empfinden kann, ist so zauberhaft, dass es dem Leser selbst ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Dabei werden einige Szenen deutlich überzeichnet und es wird natürlich auch niemand glauben, dass eine Person tatsächlich nahezu unsichtbar werden kann, auch wenn sie es schafft, sich fast komplett aus dem Leben zurückzuziehen.

Während Ellen am liebsten nur wertfrei beobachtet und nicht den Drang verspürt, irgendwie einzugreifen, auch wenn dies für den Beobachteten hilfreich wäre, ist Temerity das genaue Gegenteil. Sie mischt sich gerne ein, hat ein freches Mundwerk und kleidet sich auffällig. Kein Wunder, dass Ellen den Eindruck hat, in einen Wirbelsturm geraten zu sein, als sie eine zu Beginn eher zögerliche Freundschaft mit Temerity beginnt.
Wie nicht anders zu erwarten, verursachen Ellen und ihre neue Freundin einiges an Chaos. Doch während sie sich auch selbst ungewollt in Lebensgefahr bringen, schaffen sie es am Ende doch, dass ihren "Opfern" eine Lösung für ihre Probleme präsentiert wird; ein Happy End ist also garantiert.

Auch wenn Ellens Wandlung, insbesondere ihre Ernährungsumstellung, manchmal in einer Geschwindigkeit erfolgt, die wenig glaubwürdig ist, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Dafür macht der überraschend unsentimentale Roman zu viel Spaß und der Leser fragt sich, was die beiden Freundinnen als Nächstes anstellen und anstoßen werden. Eine Fortsetzung ist übrigens bereits in Planung.

Fazit: "Tage wie Salz und Zucker" ist ein berührender Roman, der dem Leser ein wohliges Gefühl vermittelt. Also beste Unterhaltung für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa.

Eine Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu finden.

Annika Schukies



Taschenbuch | Erschienen: 1. Oktober 2014 | ISBN: 9783499268670 | Originaltitel: Invisible Ellen | Preis: 9,99 Euro | 366 Seiten | Sprache: Deutsch

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