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 Shadowrun-Roman, Band 50: Töne der Unendlichkeit

Serie: Shadowrun-Roman, Band 50
System: Shadowrun
Verlag: Heyne

Cover
Gesamt ++++-
Brutalität
Spannung
Unruhe in Hamburg. Die weltberühmte Sängerin Eternity wird am nächsten Tag ein Konzert geben. Doch in der Nacht stürzt der legendäre Leadsänger Richard Wissenbach unter mysteriösen Umständen aus der dreißigsten Etage des Siegel-Towers. Deshalb fängt der Musikkonzern Siegel-Devil-Records an, sich um die Gesundheit von Eternity zu sorgen.
Also wird das Team Pik-Dame unter der Leitung von Paul Frazer beauftragt, die blinde Sängerin zum Atlantic-Hotel zu eskortieren. Doch kaum in der Hotelsuite angekommen, läuft alles schief. Sämtliche Sicherheitssysteme fallen aus, maskierte Angreifer eröffnen das Feuer und Eternity wird von einem Helikopter entführt. Paul vermutet ein abgekartetes Spiel. Ist ein feindlicher Musikkonzern für den Anschlag verantwortlich - oder steckt womöglich Eternity selbst dahinter? Er ist entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen...

"Töne der Unendlichkeit" ist Band 50 der Shadowrun-Reihe bei Heyne und der inhaltliche Nachfolger zu "Auf dem Sprung". Den Abschluss der Trilogie bildet "Elementares Wissen".

Das Cover ist etwas besser als das bei Band 49 und zeigt eine Actionszene. Passt zwar auch nicht unbedingt zum Buch, wirkt aber irgendwie mehr nach Shadowrun. Wieder liegt ein sprachlich gesehen einfach zu lesendes Buch vor. Auch wenn mehrere Handlungsstränge parallel laufen und auch der Hintergrund der Figuren nach und nach geschildert wird, ist das Buch einfach zu lesen. Störend sind hierbei aber zwei Faktoren: Erstens gehen nicht zusammenhängende Absätze manchmal einfach ineinander über. Zweitens ist der Figurenhintergrund auch mal mitten in einer Action-Szene platziert. Überhaupt steht wie auch bei "Auf dem Sprung" die Action im Vordergrund.

Direkt am Anfang werden zwei neue Protagonisten eingeführt. Einmal der Samurai Snooker, der direkt ziemlich tief in der Scheiße gerät. Einen Tag nach dem Tod von Richard Wissenbach begleiten sein Chummer BB und er einen Nachwuchssänger nach Hamburg. Tja, leider sterben sein Chummer und der zu beschützende Objekt noch am Flughafen. Und auf der Jagd dem Mörder hinterher tötet er aus Versehen eine unbeteiligte Zivilperson. Deswegen wird er direkt verhaftet. Und die zuständige Beamtin ist ganz scharf darauf, ihm das Leben zur Hölle zu machen.
Der nächste der ins Spiel kommt ist der heruntergekommene Journalist Frank, der früher für Siegel-Devil-Records gearbeitet hat. Alles andere als ein strahlender Held, sondern mehr eine tragische Person. Aber schnell steckt er auch in Dingen, die sein Leben kosten könnten.
Das Team Pik-Dame wird nach dem Tod von Richard Wissenbach und des Nachsuchssängers angeheuert, die Sängerin Eternity zu beschützen. Nun ja, als Leser kommt dies einen anfangs ziemlich unsinnig vor. Einmal von Siegel-Devil-Records, die selber einen ziemlich guten Wach- und Personenschutzdienst haben. Und auch vom Team her ist es doch mehr als dumm sich als Shadowrunner vor den Kameras der Medien zu bewegen. Aber am Ende wird erwähnt, das es die Idee von Eternity war (auch, warum).
Auch komisch fand ich die Tatsache, das Chet Raton und das Team mit einem Wagen von Raton verfolgt. Auffälliger geht es ja kaum.
Snap gehört nun zum Team und ist immer noch in Icebaby verliebt. Diese ist aber nach den Ereignissen im ersten Teil an ihr Bett gefesselt und nur noch in der Matrix aktiv. Beide Figuren werden im Laufe der Handlung mehr und mehr beleuchtet und gehören zu den interessantesten Figuren der Reihe.

Musik spielt, welch Wunder bei dem Romantitel, eine große Rolle. Einmal in den passenden, wenn auch verwirrenden Zwischenüberschriften wie Reprise, Zwischenspiel und Durchführung 3.0. Dann in den besonderen Fertigkeiten von Eternity. Und ständig hören die Runner ihre Lieblingsmucke. Z.B. heizt Raton zu AC/DC mit einem Copter durch die Häuserschluchten Hamburgs. Etwas merkwürdig ist aber die Tatsache, dass eigentlich alle Bands, die von den Runnern gehört werden, aus dem zwanzigsten Jahrhundert stammen. Aber das Musik-Biz ist schon interessant dargestellt.

Sehr interessant fand ich den Besuch eines der Runner auf dem Limbus, der "Meta-Abfall-Halde" von Hamburg.
Intelligent wird hier die Ghul-Problematik behandelt.

Die Bösewichter sind schon derbe Kaliber. Ein bösartiger Schatten und ein menschlicher Killer mit ziemlich krankem Hirn. Nichts für zarte Seelen, manche Szenen sind wirklich sehr hart. Auf alle Fälle ein interessantes Gegner-Duo.
Kurz gesagt ist "Töne der Unendlichkeit" wie "Auf dem Sprung" ein Action-Feuerwerk. Aber hier gewinnen die Charaktere mehr an Plastizität, die Einführung geschah ja schon im ersten Teil. Durch Eigenheiten, Vorlieben und Abneigungen sind sie mehr als platte Klischees. Eigentlich alle verändern sich während der Trilogie. Leider überleben nicht alle vom Team.
Ich fand die 462 Seiten sehr kurzweilig zu lesen. Es empfiehlt sich aber, vorher "Auf dem Sprung" gelesen zu haben. Zwar kann "Töne der Unendlichkeit" auch unabhängig bzw. einzeln gelesen werden, aber ohne die Charaktereinführung/ -entwicklung fällt denke ich viel vom Lesespaß weg.

Bernd Wachsmann



Taschenbuch | Erschienen: 1. Januar 2004 | ISBN: 3453875400 | Preis: 7,95 Euro

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