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 Amuse-Gueule

Autoren: Christina Bacher
Verlag: KSB Media

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Eigentlich kann Karla mit ihrem auf regionale Zutaten spezialisierten Restaurant zufrieden sein, und auch ihr Liebesleben erhält gerade einen Impuls. Aber da stürzt ihre Mutter auf der Treppe, und ihr Leben gerät aus den Fugen.
Denn auch Karlas Mutter Amalie führt ein Restaurant, freilich nicht in Köln wie Karla, sondern mitten in der Pfalz: das "Amuse-Gueule", ein nur samstags geöffnetes Edelrestaurant, das sich in heftiger Konkurrenz mit dem nahe gelegenen bodenständigen "Forellenhof" liefert, schon seit Generationen.
Karla findet eine Vertretung und fährt in die Pfalz, um ihrerseits die Mutter zu vertreten und natürlich auch im Krankenhaus zu besuchen. Zwischendurch kommt sie mit Lars zusammen, dem Sohn des "Forellenhof"-Besitzers, dessen Attraktivität über die Jahre der räumlichen Trennung nicht abgenommen hat. Gleichzeitig hat Karla den Eindruck, dass ihre neue, hoffnungsvolle Internetbekanntschaft sie stalkt.
Und dann beginnen die Morde. Vorgenommen mittels Lebensmitteln und Gerichten aus dem "Amuse-Gueule". Für Karla besteht ab jetzt keinerlei Amusement.

Gewohnt spritzig erzählt Christina Bacher die Geschichte um Karla, dabei unaufgeregt und immer mit einer kräftigen Prise eines pechschwarzen Humors, der mehr britisch als pfälzisch oder kölsch wirkt. Karla im Knast fungiert als Rahmenhandlung, und der Leser ahnt sogleich, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht, ist Karla doch von der ganzen Angelegenheit letztlich nicht minder verwirrt als er selbst und sich und ihre Mithäftlinge eher durch einen Schleier wahrnimmt, schließlich hat das Ganze sie mitten aus ihrer gewohnten Welt herausgerissen, in der sie erfolgreich und souverän war.
Zugleich finden Rückblenden statt, die das Geschehen rund ums "Amuse-Gueule" aufarbeiten. Dass es dabei einiger Ausflüge an die Nordsee bedarf, erstaunt nicht wirklich, nachdem die Biografie von Mutter Amalie umrissen wurde, die dort eine Ausbildung absolvierte und die Liebe ihres Lebens kennen lernte. Inwiefern diese im Zusammenhang mit den pfälzischen Morden steht, zeigt sich erst allmählich. Denn obgleich es nicht an Andeutungen mangelt, ergibt sich nur mit der Zeit ein rundes, schlüssiges Bild. Lange bleibt zudem die Rolle von "Forellenhof"-Ralf und seinem Vater im Unklaren.

Die Handlung ist pfiffig und schlüssig aufgebaut, und obgleich der Täter dem Leser frühzeitig als solcher vorgestellt wird, geht keine Spannung verloren. Ein Lob an den raffinierten Aufbau und die gut durchdachten Charaktere: Diese Lektüre macht einfach Spaß und präsentiert auch einige wohlplatzierte Spitzen.

Regina Károlyi



Taschenbuch | Erschienen: 8. Oktober 2014 | ISBN: 9783945195277 | Preis: 10,50 Euro | 100 Seiten | Sprache: Deutsch

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