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 Die Geschichte von Carl Mops

Der verloren ging und wieder nach Hause fand


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Carl Mops erfüllt das Klischee von einem richtigen Schoßhündchen: Während andere Hunde auf der Wiese herumtollen, hat er es sich in der Tasche seines "Frauchens" gemütlich gemacht. Und selbst dort ist ihm jede Bewegung zu viel. Das ändert sich jedoch schlagartig, als "Frauchen", aufgeschreckt durch einen wichtigen Telefonanruf, Hals über Kopf aus einem Feinschmeckerladen stürmt und dabei doch glatt Carl Mops angeleint vor dem Geschäft vergisst. Als es Carl Mops endlich gelingt, sich aus seinem Halsband zu befreien, beginnt für ihn eine Begegnung mit der nächtlichen Straßenwelt. An einer dunklen Ecke macht er dabei Bekanntschaft mit Paula, die genau das Gegenteil von Carl ist: riesengroß, schmutzig und auf Zack, eine echte Straßenhündin halt. Doch die anfängliche Skepsis ist schnell überwunden und so machen sich die beiden auf den Weg, um Carls Zuhause wieder zu finden.

"Die Geschichte von Carl Mops" ist ein modern gezeichnetes Bilderbuch, welches insbesondere durch die zeichnerische Plastizität und die warme Farbgebung zu einem echten Blickfang wird. Sehr kunstreich sind zudem auch die Perspektiven und Bildausschnitte der einzelnen Bilder, die gekonnt mit Ober- und Untersicht beziehungsweise mit der Wahl des Bildausschnittes spielen. So ist beispielsweise Carls "Frauchen" auf den Eingangsbildern maximal schulterabwärts zu sehen, so dass diese anonym bleibt. Dies ändert sich im Grundsatz auch nicht, als Carl so viel sei vorweggenommen wieder zurückkehrt. Lediglich der Blick ändert sich etwas, indem sie jetzt von hinten gezeigt wird.


Wo bin ich bloß? Diese Gegend kenne ich gar nicht. Ist hier denn niemand, der mir helfen kann? Ich habe Angst.


Diese dargestellte Anonymität verweist bereits auf eine weitere Besonderheit des Buches: die kritischen Untertöne, die auf die großstädtische Konsumwelt abzielen, in der ein Mops eben auch nichts anderes als ein x-beliebiger Luxusartikel ist. In diesem Sinne wirkt Carl Mops auf der Auftaktseite, welche die spärliche Wohnungseinrichtung einer gediegenen Möchtegernwohnung zeigt, wie ein modisches Accessoire. Dazu passt auch, dass "Frauchen" mit Paula, der Straßenhündin, mit deren Hilfe Carl wieder nach Hause findet, zunächst partout nichts anfangen kann und sie nur als "zotteligen Köter" bezeichnet. Hier zeigt sich, dass sich das Buch nicht nur an Kinder ab fünf Jahren so die offizielle Angabe richtet, sondern durchaus eine eigene Sinnebene für die Eltern bereithält, welche sich mit älteren Kindern auch thematisieren lässt.

So kunstvoll die Bilder und anregend die Story auch wirken, so gewöhnlich ist leider der Text des Bilderbuches. Denn dieser kommt ohne allzu großen Sprachwitz und mit wenig sprachlicher Finesse aus. Muss wohl daran liegen, dass ja aus der Sicht eines Mopses erzählt wird.

FAZIT: Ein Bilderbuch mit eigenem zeichnerischen Flair und einer tiefgründigen Geschichte, deren Sprache jedoch der kunstvollen Bilderwelt etwas nachsteht.

Weitere Informationen zum Buch sowie einen You-Tube-Spot mit Bildern des Buches finden sich auf der Webseite des Verlags.

Matthias Jakob Schmid



Hardcover | Erschienen: 19. Juni 2014 | ISBN: 9783942787345 | Preis: 12,95 Euro | 32 Seiten | Sprache: Deutsch

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