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 The Diviners, Band 1: Aller Anfang ist böse

Serie: The Diviners, Band 1
Autoren: Libba Bray
Übersetzer: Barbara Lehnerer
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Evie O'Neill soll zu ihrem Onkel nach New York, weil sie sich mal wieder ungebührlich benommen hat. Eigentlich ist diese Maßnahme als Strafe gedacht und Evie bemüht sich natürlich möglichst zerknirscht zu wirken, aber eigentlich ist es für das Mädchen genau das, was sie sich gewünscht hat. Endlich kommt sie weg von der bornierten Kleinstadt, in der sie wohnt und kann das tun, was sie wirklich will: die aufregende Großstadt mit all ihren spannenden Menschen und legendären Partys erleben.
Das neue Leben bei ihrem Onkel Will ist genau das, was sie sich vorgestellt hat, sie genießt bei ihm in New York viele Freiheiten und kann tun und lassen, was ihr beliebt. Das soll sich allerdings ändern, als die Stadt durch einen grausamen Mord in Aufruhr gerät. Tatsächlich wird Evies Onkel in seiner Funktion als Direktor des Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes zu den Aufklärungsarbeiten hinzugezogen, da die gefundene Leiche alles andere als gewöhnlich ist. Zwar weiß Will nicht, was hinter der Angelegenheit steckt, aber Evie entdeckt etwas ganz Erstaunliches, als sie die Kleidung der Toten berührt. Sie besitzt eine geheime Gabe, diese zeigt ihr den letzten Moment des Lebens der Ermordeten. Evie kann ganz persönliche Dinge über einen Menschen erfahren, wenn sie etwas berührt, an dem seine Emotionen hängen. Erzählt hat sie davon bisher noch niemandem, aber vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, von dieser Gabe sinnvoll Gebrauch zu machen und sie nicht nur auf Partys einzusetzen, um ihren Freunden zu imponieren.

Der erste Band der "The Diviners"-Reihe hat den (zugegebenermaßen etwas nichtssagenden) Titel "Aller Anfang ist böse". Mit seinen rund siebenhundert Seiten ist er ein stattliches literarisches Werk, das sich schnell und spannend liest. Die Autorin Libba Bray, die einigen Lesern bereits durch ihre erfolgreiche Serie "Der geheime Zirkel" bekannt sein dürfte, hat einen Schreibstil, dem es mühelos gelingt modern und flüssig zu sein, dabei aber die Stimmung der Zeit einzufangen, in der er spielt. Evies Geschichte ist in den 1920er Jahren angesiedelt, die Bray sehr detailreich darzustellen weiß. Dadurch kann sich der Leser sehr genau vorstellen, wie die Metropole New York damals ausgesehen haben mag und wie eine junge Frau dort lebte, die die Welt für sich erobern wollte. Man merkt dem Roman an, dass Bray gründliche Recherchen betrieben hat und sich sehr genau an historische Fakten hält. Das macht die Geschichte noch authentischer.
Auch die Ausarbeitung der Charaktere ist gut gelungen. Sie haben alle spezielle Eigenarten und sind nicht "glattgeschliffen". Ihre Fehler machen sie liebenswert und geben das Gefühl, dass es sich um echte Menschen handelt.

Evie ist eine junge Frau, der man sich schnell verbunden fühlt. Es macht Spaß mit ihr zusammen die neue, große Stadt unsicher zu machen. Dabei erlebt sie viel Positives, lernt aber auch die Schattenseiten kennen. Sie ist allerdings nicht die einzige Figur, die der Leser begleitet. Es gibt da zum Beispiel noch Sam Lloyd, einen jungen Mann, der zwar sympathisch aussieht, aber ein Dieb ist. Evie fasziniert ihn und zwischen den beiden entwickelt sich eine interessante Beziehung, die sich auf ungeahnte Weise entwickelt. Es bekommen noch andere Personen besondere Rollen, selbst in die Sichtweise der Mordopfer wird ein Einblick gewährt, was für einige wirklich gruselige Szenen sorgt.

Auch wenn "The Diviners" sich an Fakten hält, ist es doch ein mystischer Roman. Die Gabe der Protagonistin ist für sich gesehen schon sehr ungewöhnlich, es wird aber schnell klar, dass es noch viel mehr zu entdecken gibt. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Ermittler auf seltsame okkulte Zusammenhänge, die sie bis an die Grenzen ins Reich der Geister führen. Libba Bray nähert sich diesen übernatürlichen Geheimnissen, die erst nach und nach an die Oberfläche der Geschichte gelangen, mit einem untrüglichen Gespür für Spannung und Leselust.

Fazit:
"The Diviners" ist eine gelungene Mischung aus Krimi und Mystery, der in den berühmten Goldenen Zwanzigern spielt. Libba Bray hat ein Gespür dafür, wie sie die Leser an die Seiten fesseln kann. Sie lässt sie tief in die Gefühlswelten ihrer Figuren eintauchen und erzählt dabei eine spannende und unterhaltsame Geschichte voller Gänsehautmomente.

Auf der Verlagsseite finden sich viele Extras zum Buch, zum Beispiel ein Trailer und eine XXL-Leseprobe.

Bine Endruteit



Hardcover | Erschienen: 1. Oktober 2014 | ISBN: 9783423760966 | Originaltitel: The Diviners | Preis: 19,95 Euro | 704 Seiten | Sprache: Deutsch

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