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 Die Blume der Erinnerung

Serie: Golias, Band 2
Autoren: Serge Le Tendre
Illustratoren: Jerome Lereculey
Übersetzer: Rossi Schreiber
Verlag: Ehapa Comic Collection

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Anspruch
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Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Durch die arglistigen Intrigen und die damit verbundene Machtübernahme seines Onkels Polynos musste Prinz Golias seine Heimat verlassen. Er und seine Gefährten sind immer noch auf der Suche nach der magischen Blume der Erinnerung, die seinen vergifteten Vater heilen und damit die Ordnung im Reich wieder herstellen könnte. Doch nicht nur dass die Blume an dem sagenumwobenen Baum des Kronos wächst, der bloß einmal im Jahr für die Sterblichen sichtbar ist und jetzt nur noch wenige Tage verbleiben, auch der Erwerb des Heilmittels fordert seinen Preis. Lediglich wenn Golias bereit ist, Kronos, dem Herrscher über die Zeit, zehn Jahre seines Lebens zu schenken, kann das Unterfangen gelingen. Zusammen mit Golias' Schwester Arena, die überraschend und verändert auf die Gruppe trifft, machen sie sich auf eine gefährliche Reise.

Nach dem Ende des ersten Bandes ("Der verlorene König") und mit Beginn des zweiten stellt der Leser verblüfft fest, dass zwar die Monate ins Land gegangen sind, Prinz Golias, Konios und der Schamane Sarhan sich aber nach wie vor in der gleichen Ausgangslage befinden. Sie suchen weiterhin nach der Blume der Erinnerung, einem Heilmittel für den rechtmäßigen König. Was also haben Golias und seine Begleiter in der Zwischenzeit getan, um ihrem Ziel näher zu kommen? Anscheinend nichts - zumindest nichts, von dem der Leser erfährt. Selbst eine Priesterin der Athene, die sich offenbar die gleiche Frage stellt, erhält nur die Antwort "Wir wollten die Göttin nicht stören".
So bleiben ihnen lediglich noch zehn Tage für die Reise, die Überwindung einiger Gefahren und die Erklimmung des Baums. Das zeitliche Limit soll zweifellos die Spannung steigern, bloß gibt es keinen vernünftigen Grund, warum sie sich erst jetzt dieser Aufgabe stellen. Ein großes, vordringliches Problem wäre in diesem Fall wohl angemessen gewesen. Wie beispielsweise die Befreiung von Golias' Schwester Arena, auf die die Gefährten nun stoßen - nur dann wesentlich komplizierter und zeitraubender dargestellt als aktuell.

Dadurch, dass Arena im ersten Band unfreiwillig zurückgelassen worden ist und Schreckliches erleiden musste, hat sie all ihre Erinnerungen verloren. Damit steht dieses Mal sie im Mittelpunkt der Geschichte. Zum einen wird in Rückblenden ihr Schicksal der letzten Monate geklärt - im Unterschied zu den übrigen Helden -, zum anderen sorgt sich ständig einer ihrer Begleiter um sie. Und obwohl Arena weiß, wo die Insel der Seligen liegt und ihre Musik dort die Hydra, den Wächter des Baums besänftigt, ist sie teilweise sogar mehr eine Last als Hilfe. Schließlich ist es genauso ihre Musik, die die Sirenen auf die Gruppe aufmerksam macht und damit in Bedrängnis bringt.
Leider sind auch die Dialoge diesmal schwach ausgefallen, denn nur wenige sind wirklich bedeutungsvoll. Ganz zum Ende hin wird es dann aber noch einmal spannend, wenn die Geschwister erkennen, dass sie die einzige Familie sind, die sie noch haben. Golias erfährt also von allen tragischen Ereignissen seit seiner Flucht. Nun dürfte es interessant werden, was Golias unternimmt, um seinen rechtmäßigen Thron zurückzubekommen.

Sarah Mehring



Hardcover | Erschienen: 9. Januar 2014 | ISBN: 9783770437481 | Originaltitel: Golias 2 - La Fleur du Souvenir | Preis: 15,00 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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