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 Death Experience, Band 1: Die Barke des Ra

Serie: Death Experience, Band 1
Autoren: Denis Bajram, Valérie Mangin
Illustratoren: Jean-Michel Ponzio
Übersetzer: Harald Sachse
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Nach jahrelanger Vorbereitung startet im Jahre 2019 das Projekt "Ra". Mithilfe eines Raumschiffs soll die Besatzung ins Jenseits reisen können. Finanzier Katlyn Fork, die reichste Frau des Planeten, hat einen ganz eigenen Anlass für dieses Projekt. Ihr Sohn liegt seit zehn Jahren im künstlichen Koma. Da sein Tod bevorstand, wurde er von Ärzten in diesen Zustand versetzt. Mithilfe des Projektes "Ra" will Fork ihn nun ins Leben zurückholen. Dafür soll eine Crew aus Wissenschaftlern und Technikern ihm nach seinem Tod folgen - ins Reich der Toten. Das Projekt beginnt mit einem für Katlyn Fork sehr schweren Schritt - sie muss ihren Sohn sterben lassen ...

Auf zwei Bände angelegt ist "Death Experience" aus der Feder der Szenaristin Valérie Mangin und dem Zeichner Jean-Michel Ponzio. Denis Bajram hat zudem die Idee und die visuelle Postproduktion beigesteuert. Alle drei sind nicht unbeleckt, wenn es um Science-Fiction und auch um religiöse Themen geht. In "Death Experience" kommt es nämlich genau zur Verquickung dieser beiden großen Bereiche. Interessant ist dabei vor allem die Mischung der Crewmitglieder auf dem Raumschiff. Da haben die Autoren ein buntes Team zusammengestellt. Unter anderem reisen hier ein katholischer Würdenträger mit Nobel-Preisträger-Titel in Physik, die als reichste Frau der Welt geltende Katlyn Fork und der Archäologe Isaac Levy, der bei einem Anschlag seine gesamte Familie verloren hat. Weiterhin die das Schiff durch den Raum im Jenseits steuernden Raumpiloten. Jeder hat dabei seine ganz eigenen Erwartungen an diese ungewöhnliche Reise, und es zeigt sich schnell, dass die meisten sich zu blauäugig auf diese Mission eingelassen haben. Ein erstes Opfer müssen sie nur kurze Zeit nach dem Start dem Jenseits überlassen.

Mit Zeitsprüngen auf den ersten paar Seiten beleuchtet die Autorin verschiedene archäologische Projekte, die einen Bezug zur Jenseitsforschung und den Tod haben und an denen einige der Protagonisten teilhaben. Der Bezug zur eigentlichen Story erschließt sich in diesem Band jedoch noch nicht vollständig. Tatsächlich sind diese ersten Seiten eher verwirrend. Überhaupt kann die Story durch schnelle Wechsel zwischen dem steuernden Hauptquartier und dem Raumschiff Horus Ra den Leser leicht abhängen. Es lohnt sich daher den Comic ein zweites Mal zu lesen - insbesondere vor der Lektüre des zweiten Bandes, der im Oktober 2015 erscheinen soll.

Mit seiner Farbwahl gelingt es Ponzio zwischen der realen Welt und der "surrealen" und so wenig greifbaren Umgebung des Jenseits eine Trennung herzustellen. Diese Visualisierung der Settings unterstreicht besonders die Geschehnisse, die jeder Einzelne nach Beginn der Reise erlebt.

Vermutlich sind Inhalt und Wirkung des gesamten Szenarios so schwer zu beschreiben und zu begreifen, weil das Jenseits ein so großes Mysterium für die Menschen ist - geprägt von Erkenntnissen aus Wissenschaft, Religion, Philosophie und Psychologie. "Death Experience" nähert sich auf jeden Fall dem Thema auf einem ganz eigenen Weg. Einem neuen Weg, auf dem die handelnden Charaktere sich dem Unbeschreiblichen nähern.

Als Leser bleibt man nach den 48 Seiten leicht verwirrt zurück - womit die Autoren vermutlich aber ihr gewünschtes Ziel erreicht haben dürften. Mit großer Erwartung kann nun dem Nachfolgeband entgegengesehen werden.


Für eine Leseprobe genügt ein Blick auf die Webseite des Splitter Verlags: zur Leseprobe.

Sandra Wiegratz



Hardcover | Erschienen: 1. April 2015 | ISBN: 978-3958390270 | Originaltitel: Expérience Mort: La Barque de Râ | Preis: 14,80 Euro | 48 Seiten | Sprache: deutsch

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