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 Imperial Radch, Band 1: Die Maschinen

Ein Roman aus der fernen Zukunft

Serie: Imperial Radch, Band 1
Autoren: Ann Leckie
Übersetzer: Bernhard Kempen
Verlag: Heyne

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Die in einem menschlichen Körper untergebrachte künstliche Intelligenz Breq ist früher nie allein gewesen. Diesen Zustand kennt sie erst seit einem für ihre Verhältnisse kurzen Zeitraum. Davor war sie viele; sie war so viel mehr als nur ein einziger Körper. Heute sinnt sie auf Rache. Sie plant ein Attentat auf die mächtigste Gestalt im gesamten Imperium der Radch: Der Herrscher soll sterben.

Auf der Reise zu ihrem Zielpunkt findet Breq überraschenderweise eine alte Bekannte reglos auf der Straße liegend. Seivarden sollte längst tot sein, schließlich ist es über 1000 Jahre her, dass Breq und Seivarden sich begegnet sind. Sie muss die Zeit in Stasis überbrückt haben.
Aber warum hat sie sich in Statis versetzen lassen? Oder ist womöglich jemand anderes dafür verantwortlich? Und wie ist es dazu gekommen, dass sie schließlich hier auf der Straße gelandet ist?
Breq entscheidet sich kurzerhand dafür Seivarden aufzusammeln und bemüht sich, sie wieder ins Leben zurückzuholen. Doch diese scheint alles andere als dankbar zu sein ...

Über 534 Seiten zieht sich die Geschichte um Breq und Seivarden. Und die Bezeichnung "ziehen" ist hier nicht willkürlich gewählt, denn die Story streckt sich über den gesamten Roman wie zähes Kaugummi. Hin und wieder kommt es zu kleinen Höhepunkten, jedoch ebben diese schnell wieder ab. Es fällt schwer, die Problematik zu beschreiben, die dieser Science Fiction-Roman mit sich bringt.
Ist es die Handlungsarmut? Sind es die Charaktere, die nicht zur Identifikation anregen? Sind es die fehlenden Details zum Hintergrund, zur Welt, zum gesamten Setting?

Vermutlich trifft jeder der Punkte ein wenig zu. Ganz besonders unangenehm stößt aber die aufdringliche Art auf, das Thema des sogenannten Gender-Mainstreamings - der Gleichstellung der Geschlechter - in diesem Roman unterzubringen. Zugegeben, es mag die Leserin überraschen, wenn sich herausstellt, dass Charaktere, die beim Lesen als weiblich assoziiert wurden, sich schlussendlich als Angehörige des anderen Geschlechts herausstellen. Sobald man sich aber an die besonderen Gewohnheiten des Volkes, alle Personen als weiblich anzusprechen und zu definieren, gewöhnt hat, möchte man auch nicht immer wieder drauf hingewiesen werden.
Beim Lesen des Vorworts des Übersetzers stellt sich schnell das Gefühl ein, dass dieser Roman besser in der englischsprachigen Originalfassung gelesen werden sollte. Das Spiel mit den Geschlechtern und Geschlechterrollen scheint dort besser zu wirken, und das obwohl die Übertragung ins Deutsche gelungen ist und sicher nicht leicht von der Hand ging.

Von der Handlung soll an dieser Stelle nichts verraten werden, da es davon so wenig gibt, dass auch mit wenigen Sätzen, die über die Einführung hinausgehen, zu viel preisgegeben werden würde.

Ann Leckie hat für diesen ersten Teil der Trilogie die wichtigsten Genre-Preise abgeräumt. Es scheint allerdings, dass dies eher aufgrund von Anerkennung gegenüber der Autorin erfolgt ist, da diese hier schonungslos mit den Geschlechterrollen spielt, und nicht aufgrund eines guten Story-Plots.

Insgesamt leider eine Enttäuschung, wenn auch sprachlich stark und ungewöhnlich in der Umsetzung.

Auf der Webseite des Heyne Verlags kann in das Buch reingelesen werden: zur Leseprobe.

Sandra Wiegratz



Taschenbuch | Erschienen: 9. Februar 2015 | ISBN: 978-3453316362 | Originaltitel: Ancillary Justice | Preis: 14,99 Euro | 544 Seiten | Sprache: Deutsch

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