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 Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Autoren: Anna McPartlin
Übersetzer: Sabine Längsfeld
Verlag: Rowohlt Tb

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Mia Hayes, genannt Rabbit, kämpft schon seit Jahren gegen den Krebs. Jetzt ist der Kampf zu Ende. Die völlig geschwächte junge Frau wird ins Hospiz gebracht und sie und ihre Familie müssen sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass Rabbit sterben wird. Sie müssen Abschied nehmen, Mut fassen und auch nach vorne schauen. Um all das zu schaffen, bleiben ihnen nur noch wenige Tage.

Wie ist das zu schaffen? Wie kann es jemand ertragen, Abschied nehmen zu müssen, von Tochter, Schwester oder Mutter. Darauf hat die Familie Hayes zunächst keine Antwort. Zu grausam ist der Gedanke, dass Rabbits tapferer Kampf vergeblich gewesen sein soll. Daher leugnen die Familienmitglieder das Offensichtliche oder ziehen sich zurück. Vielleicht gibt es ja doch ein Wunder, ein Heilmittel, irgendetwas, das die Ärzte übersehen haben.
Ihre Eltern kämpfen verzweifelt um jede Minute, die ihr noch bleibt. Ihre Geschwister sind fest entschlossen, sich nichts anmerken zu lassen und Rabbit zu stützen, wo es nur geht und Rabbits Tochter, die nur ahnt, wie schlimm es steht, will ihre Mutter behalten, sei der Preis auch noch so hoch.

In der Zwischenzeit wird Rabbit immer schwächer. Zwar will sie den anderen immer noch Mut machen, aber insgeheim weiß sie längst, dass ihre Zeit gekommen ist. Sie flüchtet sich in Erinnerungen an die Liebe ihres Lebens, Johnny, der sie schon vor vielen Jahren verlassen hat. Ihr ganzes Leben hat sie ihn geliebt und nun scheint es, als wäre es Zeit, loszulassen.

"Die letzten Tage von Rabbit Hayes" ist in neun Kapitel unterteilt. Neun Tage bleiben, um Abschied zu nehmen. Wie es endet, kann keine Überraschung sein, denn dass es für Rabbit kein Wunder gibt, steht schon im Titel. Die Idee ist anrührend und verdeutlicht zusätzlich die Melancholie, die diesem Buch zu Grunde liegt. Sie ist beinahe allgegenwärtig und durchdringt die Beziehung der Familienmitglieder und Freunde sowohl in der Gegenwart als auch in der Erinnerung.

Umso erstaunlicher ist es, dass Anna MacPartlin es auch schafft, den Halt und die Stärke zu beschreiben, die ihre Figuren einander geben. Mit großartiger Wärme und Mut finden sie die Kraft, sich ihrer Angst zu stellen und füreinander da zu sein. In gemeinsamen Gesprächen können sie lachen, zusammen weinen und voller ungebremster Wut fluchen, dass die Wände wackeln. Eine Gewissheit wankt nicht, die Hayes sind eine Familie, die zusammenhält. Keiner von ihnen kann neun Tage lang stark bleiben und doch steht fest, Rabbit muss diesen Weg nicht alleine gehen.

Anna McPartlins Buch ist warmherzig, anrührend und voller Herzenswärme. Dabei vermeidet die Autorin jede Süßlichkeit. "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" ist ein außergewöhnliches Buch, das seinen Weg in die Herzen der Leser findet und im Gedächtnis bleiben wird.

Eine Leseprobe findet sich auf der Verlagsseite.

Iris Jockschat



Taschenbuch | Erschienen: 20. März 2015 | ISBN: 9783499269226 | Originaltitel: The Last Days of Rabbit Hayes | Preis: 12,00 Euro | 464 Seiten | Sprache: Deutsch

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