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 Survival - Überleben

Überlebe ... wenn du kannst


Cover
Gesamt +----
Action
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Extras
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
US Navy Seal Frank Mitchel soll die Adoptivtochter eines reichen, verwitweten Industriellen befreien, die von deutschen Wissenschaftlern entführt wurde, die sich weigern weiter für sein Zombieprojekt in Polen zu arbeiten (von dem er nichts weiß). Mitchel weigert sich zunächst, bis er das Bild der entführten Tochter sieht und sich eines Besseren besinnt. Schnell wird aus einer Befreiungsaktion ein Kampf gegen beißwütige Untote und ehemalige Kollegen aus Armeezeiten.

Kritik zum Film

Wieder einmal geht in einem, natürlich geheimen, Labor etwas schief. Eine Doktorandin oder Praktikantin, irgendeine unterbezahlte, junge Mitarbeiterin jedenfalls, lässt ein Reagenzglas, mit einem infektiösen Agens fallen. An dieser Stelle, an der der Film kaum begonnen hat begegnen dem Zuschauer schon einmal zwei Logikfehler, die einen eigentlich sofort abschalten lassen möchten. Humanpathogene Substanzen, die potenziell letal sind und für die es keine Impfstoffe gibt, werden in S4 Laboren gehandhabt. Gibt es einen Impfstoff, so wie in diesem Fall, sind sie immer noch S3. Das gezeigte Labor ist ein klassisches S1 Labor, das von der Ausstattung her sogar fast überzeugt. Allgemein werden solche Substanzen in Eppendorf oder Falcontubes aufbewahrt, die sind aus Plastik. Keiner benutzt heutzutage außerhalb von Anfängerpraktika noch Glaswaren, wenn er es vermeiden kann, außer für harmlose Übernachtkulturen. Wenn Glas sein muss, weil die Substanz ein Problem mit Plastik hat oder Plastik ein Problem mit der Substanz, wird bruchfestes, dickwandiges Schottglas verwendet. Und ja, das gilt auch für Polen, wo dieser Unfall angeblich passiert. Extrem fragwürdig ist auch, wie kommt es, dass die Polen perfekt, akzentfrei Englisch sprechen?
Wie üblich wurde wieder Lebensmittelfarbstoff oder Nickelsulfat bemüht, um die Flüssigkeiten in den Reagenzgläsern zu färben. Ich tippe auf Lebensmittelfarbe in der Farbe von Nickelsulfat, weil ich befürchte, dass die Produzenten mit der fachgerechten Entsorgung von Nickelverbindungen überfordert gewesen wären.
Natürlich wird ein einsamer Elitesoldat mit schmerzhafter Vergangenheit, die immer wieder erwähnt wird, in dem hilflosen Versuch diesem Charakter irgendwelche Tiefe jenseits von 2 mm zu verleihen, damit beauftragt, das Problem zu lösen. Natürlich nicht direkt und so plump. Nein, die Adoptivtochter des Inhabers der Versuchsanstalt, der von den Versuchen natürlich nichts weiß, wurde in Deutschland entführt und der einsame Elitesoldat mit der schmerzhaften Vergangenheit soll sie befreien. Es gibt ein wenig Palaver, dass Deutschland doch eigentlich ein sicheres Land sei, Mitchel weigert sich standhaft, bis ja bis er das Bild des Mädchen sieht und sich, warum auch immer, für den Job entscheidet.
Das spannendste an dieser Szene ist eigentlich die Frage, ob der Adoptivvater des Mädchens und sein bester Freund ein Paar sind oder wirklich nur Freunde. Das gibt dem Ganzen eine ganz dezente homoerotische Note, die leider nicht weiter verfolgt wird, denn das hätte dem Film zumindest ein wenig Charakter und Tiefgang verliehen.
Dumm für Frank Mitchel ist nach Ankunft in der Polnischen Wildnis (die Kenntnisse der Produzenten über Polen sind noch rudimentärer als über Deutschland), dass das Mädel mittlerweile zu den Entführern übergelaufen ist, weil die einfach gute Argumente für ihre Entführung hatten, denn sie sind schließlich deutsche Wissenschaftler, was ihr irgendwie seltsames Englisch erklären würde. Nun will Töchterlein die Wahrheit herausfinden und Frank schützt sie und ihre Entführer dabei.
Der Rest der Geschichte ist vorhersehbar, klischeehaft ohne Überraschung oder Charakterentwicklung. Kampf gegen Zombies, Protagonisten infizieren sich, Protagonisten sterben, Zombies sterben, ein böser Widersacher des Helden taucht auf, es gibt ein bösen Strippenzieher mit menschenverachtender Ideologie,… Man fragt sich letztendlich zum Schluss verwundet, wie die Produzenten es geschafft haben, bei so wenig Inhalt und Handlung 10 min Überlänge zu generieren, das ist wirklich eine Kunst für sich.
Beim verzweifelten Wechseln zwischen den Tonspuren, in der Hoffnung, dass eine von beiden, die Deutsche oder die Englische besser wäre, hat man die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Die Englische Tonspur überzeugt nicht durch ihren dumpferen Klang und die echt schlechten schauspielerischen Leistungen. Entweder sind die Schauspieler wirklich Deutsche, oder alle haben einen fürchterlichen Akzent oder klingen einfach nur auswendig gelernt. Das ist schwer zu sagen. Die deutsche Tonspur ist tatsächlich besser, weil die Sprecher lebendiger und „überzeugender“ sind als das Original und auch die Klangkulisse weniger Dumpf klingt. Das heißt jedoch nicht, dass sie gut wäre, nur einfach ein wenig unerträglich. Eine Soundanlage oder Sourroundklang wäre bei diesem Film Perlen vor die Säue oder sogar kontraproduktiv weil die Mängel dadurch stärker zu Tage treten.
Natürlich hat auch der schlechteste Film so seine kleinen Lichtblicke und Highlights. Die Wissenschaftler sind tatsächlich in der Lage einen echten Genitiv zu bilden und sagen Dinge wie „In deines Vaters Labor.“ Aber wirklich amüsant war jene Stelle, als der einsame Elitesoldat Mitchel den speisenden Zombie höflich fragt: „Würden Sie sich bitte das Foto ansehen?“
Eine Frage blieb nach all den Klischees und Vorhersehbarkeiten tatsächlich offen: Warum bitte ist der Film noch mal FSK 18?

Kritik zur DVD

Der Ton ist des englischen Originals ist dumpf, die deutsche Tonspur ist klarer. Ein interessanter, attraktiver Soundtrack oder eine herausragende Klangkulisse werden jedoch nicht geboten. Das Wendecover ist ein Witz. Der Einzige Unterschied ist, dass man FSK 18 auf der Rückseite weggelassen hat. Den Trailer würde ich auch nicht wirklich als Extra bezeichnen.

Natalie Lang



DVD | Disc-Anzahl: 1 | Erschienen: 26. August 2014 | FSK: 18 | Laufzeit: 96 Minuten | Preis: 7,99 Euro | Sprache: Deutsch | Verfügbare Sprachen: Englisch, Deutsch

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