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 Trigan, Band 1: Kampf um Elekton

Serie: Trigan, Band 1
Autoren: Mike Butterworth
Illustratoren: Don Lawrence
Übersetzer: James ter Beek, Mareike Viebahn
Verlag: Panini Comics

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ein Raumschiff stürzt auf die Erde, an Bord mehrere tote Besatzungsmitglieder einer sehr menschenähnlichen, aber offenbar außerirdischen Zivilisation. Obwohl das Schiff massenhaft Aufzeichnungen und Bücher an Bord hat, gelingt es viele Jahrzehnte lang nicht, die Sprache der fremden Kultur zu verstehen und ihre Geheimnisse zu entschlüsseln. Schließlich findet der Wissenschaftler Richard Haddon, der sein Lebenswerk dieser Aufgabe gewidmet hat, doch noch den Schlüssel zu den Aufzeichnungen. Staunend liest er die Aufzeichnungen der Geschichte Trigans, einer prachtvollen Nation, die von einem jungen, ehrgeizigen Nomaden namens Trigo auf dem Planeten Elekton gegründet wurde. Trigos Vision einer gigantischen, auf fünf Hügeln erbauten Stadt, in der alle Einwohner in Frieden und Wohlstand leben können, wird aber zunächst von erheblichen Hindernissen und kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Völkern Elektons begleitet ...

Don Lawrence ist vor allem für seine "Storm"-Reihe weltbekannt, doch der erste große Durchbruch gelang dem Zeichner mit der Reihe "Trigan", geschrieben von Autor Mike Butterworth. In "Trigan" erzählen Butterworth und Lawrence eine klassische Geschichte um den Aufstieg und Fall eines Kaiserreichs, in der sie Abenteuer, Historie und Science Fiction gekonnt vermischen. "Trigan" erschien erstmals im Jahr 1965 im britischen "Ranger"-Magazin. Die äußerst beliebte Serie wurde über 17 Jahre fortgeführt (später auch von anderen Zeichnern), bis die episch angelegte Geschichte um Trigo und das von ihm gegründete Reich dann im Jahr 1982 ein Ende fand. "Trigan" besitzt viele klassische Zutaten und deutliche Anleihen an die Historie Roms (dazu lohnt sich unbedingt ein Blick ins Nachwort), was sich auch zeichnerisch stark in den Gebäuden, den Waffen und der Kleidung der Personen widerspiegelt. Doch "Trigan" ist bei Weitem kein reiner Historien-Comic - reizvoll und spannend wird die Geschichte durch die Vermischung verschiedener Genres und Elemente aus allen Epochen. Schwertkämpfer treffen auf Kampfflugzeuge, Menschen auf fremdartige Monster; der Planet Elekton wird von einfachen Nomadenstämmen ebenso bewohnt wie von hochentwickelten High-Tech-Nationen, die sich modernster Kriegstechnologie bedienen.
Optisch ist der Band für Fans des Frühwerks von Don Lawrence auf jeden Fall ein Genuss. Schon lange vor "Storm" findet sich hier die für Lawrence typische, enorme Detailverliebtheit, die Feinheit der Zeichenstriche, die liebevolle Umsetzung der fremdartigen Szenerien und Monster, die fantastische und mit Bedacht ausgeführte Kolorierung. Zwar erreicht die 2003 verstorbene Zeichner-Legende hier noch nicht die Klasse, die er mit "Storm" perfektionierte, dennoch ist "Trigan" meist ganz großartig in Szene gesetzt. Bisweilen wirken die Gesichter der Protagonisten überzeichnet in ihren Ausdrücken, als würden sie auf einer Theaterbühne stehen und dort etwas deklamieren, doch auch das passt gut zu Lawrence' Stil, der in der Charakterisierung seiner Figuren nicht gerade subtil ist: Die Männer sind, soweit sie zu den Guten gehören, großgewachsene Helden wie aus einer alten Sagengeschichte, die Bösen wirken niederträchtig und verschlagen.

"Trigan" fasziniert vor allem dadurch, dass die Geschichte als großes Epos angelegt ist - Band 1, der von der Gründung des Reiches erzählt, kratzt gerade einmal an der Oberfläche und lässt noch nicht erahnen, wie atemberaubend Trigos Reich sich in den nächsten siebzehn Jahren noch entwickeln wird. Rein erzählerisch ist "Trigan" einfach gehalten und hält sich nicht mit komplexen Verwicklungen oder tiefgründigen Charakterisierungen seiner Figuren auf, was vielleicht auch an der damals angepeilten jugendlichen Zielgruppe liegt. Diese Schlichtheit ist vor allem in den Dialogen und den die Panels erläuternden Texten manchmal so stark, dass sie aus heutiger Sicht fast zum Lachen reizt; die 1960er, in der dieses Comics erstmals erschien, klingen hier deutlich durch.

Panini hat sich für diese Neuauflage von "Trigan" mächtig ins Zeug gelegt und präsentiert den ersten Band als Hardcover im DIN A4-Albumformat, der qualitativ keine Wünsche offen lässt. Das Papier ist außergewöhnlich dick, der Druck makellos und gestochen scharf. Neben dem Comic gibt es erläuternde Hintergrundinfos rund um die Serie, die es sich definitiv zu lesen lohnt.

Fazit: Eine sehr schöne Neuausgabe eines echten Klassikers. Liebevoll gezeichnet und zumindest zu Beginn noch mit dem Charme der 60er Jahre erzählt: "Trigan - Kampf um Elekton" ist ein toller, fantasievoller Auftakt eines Epos, das Comicfans 17 Jahre lang begeisterte und das nun bei Panini zu neuem Leben erwacht.

Eine Leseprobe gibt es hier auf der Website von Panini Comics.

Christina Liebeck



Hardcover | Erschienen: 17. August 2015 | ISBN: 978-3-95798-448-7 | Originaltitel: The Rise and Fall of the Trigan Empire: Victory for the Trigans; Crash in den Jungle | Preis: 14,99 Euro | 64 Seiten | Sprache: Deutsch

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