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 WWE - Payback 2014


Cover
Gesamt ++++-
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Ton
Es ist Juni 2014 und ein weiterer WWE Großevent steht an. "Payback", so der Titel ist kein Hinweis auf eine freundliche Rückerstattung irgendwelcher Leihgaben, nein, das Wort steht für Rache. Kaltblütig, zornglühend, ganz egal, aber zur Sache wird es gehen. In neun Matches werden Wrestler aufeinander treffen, die nicht gut aufeinander zu sprechen sind, ganz besonders im Mainevent, wo Evolution auf den Shield trifft. Beide Gruppierungen werden sich nichts schenken und die Zuschauer dürfen sehr gespannt sein, was die Athleten im Ring zu bieten haben.

Ganz klar, schon das Titelbild zeigt, was von diesem Event zu erwarten ist. Triple H ist auf dem Cover abgebildet, mit einem Vorschlaghammer in der Hand. Wer The Game kennt, weiß, dass er damit nicht gut nachbarschaftlich ein paar Nägel einschlagen will. Nein, Triple H will es den Jungspunden des Shield nachdrücklich zeigen und jede Aufmüpfigkeit ein für alle mal nachdrücklich beenden, koste es was es wolle.

Den Beginn der Matches bilden Sheamus, der den US Championship Gürtel trägt und Cesaro, der den Gürtel haben will und von Paul Heyman zum Ring begleitet wird. Herrje, ist der Mann gut. Keine Frage, der Manager ist der beste Mann bei diesem Kampf. Heyman spielt mit dem Publikum, veräppelt es, lässt die Emotionen hochkochen und bringt die Menge in Stimmung. Wie hoch sein Gehalt auch sein mag, die WWE zahlt ihm nicht genug. Sheamus und Cesaro starten den Kampf mit krachender Muskelkraft. Die beiden sind echte Powerhouses und es ist klar, dass sie eher auf ihre beeindruckende Physis setzen, als auf technische Spielereien. Nun gut, Cesaro kann mehr, aber Sheamus ist ein wenig steif in den Knochen, wie immer, und so bleibt das Match ausgeglichen, wird beizeiten etwas langsamer und auch mehrere Kickouts beider Wrestler stimmen das Publikum zwar froh, begeistern aber nicht. Sheamus kann die Beats of the Bodhran zeigen, Cesaro seinen Swing, alles nett.

Beim Tagteam Match der Rhodes Brüder gegen Rybaxel (Curtis Axel und Ryback) geht es um nichts und so sieht es auch aus. Lange Zeit dominieren Rybaxel und das Publikum klatscht gutmütig. Wer die englische Tonspur hört, wird von den Moderatoren darüber informiert, das Ryback gerne im Internet unterwegs ist. Also sind nicht einmal sie wirklich interessiert daran, was im Ring abgeht. Immerhin, Goldust verfügt über Jahrzehnte an Berufserfahrung und setzt sie ein. Der Mann weiß, wie man Storylines erzählt und wirken lässt. Viel hilft es dem Match nicht und als es endet, bleibt bestenfalls die Frage zurück, was nun in Zukunft für die Teams kommt.

Lana erscheint und die Hälfte der männlichen Bevölkerung möchte spontan nach Russland auswandern, so hübsch ist sie. Leider ist sie nicht nur ein überzeugtes Putin-Fangirl, nein, ihr folgt auch noch ein Flagge schwenkender Rusev auf dem Fuß. Das ist nicht so schön, besonders für Big E, denn dieser ist der Gegner Rusevs am heutigen Abend. Auch er schwenkt beim Einzug eine Flagge und zwar die der USA. Das zieht immer, die Crowd feiert sich ein bisschen selbst und die Stimmung ist gut. Im Ring schlagen die beiden Schwergewichte munter aufeinander ein und da beide echte Schwergewichte sind, macht das was her. Der Kampf dauert aber auch mal gerade etwas unter vier Minuten, da kommt so etwas wie Drama oder Spannung nicht unbedingt auf. Egal, das Wichtigste war für die Wrestlingfans sowieso Lana und die ist hübsch wie immer.

Ganze 35 Sekunden dauert der Kampf zwischen Kofi Kingston und Bo Dallas. Da dauert der Gang zum Ring schon länger, als das eigentliche Match und das ist eine Gnade. Kingston sieht die meiste Zeit ratlos aus, als fragt er sich, wozu dieser Kampf gut sein soll, noch dazu in einem Pay per View. Damit steht er nicht alleine da, besonders als Bo Dalles auch noch ein Mikro in die Hand bekommt und zu reden beginnt.
Es ist fast eine Erleichterung, dass Kane zum Ring kommt, und zwar mit Maske. Auch das macht nur bedingt Sinn, verdoppelt und verdreifacht aber die Qualität des Matches.
Gerade als die Zuschauer denken, sie hätten das Schlimmste schon hinter sich, gibt es einen Rückblick auf das Kickoff-Match "Maske vs Haare" zwischen El Torito und Hornswaggle wird eingespielt. Warum nur, warum?

Nun aber geht es um dem Titel des Intercontinental Champions. Bad News Barrett hat den Gürtel, Rob van Dam will ihn, und so geben beide Männer ihr Bestes. Im und um den Ring geht es zur Sache, Barrett dominiert das Match, auch wenn er seinen Bullhammer schon mal versemmelt. Das Publikum fühlt sich gleich besser und dankt es den Kämpfern mit Sprechgesängen. Das Niveau können beide Wrestler halten, auch wenn es in dem zehnminütigen Kampf immer wieder Verschnaufpausen gibt. Beide sind Profis und wissen die Fans zu unterhalten.

Bevor es mit dem Match Cena gegen Wyatt weitergeht, ist Daniel Bryan gezwungen , eine harte Entscheidung zu treffen. Stephanie McMahon stellt ihn vor die Wahl, den Titel abzugeben, oder die Kündigung seiner Frau Brie zu verantworten. Hui, hui, hui, wie wird er sich wohl entscheiden?
Eins ist allerdings klar, Bryan hat selbst dann mehr Unterstützung der Fans als alle anderen Wrestler zusammen, selbst wenn er nur auf dem Bildschirm gezeigt wird. Es ist ein Jammer, dass er verletzt ist.

Cena kommt zum Ring und er zieht seine Routine durch. Wie macht der Mann das nur, dass er wirklich immer wieder langweilig wirkt? Sogar sein Gegner Bray Wyatt sieht ein bisschen desinteressiert aus. Verständlich. Daran ändern auch Rowan und Harper auf der einen Seite und die Usos, die zu Cenas Unterstützung gekommen sind, nichts. Sie sorgen für kurze Abwechslung, tragen aber nichts zur Dramatik des Matches bei. Im Ring geben Cena und Wyatt alles, was besonders letzteren aber sehr fordert. Was ist eigentlich aus dem Eater of Worlds geworden? Das zu Beginn sehr interessante Gimmick wirkt mittlerweile doch sehr verschenkt. Schade. Die Zuschauer in der Halle haben immerhin fünfundzwanzig Minuten Spaß und zwar vor allem daran, Cena mitzuteilen, wie unbeliebt er doch ist. Seltsam, verkauft er doch mehr Fanartikel, als jeder andere Wrestler der WWE. Nun ja. Der Kampf dauert also fast eine halbe Stunde und er ist damit zu lang. Zwischenzeitlich entsteht der Eindruck, dass die Sportler einfach nur noch die Zeit totschlagen und besonders Wyatt lässt mehrere Gelegenheiten, den Kampf zu beenden, einfach verstreichen.
Erst als das Match schon eine kleine Ewigkeit läuft, fällt beiden Kämpfern auf, dass es sich um ein Last Man Standing Match handelt und sie auch Stühle und Tische einsetzen können. Die Zuschauer freut der Einsatz verschiedener Gegenstände jedoch genau so, wie die Action außerhalb des Rings und die Welt ist in Ordnung.

Bevor es nun zum Main Event kommt, dürfen noch Alicia Fox und Paige zeigen was sie können. Offensichtlich können sie sich am allerbesten gegenseitig an den Haaren ziehen und dabei schreien. In sieben Minuten zeigen sie auch ein paar Moves, aber von Wrestling ist das arg weit entfernt. Ein Zuschauer hält ein Schild hoch: "Stop screaming!" Wie wahr.

Nun aber! Die Evolution kommt zum Ring. Triple H, Batista und Randy Orton haben so richtig Beef mit the Shield , die sich in den letzten Monaten von Heels zu echten Publikumslieblingen entwickelt haben. Die jungen Männer kommen wie immer durch das Publikum zum Ring und die Menge feiert. Angesetzt ist ein No-Holds-Barred-Match und es geht gleich quer durch die Halle zur Sache. Wieder ist die Menge erfreut und die Stimmung ist bestens. Schnelle Kameraschnitte und gelungenes Storytelling machen das Match zu einem Genuss. Evolution sehen zeitweise wie die klaren Gewinner aus, der Shield hält dagegen und es entwickeln sich kleine Dramen im Ring. So schön kann es sein, wenn altgediente Wrestler sich nicht zu schade sind mit jüngeren in den Ring zu steigen und ihre Erfahrung richtig einzusetzen. Roman Reigns ist klarer Favorit der Menge, doch es ist The Game, der den letzten Minuten einen großartigen alten König abgibt. Wenn er sich mit seinem Vorschlaghammer gegen die Gegner zur Wehr setzt, bitter und entschlossen und verdammt großartig, dann haben die Zuschauer Gänsehaut und der Ausgang des Kampfes ist alles andere als gewiss.
Dieser Kampf beendet den Pay per View und sorgt dafür, dass die Fans zufrieden nach Hause gehen. Der Event war nicht durchgehend spannend, doch er hatte genug unterhaltsame Matches, um zu überzeugen und in guter Erinnerung zu bleiben.

Iris Jockschat



Blu-ray Disc | Disc-Anzahl: 1 | EAN: 5030697027436 | Erschienen: 29. August 2014 | FSK: 16 | Laufzeit: 268 Minuten | Originaltitel: Payback 2014 | Preis: 19,99 Euro | Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch

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