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 Heiligtum Genesis


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Spannung
Wir schreiben das Jahr 1934. In der Wüste von Ras Shamra findet ein alter Bauer in einer Höhle etwas, das er auf den ersten Blick für einen Schatz hält. Doch ihm wird schnell bewusst, dass an jenem Ort etwas Böses haust. Die von ihm verständigten Behörden sehen das jedoch anders. Die Offiziellen können gar nicht erwarten, die Gegenstände in der Höhle zu bergen. Allerdings gestaltet sich dies schwieriger als gedacht. Schnell sind nicht nur Archäologen vor Ort, sondern auch Soldaten und einheimischer Krieger, die das Schlimmste fürchten.

"Heiligtum Genesis" ist das Prequel zu dem Anfang dieses Jahrtausends erschienenen Dreiteiler "Heiligtum" von Christophe Bec und Xavier Dorison, in dem eine U-Boot Besatzung verzweifelt gegen den Dämon Moth kämpft. Nun hat sich Bec mit Philippe Thirault zusammengetan und die Vorgeschichte geschrieben, in der erklärt wird, wie es dazu kam, dass der Dämon geweckt wurde und welche Macht er besitzt. Die beiden Autoren beginnen ihre Geschichte mit einem kurzen Ausflug ins Mittelalter, bevor sie in den dreißiger Jahren weitermachen. Schon der Einstieg in die Handlung ist beeindruckend und jeder, von Kenner der ursprünglichen Reihe bis zum absoluten Neuling, wird die ersten, bombastischen Seiten genießen können. Der erste Auftritt Moths legt die Messlatte enorm hoch an. Auch danach bleibt die Geschichte spannend, wobei die Handlung doch manchmal ein bisschen wirkt, als hätten die Mumie und Indiana Jones ein Kind der Liebe gezeugt,so sehr erinnert die Handlung an beide Filme. So trifft der Leser auch hier auf den Konflikt zwischen Nazis und Franzosen in einer Wüste, eine schöne Frau und einen mit unheimlichen Kräften ausgestatteten Dämon. Es sollen hier nicht alle Ähnlichkeiten aufgeführt werden, doch das eine oder andere Deja Vu bleibt hier nicht aus.

Das ist wohl ein weiterer Fluch, wenn ein Setting derart an zwei große Blockbuster erinnert. Alldieweil bleibt den Autoren wohl keine andere Wahl, denn Moth ist ein ugaritischer Dämon und sein Herkunftsland liegt nun einmal in der Wüste. Auch zeitlich sind sie ziemlich festgelegt, denn die ursprüngliche Reihe setzt der Kreativität ihre Grenzen. Davon lassen sich Bec und Thirault aber nicht lange einschränken. Die von ihnen erzählte Geschichte schlägt genug Haken, um sich von den Erwartungen zu lösen und die Leser zu überzeugen.

Daran haben die Illustrationen von Stefano Raffaele großen Anteil. Seine Bilder sind von düsterer Wucht und geben die übermächtige Bedrohung durch den Dämon stimmungsvoll wieder. Raffaele setzt Tusche großflächig ein und schafft so immer wieder eine bedrückende, Angst erzeugende Atmosphäre. Die Panik der Protagonisten ist beinahe mit den Händen zu greifen und ihre Verwirrung, wenn sie mit den Kräften des Bösen konfrontiert werden, absolut glaubhaft.

"Heiligtum Genesis" ist ein intensiver, packender Reihenauftakt, der in bester Tradition düsterer Comics steht. Es ist zu erwarten, dass die Reihe ebenso gut angenommen wird, wie ihr Vorgänger.

Der Splitter Verlag ermöglicht auch dieses Mal einen Blick ins Buch.

Iris Jockschat



Hardcover | Erschienen: 1. November 2015 | ISBN: 9783958392151 | Originaltitel: Sanctuaire Genesis | Preis: 14,80 Euro | 56 Seiten | Sprache: Deutsch

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